Die richtige Krankenversicherung für Menschen mit Behinderung

Versichertenkarte
Die Krankenversicherung zählt zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Doch welches Modell eignet sich ver Menschen mit Handicap: gesetzlich oder privat?

Das Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung einen höheren medizinischen Grundbedarf haben ist bekannt.  Deshalb ist es wichtig, dass die anfallenden Kosten für Heil- und Hilfsmittel auch in einem größeren Umfang von der Krankenversicherung erstattet werden. Doch welche Versicherung ist geeignet: gesetzlich oder privat?

Der Vorteil einer privaten Krankenversicherung liegt in den oftmals besseren Leistungen. Das Problem dabei ist, dass die Beiträge anhand einer Risikokalkulation berechnet werden. Neben dem Alter des Versicherten spielt hier auch der Gesundheitszustand eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund wird vor dem Vertragsschluss immer eine Gesundheitsprüfung durchgeführt. Dabei wird sowohl der aktuelle Gesundheitszustand wie auch Vorerkrankungen berücksichtigt.

Bei Menschen mit Behinderung kommt es nicht selten vor, dass sie von der privaten Krankenversicherung abgelehnt werden. Sofern ein Vertrag möglich ist, muss zumindest mit Risikozuschlägen gerechnet werden. Unter Umständen bietet der Versicherer ausschließlich den Basistarif an, welcher im Vergleich zu den Top-Tarifen einen deutlich geringeren Schutz bietet. Der Basistarif entspricht im Wesentlichen dem Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung. Zu beachten ist auch, dass nicht jeder eine PKV abschließen kann.

Bei einer Behinderung ist es deshalb oftmals besser sich über die gesetzliche Krankenversicherung zu versichern. Für die gesetzlichen Krankenkassen gilt ein gesetzlicher vorgeschriebener Leistungskatalog, sodass die Unterschiede der einzelnen Anbieter eher gering ausfallen. Aufgrund einiger interessanter Zusatzleistungen ist ein Vergleich dennoch sinnvoll.

Beispiel für die Kostenübernahme der Kassen

Bei der GKV werden ausschließlich die im Leistungsverzeichnis aufgeführten Kosten übernommen. Wer beispielsweise ein teureres Hörgerät wünscht als im Hilfsmittelkatalog aufgeführt muss die Differenz aus eigener Tasche bezahlen. Die Verschreibung durch den Arzt ist keine Garantie, dass die kompletten Kosten übernommen werden.

Wer aufgrund einer Behinderung sein Haus bzw. Wohnung umbauen muss, kann sich hierzu an die gesetzliche Pflegeversicherung wenden. Diese übernimmt für den einmaligen Umbau Kosten von etwa 2.550 Euro. Da die Kostenübernahme nur einmalig erfolgt, sollten verschiedene Maßnahmen für einen behindertengerechten Umbau zusammengefasst werden. Zu beachten ist noch, dass es einen Eigenanteil von 10 Prozent gibt. Dieser beträgt maximal 50 Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens.

Stehen größere Umbauarbeiten an bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zinsgünstige Kredite an. Mit diesen lasse sich auch umfangreiche Veränderungen an den eigenen vier Wänden finanzieren.

Versicherungsschutz regelmäßig prüfen

Um die wichtigsten Lebens- und Kapitalrisiken abzusichern, sollte man seinen Versicherungsschutz regelmäßig überprüfen. Neben der Krankenversicherung zählt die Haftpflichtversicherung dabei zu den wichtigsten Policen. Sie kommt für Ansprüche Dritter auf, etwa wenn der Versicherte aus Unachtsamkeit das Eigentum eines anderen beschädigt hat. Die jährliche Versicherungsprämie ist jedoch nicht hoch, wie der Haftpflicht-Versicherungsvergleich zeigt. Wichtig: Schauen Sie sich die Versicherungsbedingungen genaue an und vergleichen Sie die Leistungen. Das gilt vor allem, wenn sie außergewöhnliche Hobbys betreiben, bei denen ein höheres Risiko besteht, das ein Schadensfall eintreten könnte.