Steuervorteile für Behinderte in 2015

Neben der körperlichen Beeinträchtigung durch eine Behinderung müssen Betroffene häufig auch große finanzielle Belastungen in Kauf nehmen. Ihnen steht daher ein finanzieller Nachteilsausgleich zu, wie verschiedene Steuervorteile. Leider wissen viel zu wenige Menschen, was Ihnen zusteht und an wen sie sich wenden können.

Außer einem Erlass oder einer Minderung der Kfz-Steuer können Behinderte außergewöhnliche Belastungen, wie den Mehraufwand für Pflege und eine Pauschale geltend machen. Das Jahr 2015 bringt vermutlich nur eine Änderung gegenüber dem Vorjahr. Der sogenannte Grundfreibetrag für die Versorgung eines Kindes soll von 8.354 Euro auf 8.472 Euro steigen.

Anspruchsgrundlage auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag im Jahr 2015 im Auge behalten

Eltern eines behinderten Kindes haben unter Umständen ein Recht den Kinderfreibetrag von der Steuer abzusetzen beziehungsweise auf Kindergeld. Ihnen steht diese Vergünstigung nur zu, wenn das Kind seinen Lebensbedarf nicht aus eigenen Mitteln bestreiten kann. Der Lebensbedarf errechnet sich aus dem Grundfreibetrag und dem behinderungsbedingten Mehrbedarf. Kann das Kind diesen nicht aus eigenen finanziellen Mitteln bestreiten, haben Eltern Anspruch auf den Freibetrag oder Kindergeld. Obwohl die Erhöhung des Grundfreibetrags um 118 Euro nur gering ist, kann diese dazu führen, dass eine Anspruchsgrundlage entsteht. Wer ein behindertes Kind hat, sollte dies prüfen, sobald die Erhöhung wirksam wird.

Pauschalbetrag oder Mehraufwand absetzen

Laut § 33b EStG steht behinderten Menschen ein Steuerfreibetrag zu, der den Mehraufwand für Pflege, einen erhöhten Bedarf für Wäsche und Ähnliches abdeckt. Die Höhe der Pauschalen hängen vom Grad der Behinderung ab. Die Pauschale wird für einen pflegebedingten Mehraufwand gewährt. Kosten, die nicht unmittelbar zur Pflege gehören, wie Fahrtkosten, lassen sich zusätzlich absetzen. Ebenso lassen sich zusätzlich Kosten für Baumaßnahmen absetzen oder für eine Haushaltshilfe. Statt der Pauschale können die konkreten Kosten nach § 33 EStG abgesetzt werden. Wichtig in einem Jahr kann man sich nur einmal zwischen den beiden Möglichkeiten entscheiden. Vor der Entscheidung sollte sich der Steuerpflichtige einen Überblick verschaffen, wie hoch die tatsächlichen nachweisbaren Aufwendungen sind und sich nicht aus Bequemlichkeit für die Pauschale entscheiden. Zu bedenken ist, dass die Ausgaben einzeln zu belegen sind, und glaubhaft dargestellt werden müssen. Außerdem müssen Steuerpflichtige sich eine "zumutbare Eigenbelastung" anrechnen lassen.

Vergünstigungen bei der Kraftfahrzeugsteuer

Viele Angehörige wissen nicht, dass es möglich ist, ein Auto auf einen Behinderten zuzulassen und auf diese Art Steuern zu sparen. Voraussetzung ist, dass dieses Fahrzeug ausschließlich für Fahrten, die dem Transport des Behinderten oder dessen Haushaltsführung dienen, genutzt wird. Laut § 3a KraftStG sind Schwerbehinderte mit einem amtlichen Ausweis mit dem Merkzeichen "H", "BI" oder "aG" von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Hat er nach § 145 Abs. 1 Satz 1 Anspruch auf eine unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personenverkehr und nimmt diese nicht in Anspruch, reduziert sich die Kraftfahrzeugsteuer auf 50 %.

Wenig bekannte Steuervorteile

Der Taschenguide "Schwerbehinderung" weist auf weitere Steuererleichterungen hin. Viele Behinderte sind weder pflegebedürftig noch außerstande selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Gerade dieser Personenkreis vergisst häufig, die ihnen zustehenden Steuervorteile. Wer mit dem eigenen Auto zur Arbeit fährt, kann als Behinderter je nach Art und Grad der Behinderung die tatsächlichen Kosten der Fahrt geltend machen, nicht nur eine Pauschale von 30 Cent je Entfernungskilometer. Muss er aufgrund seines Handicaps von einer anderen Person gefahren werden, darf er auch die Leerfahrten von der Steuer absetzen. In der Anlage N geben Steuerpflichtige alle Ausgaben für Arbeitsmittel an, um diese von der Steuer abzusetzen. Behinderte haben oft untypische Aufwendungen, wie eine große Computertastatur und denken nicht daran, die Kosten anzugeben.
 

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