Pauschbeträge gelten immer für das ganze Jahr

Eine Pflegestufe bringt einen weiteren Freibetrag von 924 Euro jährlich mit sich (nexabixle/pixelio.de)
Auch bei einem Grad der Behinderung von 70 können viele Nachteilsausgleiche in Anspruch genommen werden (nexabixle/pixelio.de)

Bei den Pauschbeträgen gilt folgendes: Der Anspruch auf diese erstreckt sich selbst auf das ganze Jahr, wenn er im Laufe des Jahres geltend gemacht wurde. Wird rückwirkend die Behinderung festgestellt oder der GdB erhöht, können zuviel gezahlte Steuern erstattet werden – man muss aber dafür einen Antrag beim Finanzamt stellen.

Eine weitere Vergünstigung ist die Entfernungspauschale. Behinderte Arbeitnehmer mit einem GdB von mindestens 70 (oder mit einem GdB von mindestens 50 bei einer ausgewiesenen Gehbehinderung) können zusätzlich für ihren Arbeitsweg 0,30 Euro je Kilometer als so genannte Werbekosten absetzen lassen – bis zu maximal 15.000 Kilometern im Jahr. Auch private Fahrten bis zu 3.000 km / Jahr können ab einem GdB von 80 (70 mit dem Merkzeichen G) steuerlich abgesetzt werden. Hat man jedoch eine der Merkzeichen H, Bl oder aG, erhöht sich die Obergrenze auf 15.000 Kilometern.

Wertmarke oder Steuerermäßigung

Behinderten Kfz-Inhabern steht zudem die Möglichkeit zu, sich komplett von der Kraftfahrzeugssteuer zu befreien. Voraussetzung ist eines der Merkzeichen H, Bl oder aG im Schwerbehindertenausweis. Hörgeschädigte und im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigte Menschen haben die Wahl zwischen einer Wertmarke (72 Euro / Jahr, berechtigt bundesweit zu Freifahrten im öffentlichen Personennahverkehr sowie bei regionalen Verbundnetzen) und einer Halbierung der Kfz-Steuer.

Ist eine „Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel“ (also mit dem Merkzeichen B) gegeben, können Betroffene im öffentlichen Personennahverkehr sowie bei der Bahn übrigens stets eine Begleitperson kostenlos mitnehmen.

Hilfreiche Infos von den Landesregierungen

Zwar kein richtiger Steuertipp, aber dennoch interessant ist die Ermäßigung der GEZ-Gebühren. Mit dem Merkzeichen RF im Schwerbehindertenausweis müssen behinderte Menschen statt der 17,98 Euro lediglich den reduzierten Rundfunkbeitrag in Höhe von 5,99 Euro. Allerdings ist dieser Antrag zeitlich befristet und muss immer wieder rechtzeitig gestellt werden.

Viele Landesregierungen stellen Broschüren rund um dieses Thema in Papierform oder im PDF-Format aus: Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen oder Thüringen zum Beispiel. Wenn Sie jedoch sichergehen wollen, alle Möglichkeiten zu erschöpfen, wenden Sie sich am besten an den Steuerberater Ihres Vertrauens. Schließlich gibt es noch eine Vielzahl von Steuern mit behindertenspezifischen Regelungen wie beispielsweise bei der Hunde- oder der Umsatzsteuer.

 

Text: Thomas Mitterhuber

Quellen: Thorsten Staubach, Broschüren

Fotos: pixelio.de

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