Finanzierungsmöglichkeiten für Studierende mit Handicap

Ein Absolventenhut mit Geld im Hintergrund
Studienfinanzierung für Menschen mit Behinderung

Die berufliche Zukunft aktiv und selbstbestimmt zu gestalten ist ein wichtiges Thema und wer sich für ein Studium entschieden hat, muss sich schnell auch überlegen, wie die nächsten Jahre finanziell gestemmt werden. Eine Orientierungshilfe soll hier gegeben werden. Das Ziel soll es sein, Studium, Lebensunterhalt und den persönlichen Mehrbedarf gut unter einen Hut zu bekommen.

Die richtige Anlaufstelle

Erste virtuelle Anlaufstelle für alle Studieninteressierten mit Behinderung ist die IBS, das Kompetenzzentrum des Deutschen Studentenwerks zum Thema Studium und Behinderung. Sie bietet umfangreiche Informationen und Beratung zu allen wichtigen Aspekten. Im persönlichen Gespräch wird Studieninteressierten dann kompetent jede Frage beantwortet.

Präsenz- oder Fernstudium - auch eine finanzielle Frage

Je nach Grad der persönlichen Einschränkung ist zu überlegen, ob ein Präsenz- oder ein Fernstudium sinnvoll ist. Denn das lässt sich oftmals im eigenen Tempo und aus den eigenen vier Wänden heraus absolvieren. Zudem entfallen mitunter schwierige Fragen rund um Barrierefreiheit und Mobilität an Studienstandort und Gebäuden der Uni. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass gerade Fernstudiengänge häufig an privaten Hochschulen angeboten werden und so höhere Kosten anfallen. Mittlerweile haben sich viele Fernuniversitäten auf Studierende mit Behinderung eingestellt und bieten gezielt Beratung zum Studienablauf, Studienfinanzierung und Stipendienprogrammen. So hilft zum Beispiel die IUBH allen zukünftigen Fernstudierenden ein optimales Finanzierungskonzept zusammenzustellen.

Finanzierungshilfen

Praktisch alle Studieninteressierten stellen sich die gleichen Fragen, wenn es darum geht das Studium zu finanzieren. Doch für Menschen mit Handicap gibt es häufig noch eine Reihe weiterer Ausgaben als Studiengebühren und Lebensunterhalt. Die Finanzierung hängt von den individuellen Gegebenheiten und Voraussetzungen der Studierenden ab. Entsprechend vielfältig sind auch die jeweiligen Fördermöglichkeiten. Zu den Kostenträgern zählen unter anderem Kranken- und Pflegekassen, Sozialhilfeträger, BAföG-Ämter sowie Träger der Grundsicherung für Arbeitssuchende. Sie alle sind für verschiedene Bereiche zuständig und übernehmen je einen Teil der anfallenden Kosten.

Kann der Lebensunterhalt nicht selbständig oder mit familiärer Unterstützung gedeckt werden, kann, wie bei jedem anderen Studierenden auch das BAföG den Lebensunterhalt sichern. Zu diesem Zweck eignen sich auch ein Studienkredit oder ein Stiftungsstipendium. Kosten für gesundheitsbedingte Mehrbedarfe werden vornehmlich von den Krankenkassen übernommen. Kosten für etwaige technische Hilfsmittel, Gebärdensprachdolmetscher oder Studienassistenzen können vom zuständigen Sozialhilfeträger übernommen werden. Das regelt die Eingliederungshilfeverordnung (EhVO) gemäß 12. Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII). Auch Therapien oder Hygieneartikel werden von gleicher Stelle subventioniert. Für diese Mehrbedarfe gibt es Leistung nach dem 2. Buch Sozialgesetzbuch (SGB II).

Aber auch für Assistenz und Pflege, die üblicherweise von der Pflegeversicherung übernommen werden, können Mittel gemäß dem 12. Buch Sozialgesetzbuch beantragt werden. Seitens der Länder gibt es auch noch das Landesblinden- und des Landespflegegeld, die das Angebot abrunden. In jedem Fall sollten sich Studieninteressierte  umfassend zu den Finanzierungmöglichkeiten beraten lassen, um alle Unterstützungsleistungen voll ausschöpfen.

Sparmöglichkeiten

Für bestimmte Dinge werden Studierende mit Behinderung Kosten erlassen oder reduziert. Dazu gehört z.B.  das Semesterticket, von dem sich Studierende befreien lassen können. Finanzielle Vorteile gibt es auch bei den Rundfunkbeiträgen sowie der gesetzlichen Krankenversicherung.

Es gibt also eine Reihe von Finanzierungsmöglichkeiten für Studieninteressierte, sodass der Zugang für jeden möglich sein sollte. Am Anfang mag der Finanzierungsdschungel noch undurchsichtig erscheinen, aber dank der verschiedenen Informationsanbieter lässt sich schnell der Durchblick finden.

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