Ablehnung der Berufsunfähigkeitsversicherung bei Behinderten möglich

Ein Pfeil zeigt nach recht mit der Aufschrift Health und ein Pfeil zeigt nach links mit der Aufschrift Illness (Bild: geralt /pixabay.com)
Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung trennen sich oftmals die Wege (Bild: geralt /pixabay.com)

Das Abschließen einer Berufsunfähigkeits-versicherung ist in vielen Fällen äußerst sinnvoll. Denn es kann Arbeitnehmern schnell passieren, dass sie im Zuge einer Erkrankung oder aber durch einen Unfall berufsunfähig werden und dadurch in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Daher ist eine solche Absicherung und private Vorsorge enorm wichtig, ganz gleich ob der Versicherungsnehmer gesund, bereits erkrankt oder aber behindert ist. Im Falle einer diagnostizierten körperlichen oder geistigen Behinderung besteht sogar ein gesetzlicher Anspruch auf eine BU-Versicherung, so dass der Versicherer einen behinderten Menschen in aller Regel nicht ablehnen darf. Doch auch hier gibt es Ausnahmen: In seltenen Fällen darf das Versicherungsinstitut einen entsprechenden Antrag auch bei Menschen mit einem Handicap ablehnen, sofern dies nicht mit einer Diskriminierung zusammenhängt.

Berufsunfähigkeit - Der Behinderungsgrad ist unbedeutend

Der Grad einer Behinderung und die Berufsunfähigkeit stehen laut etlichen bundesdeutschen Gerichtsurteilen nicht im direkten Zusammenhang. Das heißt, jemand mit einer Behinderung wird nicht automatisch als berufsunfähig eingestuft. Folgerichtig heißt das auch, dass eine Person, die zu fünfzig Prozent schwerbehindert ist, nicht im selben Zug auch zu 50 Prozent berufsunfähig ist. Jeder Fall wird demnach individuell und unabhängig vom festgestellten Behinderungsgrad bewertet und in den jeweiligen Versicherungsstatus eingestuft.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu einer privaten Versicherung und greift dann, wenn eine Person aufgrund einer Krankheit oder einer Behinderung nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben. In einem solchen Fall wird dann seitens der Versicherung ein finanzieller Ausgleich geschaffen, allerdings fällt dieser Finanzausgleich in den meisten Fällen deutlich geringer aus als die bisherige Entlohnung durch den Arbeitgeber.

Ohne Gesundheitsprüfung geht nichts

Für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Gesundheitsprüfung durch ärztliche Atteste und Untersuchungen in aller Regel verpflichtend, denn nur so kann ein Versicherer abschätzen, auf welcher Grundlage die Beiträge berechnet werden können. Während für Versicherungsnehmer eine solche Gesundheitsprüfung verpflichtend ist, müssen sich aber auch die Versicherer an einige Konventionen und Richtlinien halten. So dürfen laut dem Gesetzgeber Versicherungsgesellschaften nicht einfach nach Belieben und völlig grundlos Antragsteller ablehnen. Dennoch gibt es auch hier Ausnahmefälle, die eine Ablehnung rechtfertigen. Denn ein deutsches Gericht hat entschieden, dass Versicherer, die in Einzelfällen den Antrag eines Schwerbehinderten auf Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ablehnen, nicht gegen gesetzliche Diskriminierungsverbote von behinderten Menschen verstoßen. Sicherlich ist es keine angenehme Erfahrung, als Antragsteller bei einem Versicherungsunternehmen als Kunde abgelehnt zu werden. Jedoch sollte dieser Umstand nicht als persönliche Kränkung aufgefasst werden, da es jeden Menschen treffen kann und auch von den jeweiligen Anforderungen an die Gesundheitsprüfungen und entsprechenden Policen abhängig ist.

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