Exklusive Vorschau auf das neue RehaTreff Magazin

Das Coverbild der RehaTreff 4/2014, zeigt eine Frau im Rolli, die unter Wasser einen Salto dreht (Bild: RehaTreff)
Exklusiv aus dem aktuellen RehaTreff (Bild: RehaTreff)

Der RehaTreff ist eines der bekanntesten Magazine rund um das Leben mit Behinderung, mit einer Auflage von 22.000 Stück. Auf MyHandicap können Sie einen Artikel aus der soeben erschienenen Ausgabe 4/2014 lesen - zum Thema Reiseversicherungen für Behinderte.

Im Magazin RehaTreff findet sich zudem eine Reihe spannender Artikel wie etwa zur Künstlerin Sue Austin, Rückblick zur Rehacare 2014 und Handbiken (Inhaltsverzeichnis). Interessierte können das quartalsweise erscheinende Magazin für 18,00 Euro / Jahr abonnieren.

Hier erfahren Sie mehr über den rehaTreff und können sich ihr kostenloses Probeexemplar bestellen.

Reiseversicherungen für Behinderte

Eine Urlauberin sitzt am Sandstrand am Meer, dahinter steht ein Rollstuhl (Bild: Daniela Gobat
Reiseversicherungen sind auch für Menschen mit Behinderung empfehlenswert (Bild: Daniela Gobat)

Gut versichert in die schönsten Tage des Jahres - Für Menschen mit Behinderung ist das manchmal nur mit Einschränkungen möglich. Dennoch sind Reiseversicherungen unbedingt empfehlenswert.

Unfall, Krankheit oder Einbruch in die heimische Wohnung - Manchmal machen die Widrigkeiten des Lebens auch vor dem Urlaub nicht halt. Entgangene Urlaubsfreuden kann einem keiner ersetzen. Doch vor vielen finanziellen Folgen der großen und kleinen Urlaubskatastrophen schützen spezielle Versicherungen für die Reise. Die wichtigsten Versicherungen sind dabei eine Reise-Krankenversicherung und eine Reise-Rücktritt-Versicherung, am besten gekoppelt mit einer Reise-Abbruch-Versicherung. Die Reisekrankenversicherung bezahlt die ambulanten und stationären Behandlungskosten, wenn die versicherte Person plötzlich erkrankt oder verunglückt. Die wichtigste Leistung ist aber wohl der Rücktransport eines kranken oder verletzten Urlaubers nach Deutschland. Die Reise-Rücktritt- und Abbruch-Versicherung bezahlt dagegen die Kosten, wenn die Reise aus versichertem Grund abgebrochen werden muss oder gar nicht erst angetreten werden kann. Das kann eine schwere Erkrankung des Versicherten oder eines nahen Angehörigen sein, der Arbeitsplatzverlust, ein Brand in der heimischen Wohnung und vieles mehr.

Vorsicht: Ausschluss

Für Urlauber mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung kann allerdings eine wichtige Einschränkung gelten. Die Folgen von Behinderungen oder chronischen Krankheiten können vom Versicherungsschutz ausgenommen sein. Vor allem bei den Versicherungen für Krankheitskosten im Urlaub. Bevor Urlauber mit Behinderungen also eine Reiseversicherung abschließen, müssen sie sich wohl oder übel mit dem Kleingedruckten befassen. Denn liegt der Grund für eine Erkrankung im Urlaub in einer bereits vor Reiseantritt bestehenden Behinderung oder chronischen Krankheit, kann sich die Versicherung weigern, die Behandlungskosten zu bezahlen, wenn sie eine entsprechende Klausel in ihren Versicherungsbedingungen hat. Diese Auskunft erhielten wir bei der Telefonhotline der Hanse-Merkur. Demnach leistet Hanse-Merkur zum Beispiel auch nicht für die Behandlungskosten eines Rollifahrers, der sich beim Sturz aus dem Rollstuhl verletzt hat. Da der Unfall nach Meinung der Hanse-Merkur eine direkte Folge der Behinderung sei, würden die Behandlungskosten der Unfallverletzungen nicht übernommen.

Günstige Regelungen

Sehr viel kulanter sind die Regelungen in den Premium-Versicherungspaketen der Elvia (Allianz). Zwar gelten auch hier gewisse Einschränkungen. So werden beispielsweise Behandlungskosten nicht übernommen, wenn bereits bei Buchung der Reise feststand, dass die Behandlung bei planmäßiger Durchführung der Reise notwendig werden würde. Aber im Rahmen des Elvia "Jahres-Reise-Krankenschutz Plus" werden auch Kosten übernommen, wenn die versicherte Person zwar nicht definitiv wusste, aber doch damit rechnen konnte, dass eine medizinische Behandlung während des Urlaubs notwendig werden könnte, weil zum Beispiel die Medikamentation einer Grunderkrankung noch nicht richtig eingestellt ist.

