Tauchen für Menschen mit Behinderung

Unter Wasserwelt mit Monika Wenninger beim Tauchen
Mit einiger Übung können auch Menschen mit Behinderung in die faszinierende Unterwasserwelt eintauchen (Foto: Monika Wenninger)

Tauchen mit einer Behinderung? Geht das denn? Ja, es ist sogar besonders empfehlenswert. Die Barrierefreiheit des nassen Elements ist gerade für Menschen mit Behinderung ideal. 

Unter Wasser können sich behinderte und nichtbehinderte Menschen nahezu gleich gut fortbewegen. Ein Mensch mit Querschnittlähmung kann unter Wasser mühelos selbständig schwimmen, - anstelle mit den Füßen zu paddeln, nimmt er einfach seine Arme.

Durch die Schwerelosigkeit beim Tauchen, die durch die besonderen physikalischen Eigenschaften des Elements Wasser zu Stande kommt, können Betroffene ein ungewohntes Körpergefühl und ein Stückchen Freiheit erleben. Und das Gefühl, schwerelos durch den Raum schweben zu können, fasziniert seit Menschengedenken.

Für viele Behinderungsarten interessant

Tauchen ist mit einer Vielzahl von Behinderungen möglich, nur geistige Behinderungen sind weitgehend ausgeschlossen. Seit einiger Zeit bieten manche Schulen auch Tauchen für Menschen mit geistiger Behinderung an. Hier darf der geistig behinderte Mensch im Hallen - oder Freibad maximal drei Meter tief tauchen, allerdings nur mit erfahrener Begleitung.

Grundsätzlich wichtig beim Tauchen ist, dass Herz- und Kreislaufsystem, Atemwege, Nasennebenhöhlen und Ohren keine Beeinträchtigung aufweisen. Dies gilt auch für Menschen ohne Behinderung.  

Sicherheitsaspekte

Für Taucher mit Behinderung gibt es eine Einteilung in drei Level, gemäß der Schwerer ihrer Einschränkungen.

Level „A“ - Open Water Diver

• Der Student hat alle Tauchübungen erfolgreich abgeschlossen.
• Der Absolvent hat keine Einschränkungen gegenüber einem Taucher auf gleicher Stufe eines anderen Verbandes.
• Der Student darf mit einem zertifizierten Taucher tauchen gehen.

Level „B“ - Open Water Diver

• Der Student hat alle Tauchübungen absolviert, hat jedoch Schwierigkeiten, in einem Notfall, seinen direkten Partner zu retten oder zu bergen.
• Der Student darf nur mit zwei zertifizierten Tauchern tauchen gehen.

Level „C“ - Open Water Diver

• Der Student hat alle Tauchübungen absolviert, hat jedoch Schwierigkeiten, in einem Notfall, sich selber zu retten oder zu bergen.
• Der Student darf nur mit zwei zertifizierten Tauchern tauchen gehen, wovon zumindest einer davon ein Rescue Brevet besitzen muss.

Ausbildung

In Deutschland werden die angehenden Taucher mit Handicaps beispielsweise durch die europaweit tätige Handicapped Scuba Association (HSA) ausgebildet. Die Organisation legt großen Wert auf Sicherheit bei der Ausbildung der Tauch-Neulinge. Das beginnt bei der Ausrüstung, geht über die Tauchvorbreitung bis zu den immer wiederkehrenden Sicherheitsübungen. Zudem bildet die HSA die Instruktoren aus, so dass sie das spezifische Wissen und die Fertigkeiten im Umgang mit behinderten Tauchern erlangen.

Tauchen in der Schweiz

Für ausgebildete Handicap-Taucher bieten die Rollstuhl-Taucher Zürich ein attraktives Programm an. Im Winter organisieren sie Tauchtrainings im Hallenbad. Für den Sommer stehen dem Verein ein Bootshaus und ein Boot zur Verfügung, so dass verschiedene Tauchplätze im Zürichsee angesteuert werden können. Daneben unternehmen die Rollstuhl-Taucher Ausflüge zu verschiedenen anderen Gewässern in der Schweiz. Zu den Highlights gehören sicherlich die durch den Club organisierten Ferien zu traumhaften Tauchplätzen rund um den Globus.

Sie sind gefragt!

Aber natürlich gibt es noch eine Vielzahl anderer Tauchschulen und Institute, die Tauchausflüge für Menschen mit Behinderung anbieten.

Wenn Sie selbst empfehlenswerte Adressen wissen, freuen wir uns, wenn Sie diese an uns unter redaktion(at)myhandicap(dot)de weitergeben. So können auch andere Betroffene ohne große Mühe zu den besten Tauch-Adressen gelangen.

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