Kinderinvaliditätsversicherung schließt Versorgungslücke

Das Foto zeigt einen Rettungshubschrauber.
Unfälle können schwerwiegende Beeinträchtigungen auslösen. Foto: pixabay.com

Die eigene Arbeitskraft abzusichern, gehört zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen, die Menschen treffen sollten. Doch schon lange bevor wir einen Beruf ergreifen, können Unfall- und Krankheit unserem Leben eine unvorhergesehene Wendung geben. Deshalb gibt es eine Invaliditätsversicherung bereits für Kinder. Doch ist das wirklich sinnvoll?

Spätestens mit dem Eintreten in das Berufsleben kümmern sich viele junge Erwachsene zum ersten Mal selbst um ihren Versicherungsschutz. Denn wenn die Ausbildung beendet oder eine bestimmte Altersgrenze erreicht ist, ist man nicht mehr bei den Eltern mitversichert. „Haftpflicht und Berufsunfähigkeit sollte man unbedingt versichern“, lautet dann ein oft erteilter Rat vom Fachmann. Was für Erwachsene absolut richtig ist, gilt indes bereits für Kinder. Denn auch sie können invalide werden – und sollten entsprechend abgesichert sein.

Invaliditätsversicherung speziell für Kinder

Versicherer wie die Basler Versicherungen bieten deshalb bereits eine Kinderinvaliditätsversicherung an. Die bezahlt eine monatliche Rente oder einen einmaligen Betrag, wenn Kinder eine Schwerbehinderung erleiden (GDB von mindestens 50). Damit soll ermöglicht werden, dass Familien das Leben der Kinder auch dann möglichst angenehm gestalten können, wenn sie durch Unfall oder Krankheit des Kindes hohe Zusatzkosten tragen müssen. Klingt vernünftig. Doch ist eine Invaliditätsversicherung für Kinder auch sinnvoll?

Schutz nicht nur bei Unfällen – sondern auch bei Krankheit

Wer über die Risiken nachdenkt, denen Kinder ausgesetzt sind, denkt an Fahrradunfälle, den Sturz von der Treppe, einen gebrochenen Arm beim Fußball oder die Platzwunde beim Skaten. Tatsächlich sind es nicht nur Unfälle, die schwerwiegende Beeinträchtigungen bei Kindern auslösen. Viel häufiger sind Kinder von Krankheiten betroffen, die schwerwiegende Folgen für das weitere Leben haben können. Und hier greift weder die gesetzliche Unfallversicherung, noch sonst eine Versorgungsleistung. Außer eben der Invaliditätsversicherung.

Monatliche Rente – bei Bedarf ein Leben lang

Die Kinderinvaliditätsversicherung ist speziell dafür konzipiert, Kinder zwischen der sechsten Lebenswoche und dem 24. Lebensjahr abzusichern. Je nach Vereinbarung erhalten diese monatlich zwischen 200 und 1.500 Euro, sobald eine schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigung eintritt, die zu einem Grad der Behinderung von mindestens 50 führt. Die Schwerbehinderteneigenschaft tritt in der Regel dann ein, wenn von einer dauerhaften Beeinträchtigung auszugehen ist. Der Kriterien werden von der zuständigen Behörde geprüft – in der Regel dem Versorgungsamt oder dem Amt für Familie und Soziales. Damit erfolgt die Kontrolle also nicht vom Versicherer sondern von einer unabhängigen Institution.  

Versicherungen vergleichen lohnt sich

Wie bei allen Versicherungen sollten Sie auch bei der Kinderinvaliditätsversicherung verschiedene Anbieter vergleichen und einen Blick ins Kleingedruckte werfen. So bieten manchen Versicherer, wie etwa Basler neben der Einmalzahlung oder monatlichen Rente für Betroffene weitere Leistungen an, die den Schutz der Kinder erhöhen. Dazu zählen:

  • Bergungskosten
  • Kosmetische Operationen
  • Sofortleistung bei Schwerverletzungen
  • Mehrkosten für ein Einzelzimmer
  • Kurkostenbeihilfe
  • KiTa-Geld
  • Schulausfallgeld, gestaffelt ab dem 20. Fehltag bis zu einem Jahr

Ob und in welcher Höhe die einzelnen Kosten übernommen werden, hängt von der Versicherung und dem gewählten Tarif ab. Daher lohnt es sich, Angebote zu vergleichen und auf das Urteil unabhängiger Tester zu achten. Eines allerdings ist klar: die Absicherung für den Unfall- und Krankheitsfall kann nicht früh genug beginnen.

Text: Philipp Jauch – 08/2016