Para-Badminton - ein Sport mit hohem Spaßfaktor

Badminton-Ball sowie -Schläger (Bild: crestock.com/A1B2)
Mit angepassten Regeln kann Badminton auch von Sportlern mit Handicap gespielt werden. (Bild: crestock.com/A1B2)

Badminton macht Spaß - und fördert die Reaktionsfähigkeit. Die aus dem asiatischen Raum stammende Sportart kann problemlos auch von Menschen mit körperlichen Behinderungen ausgeübt werden. Möglich wird dies durch entsprechende Anpassungen des Regelwerks. Für optimale Bedingungen sorgen sowohl der Bodenbelag als auch das passende Zubehör für das Spiel.

Badminton für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung wird häufig auch als Para-Badminton bezeichnet. Die Sportart unterliegt besonderen Regeln, die an die körperlichen Einschränkungen der Spieler angepasst wurden und als solche auch im Regelwerk des Weltverbandes zu finden sind. Dabei sorgt ein spezielles Klassifizierungssystem dafür, dass Menschen mit Handicap den Sport unabhängig von der Art ihrer individuellen Einschränkung ausüben können.

Jeder kann Badminton spielen

Sie können in drei verschiedenen Disziplinen antreten: im Rollstuhl, im Stehen und im Sitzen. Jede Disziplin verfügt über eigene Regelungen. Eine besondere Variante ist zudem das sogenannte Integra-Badminton, bei dem ein Nicht-Behinderter mit einem Rollstuhlfahrer im Doppel spielt.

Anpassung der Spielfeldgröße und der Netzhöhe

Die Größe des Spielfeldes beträgt beim herkömmlichen Badminton 13,40 Meter in der Länge und 6,10 Meter in der Breite. In den Disziplinen des Para-Badmintons findet eine Begrenzung durch die äußere und mittlere Seitenlinie statt - es wird lediglich auf halbem Doppelfeld gespielt. Während es beim Rollstuhl-Badminton das Vorderfeld ist, das wegfällt, darf beim Sitz-Badminton grundsätzlich nur auf dem Midcourt gespielt werden.

Es wird also auch das Hinterfeld ausgelassen. Für die Doppeldisziplin wiederum wird das Spielfeld in seiner gesamten Breite genutzt. Angepasst ist auch die Höhe des Netzes: Diese unterscheidet sich von Disziplin zu Disziplin. Beim Stand-Badminton liegt sie bei 1,55 m und ist damit identisch mit der regulären Netzhöhe für Nicht-Behinderte. Beim Sitz-Badminton hingegen darf das Netz lediglich 1,20 m hoch sein. Für Rollstuhl-Badminton gilt schließlich eine Höhe von 1,40 m.

Besonderheiten beim Aufschlag

Vor der Eröffnung des Ballwechsels dürfen die Sportler sowohl beim Stand- als auch beim Rollstuhl-Badminton nur eine Position einnehmen. Demnach ist es weder dem Aufschläger noch dem Rückschläger erlaubt, sich fortzubewegen. Eine Bewegung der Räder des Rollstuhls ist dabei ebenso unzulässig wie ein Standortwechsel des Fußgängers. Für den Stand-Badmintonspieler gilt: Beim Aufschlag muss der Federball unterhalb der Hüfte getroffen werden. Anders sieht es beim Sitz- und Rollstuhl-Badminton aus - hier muss sich der gesamte Federball unterhalb der Achselhöhle befinden.

Die Bedeutung des Untergrundes

Optimale Bedingungen schafft nicht nur eine gute Ausrüstung, sondern auch der passende Untergrund: Auf verschiedenen Belägen können sich Menschen mit Handicap in Abhängigkeit von ihrer jeweiligen Einschränkung unterschiedlich gut bewegen. Während Fußgängern und Kleinwüchsigen das Spiel auf einem griffigen, gummiartigen Fußboden besonders leicht fällt, stellt ein Parkettboden die bestmögliche Fortbewegung für Rollstuhlfahren sicher.

 

Text: MyHandicap - 11/2013

Bild: crestock.com/A1B2

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