„Der Weg nach oben ist hart aber frei“

Als professioneller Skifahrer stürzte der damals 23jährige Reinhold Sampl 1996 bei einem Trainingslauf so schwer, dass er sich zwei Wirbel brach und Paraplegiker wurde. Aber er gab sich nicht auf und begann schon kurz nach der Rehabilitation, wieder Sport zu betreiben.

Reini Sampl in Skikleidung
Reini Sampl

Sein Ehrgeiz wurde belohnt: er errang weltweit beachtete sportliche Erfolge im Rollibasketball, Monoskifahren und auf dem Handbike. Und nebenbei brachte er auch noch eine Modemarke heraus.

Wenn er nach seinen Hobbies gefragt wird, lautet die Antwort: „Bungeejumping, Cartfahren, Quad-Bike fahren, Rafting, Wasserskifahren und Fallschirmspringen“, Hauptsache aufregend und schnell. Der Mann, der das sagt, ist Mitte 30 und sitzt im Rollstuhl. Als Sohn eines Skilehrers hat er es weit gebracht: Trotz seiner Behinderung ist er heute eine feste Grösse im internationalen Skisport und kann es sich als erfolgreicher Unternehmer auch einmal leisten, seinen privaten Porsche am Nürburg-Ring umherzutreiben.

Fallen ist keine Schande

Es war nicht einfach, nach dem Unfall. Reini Sampl erinnert sich an den Schock, als ihm mitgeteilt wurde, dass er nie wieder würde gehen können. Und an die schwere Anfangszeit, in der er das Meistern seines Alltags in der Reha in Bad Härring völlig neu erlernen musste.

Seit er denken kann, hatte er als Leistungssportler auf Ski gestanden. So gewann der Ehrgeiz des Sportlers auch in der schweren Zeit nach dem Sturz die Oberhand. Es musste wieder vorwärts gehen. Nach hartem „Training“ und „Überstunden“ in der Therapie konnte Reinhold Sampl die Rehabilitation nach nur acht Wochen verlassen. Kurze Zeit später schaffte er es auch, wieder selbstständig zu Hause zu leben.
 

Reini Sampl im Rolli bei der Präsentation seiner Mode
Reini Sampl

Die neue Karriere

Doch einfach nur zurechtzukommen entsprach nicht seinem Naturell. So kam er zurück zum Sport. Zuerst suchte er im Rollibasketball in Salzburg eine neue Herausforderung und konnte mit seiner Mannschaft mehrere österreichische Meistertitel und einen 5. Platz im Europacup erringen. Dann zog es ihn aber wieder auf die Piste - er versuchte sich auf Monoski. In seiner ersten Saison kam er auf Anhieb unter die Top-10 im EC Cup. Dadurch stieg er ins Nationalteam auf und fuhr von nun an Weltcuprennen. Bei der WM in Turin wurde er 2002 dreimal Vierter.
 

Rekorde über Rekorde

Im Sommer hält er sich auf dem Handbike fit. Aber unermesslicher Ehrgeiz bleibt auch hier nicht unbelohnt. Sampl wurde österreichischer Vize-Handbikemeister und konnte einige internationale Rennen gewinnen. Er bezwang mit seinem Handbike in den letzten Jahren alle Bergpässe in Österreich und stellte 2001 bei der „Tour de Mur“ zusammen mit Olli Anhofer sogar einen Weltrekord über 340 km auf.

Auf die Verwunderung seiner Mitmenschen über soviel Energie und Lebensmut hat er nur eine Antwort: „Ich sehe in meinem Sport nicht nur die Möglichkeit  meine Zukunft zu gestalten, sondern ich möchte zeigen, dass sich das Leben mit einer Behinderung zwar verändert, aber trotzdem gleichwertig und lebenswert bleibt.“

Text: Cornelia Barthel
Fotos: Reinhold Sampl