Auch im Rahmen der Reise-Rücktritt-Versicherung bietet Elvia "behindertenfreundliche" Regelungen. Beim Elvia "Reiserücktritt FleX-Schutz" ist neben vielen klassischen Storno-Gründen etwa auch die unerwartete Verschlechterung einer bestehenden Krankheit oder Behinderung als Storno- oder Abbruchgrund mitversichert. Laut den Bedingungen von Elvia liegt eine "unerwartete schwere Erkrankung vor, wenn aus dem stabilen Zustand des Wohlbefindens und der Reisefähigkeit heraus konkrete Krankheitssymptome auftreten, die dem Reiseantritt entgegenstehen und Anlass zur Stornierung geben." Eine bestimmte zeitliche Frist, wie lange dieser "stabile Zustand des Wohlbefindens" gedauert haben muss, gibt es bei Elvia nicht.

Günstige Regelungen mit Befristung

Die ERV (Europäische Reiseversicherung, Ergo-Gruppe) und die URV (Union Reiseversicherung, Sparkassen-Verband) haben ebenfalls recht "behindertenfreundliche" Regelungen. Allerdings mit einer wichtigen zeitlichen Befristung. Bereits bestehende Erkrankungen oder Behinderungen sind nur im Versicherungsschutz eingeschlossen, wenn sie in den letzten sechs Monaten vor Buchung der Reise nicht ärztlich behandelt werden mussten. Wichtig: Reine Kontrolluntersuchungen innerhalb dieser sechs Monate sind allerdings nicht schädlich für den Versicherungsschutz. Urlauber, die nicht in Konflikt mit dieser Sechsmonatsfrist kommen, finden auch im weiteren gute Bedingungen. So teilt die URV zum Beispiel mit, dass selbstverständlich auch die Behandlungskosten eines Rollifahrers übernommen werden, der sich beim Sturz aus dem Rollstuhl verletzt hat. Denn für die URV "ist ein Sturz aus dem Rollstuhl ein neues unerwartetes Unfallereignis, für das ein normaler Leistungsanspruch entsteht."

Tipp - Reisefähigkeit bestätigen lassen

Mit ERV, URV und der Elvia (nur Premium-Pakete!) bieten drei renommierte Versicherungsunternehmen Policen an, die auch für den Fall leisten, dass sich ein vorhandener chronischer Zustand verschlechtert. Doch um im "Schadensfall" eine zügige Abwicklung mit der Reiseversicherung zu gewährleisten, kann es sinnvoll sein, sich die Reisefähigkeit noch vor Reisebuchung vom Arzt bescheinigen zu lassen. Aber selbst wenn eine ganz individuelle Krankheit oder Behinderung vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sein sollte, ist der Abschluss einer Reise-Kranken und einer Reise-Rücktritt-Versicherung unbedingt sinnvoll. Es gibt so viele Möglichkeiten, im Urlaub zu erkranken, den Urlaub abbrechen zu müssen, oder gar nicht erst antreten zu können, die mit der ausgeschlossenen Behinderung gar nichts zu tun haben und für die die Versicherung aufkommen muss.


Text: Dominik Peter und Lutz Kaulfuß / RehaTreff - 12/2014
Bild: Daniela Gobat


Gesetzliche Krankenkasse
Die Gesetzliche Krankenkasse (GKV) leistet für medizinische Behandlungen in Staaten, mit denen ein entsprechendes Sozialversicherungsabkommen besteht. Entsprechende Abkommen gibt es mit den EU-Staaten, Tunesien und - mit Einschränkungen - auch mit der Türkei. Der Versicherte muss sich allerdings vorher eine Anspruchsbescheinigung seiner deutschen GKV für das entsprechende Land besorgt haben. Dabei übernimmt die GKV auch die Behandlungskosten für chronische Erkrankungen oder Behinderungen, allerdings in der Regel nur bis zur Höhe der für Deutschland gültigen Regelsätze. Ganz gleich, ob chronisch oder nicht: In der Praxis bleiben (nur) gesetzlich Versicherte oft auf hohen Kosten sitzen, weil in vielen Urlaubsländern Deutsche grundsätzlich als Privatpatienten behandelt werden oder weil es am Urlaubsort nur Privatkliniken und -praxen gibt. Das größte Manko der GKV: Sie darf nicht für einen Krankenrücktransport aus dem Ausland bezahlen.
Hinweis: Viele GKVs empfehlen ihren Mitgliedern daher, für Auslandsreisen eine private Reise-Krankenversicherung abzuschließen.