Kein Umtauschzwang beim Schwerbehindertenausweis

Schwerbehindertenausweis im Scheckkartenformat (Rückseite) (Quelle: BMAS)
Trotz der Vorteile des neuen Schwerbehindertenausweises im Scheckkartenformat besteht kein Umtauschzwang.

Mit der Einführung der neuen Schwerbehindertenausweise im Scheckkartenformat behalten die alten Ausweise ihre Gültigkeit. Einen Umtauschzwang gibt es nicht. Allerdings kann man den alten Schwerbehindertenausweis nicht mehr verlängern oder ändern lassen.

Wenn sich beispielsweise der Grad der Behinderung ändert, wird das nicht mehr auf dem Schwerbehindertenausweis vermerkt, sondern es wird ein neuer Ausweis ausgestellt. Verliert der Ausweis seine Gültigkeit, wird ebenfalls ein neuer ausgestellt.

Auch Feststellungsvermerke, dass eine Behinderung oder ein bestimmter Grad der Behinderung bereits zu einem früheren Zeitpunkt vorgelegen haben, werden in dem neuen Schwerbehindertenausweis nicht mehr vermerkt. Deshalb müssen Betroffene bei Bedarf die Feststellungsbescheide als Nachweis vorzeigen.

Ab wann der Schwerbehindertenausweis als Plastikkarte erhältlich ist, kann jedes Bundesland selbst bestimmen. Die Einführung beginnt am 1. Januar 2013 und muss bis spätestens 1. Januar 2015 abgeschlossen sein.

Die Inhaber eines Schwerbehindertenausweises werden von der zuständigen Behörde schriftlich darüber informiert, ab wann das neue Dokument erhältlich ist und können dann einen Antrag auf Umtausch beziehungsweise Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises im Scheckkartenformat stellen.

Beiblatt zum Schwerbehindertenausweis wird kleiner

Um kostenlos im öffentlichen Nahverkehr befördert zu werden, benötigen behinderte Menschen zusätzlich zum Schwerbehindertenausweis ein Beiblatt mit gültiger Wertmarke. Dieser Nachweis wird zukünftig ebenfalls auf Scheckkartengröße verkleinert. Allerdings wird das Beiblatt auch weiterhin aus Papier sein, da es maximal ein Jahr gültig ist und nicht verlängert werden kann.

Der schwerbehinderte Mensch erhält nach Ablauf ein neues Beiblatt, wenn er die Gebühren, den Eigenanteil an der Beförderung, bezahlt. Damit das Beiblatt nicht so leicht gefälscht werden kann, erhält es künftig ein bundeseinheitliches Hologramm.

 

Text: Philipp Jauch - 06/2012

Fotos: BMAS

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