Sledge-Eishockey: Populärer Mannschaftssport

Nichts für zarte Gemüter, denn es geht richtig zur Sache, wenn beim Sledge-Eishockey zwei Teams mit je sechs Spielenden auf Eisschlitten fahrend dem Puck hinterherjagen.

Schlittenhockey entstand vor ca. 30 Jahren in Schweden und ist seit 1994 paralympische Disziplin. Gespielt wird mit intensivem Körperkontakt und geübtem Handling der Stöcke. Sledge-Eishockey fördert und fordert Kraft, Teamgeist und Engagement.

Dem Eishockey sehr ähnlich

Spielfeld, Ausrüstung und Spielregeln entsprechen dem Eishockey. Der Spieler sitzt aber niedrig zur Oberfläche des Eises in einem individuell angepaßten Schlitten. Jeder Spieler hat zwei kurze Stöcke, die am hinteren Ende mit Spikes versehen sind, um sich mit schnellen Schlägen auf das Eis fortbewegen zu können. Die Spielzeit beträgt 3 x 15 Minuten. Wie beim Eishockey geht es auch beim Schlittenhockey ziemlich zur Sache und das Verletzungsrisiko ist recht hoch, weil die Hände mit den Schlittenkufen oder der Körper mit den Spikes in Berührung kommen können.

Skandinavischer Import

In den frühen Sechziger Jahren in Schweden entwickelt, wurde Sledge-Eishockey bald populär. 1969 wurde in Schweden bereits eine Meisterschaft mit fünf Teams und sowohl behinderten, wie nicht-behinderten Spielern durchgeführt. Regelmässige Spiele gegen norwegische Mannschaften bildeten die ersten internationalen Wettkämpfe anfangs der siebziger Jahre. In den achtziger Jahren breitet sich die Sportart auf Grossbritannien, Kanada und die USA aus. Seit 1994 ist Sledge-Eishockey paralympische Sportart. Schweden, Norwegen, Kanada, Grossbritannien, USA, Estland und Japan dominierten lange die internationalen Meisterschaften. Inzwischen wird Sledge-Eishockey aber auch in Holland, Tschechien und Deutschland gespielt.

Sledge-Eishockey in Deutschland

Erst im Jahre 1996 entstand um Detlef Zinke von der RSG Hannover die erste deutsche Mannschaft in Hannover. Mittlerweile gibt es in Deutschland mit den Ice Lions Langenhagen, den Dresden Cardinals, den Yetis Wiehl, den Bremer Pirates, den Heidelberg Knights und den Kamen Barbarians sechs Mannschaften. Diese haben sich zur Deutschen Sledge-Hockey-Liga (DSL) zusammengeschlossen und führen einen regelmässigen Spielbetrieb durch.

Internationale Erfolge

Bei den Weltmeisterschaften 2004 in Schweden belegte die Deutsche Nationalmannschaft bei ihrer ersten WM-Teilnahme den siebten Rang. Bei der erstmals ausgetragenen Europameisterschaft 2005 in Tschechien wurde Deutschland nicht nur der erste Europameister, sondern schaffte damit die Qualifikation für die Paralympics 2006 in Turin. Hinter Kanada, Norwegen und den USA erreichte Deutschland bei der ersten Teilnahme an Paralympischen Spielen dann einen beachtlichen vierten Platz.

Text: cobar 10/2007 -MyH

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