Kirchen & Wohlfahrtsverbände helfen behinderten Menschen

Neben den zahlreichen Stiftungen, unterstützen auch die sechs großen deutschen Wohlfahrtsverbände und die Kirchen in vielen Bereichen Menschen mit Behinderung, die in Not sind.

Caritas, Diakonie, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden, Rotes Kreuz, Arbeiterwohlfahrt und Parität sind die sechs in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAG) vereinigten Verbände, die nach dem Bundessozialhilfe- und dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) eine privilegierte Stellung einnehmen.

Drei Viertel der sozialen Dienstleistungen in Deutschland werden von ihnen betrieben, insbesondere gilt dies für Kindergärten, ambulante Dienste, Alten- und Pflegeheime und Krankenhäuser.

Neben den zahlreichen Frühförderstellen, Werkstätten, Berufsbildungswerken, Wohnheimen und vielen anderen Hilfsangeboten für Menschen mit Behinderung, helfen die Wohlfahrtsverbände in manchen Fällen auch ganz schnell und unbürokratisch, wenn einzelne Personen in Not geraten.

Die Wohlfahrtsverbände sind dezentral aufgebaut. Die wesentlichen Entscheidungsebenen sind die lokalen und regionalen Organisationen (Landesverbände, Landeskirchen, Bistümer usw.).

Caritas, Diakonie & BeB

Die Caritas kann Menschen mit Behinderung, die in Not geraten sind, zwar nicht finanziell unterstützen, die zahlreichen Caritas-Verbände vor Ort können aber auf Stiftungen verweisen, die in der Region helfen.

Viele Caritas-Standorte haben auch Möbellager und Kleiderkammern für Bedürftige. In manchen Städten betreibt die Caritas sogenannte Tafeln, die kostenlos warme Mahlzeiten und Lebensmittel an Notleidende ausgeben.

Das Gleiche gilt für die Diakonie: Auch sie springt in Notsituationen ein und betreibt Kleiderkammern und Tafeln.

Die evangelischen Einrichtungen, Initiativen und Dienste, die sich um die Belange der Menschen mit Behinderung kümmern, haben sich im Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB) zusammengeschlossen. Sie bieten Hilfen für Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung, psychischer Erkrankung und/oder seelischer Behinderung an. Angebotsformen sind sowohl ambulant wie auch teilstationär oder stationär ausgeprägt.

Das Deutsche Rote Kreuz

Das Deutsche Rote Kreuz betreibt über 800 Kleiderkammern und versorgt annähernd zwei Millionen Menschen bundesweit mit gut erhaltener Kleidung, Schuhen und anderen lebensnotwendigen Dingen.

Pro Jahr werden ungefähr zwölf Millionen Kleidungsstücke an Bedürftige kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr abgegeben. Das Rote Kreuz verwendet hierzu hauptsächlich Kleiderspenden der Bevölkerung, manchmal auch Überproduktionen oder leicht fehlerhafte Artikel der Industrie.

Das Rote Kreuz betreibt auch einen Behindertenfahrdienst, mit dem es Menschen mit einer vorübergehenden oder dauerhaften Behinderung die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erleichtern will.

Darüber hinaus verleiht das Rote Kreuz Hilfsmittel, wie zum Beispiel Faltfahrstühle, Toilettenstühle, Badewannensitze und viele mehr.

Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband

Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV) ist ein Dachverband ideell und organisatorisch sehr heterogener und autonomer Einzelverbände und -gruppen. In ihm sind unter anderem der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland, der Arbeiter-Samariter-Bund, der Bund zur Förderung Sehbehinderter Bundesverband und der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter vertreten.

Auch der Bundesverband Deutsche Tafel ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband. In ihm sind fast 800 Tafeln vertreten, die von der Caritas, der Diakonie, dem Roten Kreuz, dem Rotary Club und anderen Initiatoren betrieben werden. Das Ziel der Tafeln ist es, dass alle qualitativ einwandfreien Nahrungsmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, an Bedürftige verteilt werden.

Die Arbeiterwohlfahrt

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist ein dezentral organisierter demokratischer Verband. Sie betreibt neben Wohnheimen und Einrichtungen für Betreutes Wohnen auch Tagesstätten, Kindergärten, Beratungsstellen und vieles mehr. Außerdem bietet die AWO Fahrdienste an, die auch Menschen mit Behinderung in Anspruch nehmen können.

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland

Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWSt) lehnt sich an die Jüdischen Gemeinden an und spielt eine wichtige Rolle für die neuen Einwanderer aus Russland und der Ukraine. Nach einer groß angelegten Umfrage bei jüdischen Menschen mit Behinderung versucht sie seit vier Jahren speziell auf die Bedürfnisse der Betroffenen einzugehen. Sie unterstützt die Gründung regionaler Selbsthilfegruppen, in denen auch Freizeitaktivitäten oder das gemeinsame Feiern jüdischer Festtage angeboten werden.

Texte: Anne Kleinknecht
Quellen: Josef Schmid – Bundeszentrale für Politische Bildung,
Bundesverband Deutscher Stiftungen

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