Der Plattformlift: Mobilität in Ihrem Zuhause

Ein Plattformlift am unteren Ende einer Treppe (Bild: sani-trans)
Der Plattformlift nimmt Passagier samt Rollstuhl in ansonsten unerreichbare Stockwerke mit. (Bild: sani-trans)

Auch als Rollstuhl-Schrägaufzüge bekannt, verhelfen Plattformlifte Rollstuhlnutzern, Treppen zu überwinden.

Selbst die eigenen vier Wände werden zu einem Problem für Rollstuhlfahrer, wenn das Zuhause über mehrere Stockwerke, jedoch über keinen Aufzug verfügt. Mit einem Plattformlift jedoch ermöglicht sich behindertengerechtes Wohnen. Denn dadurch kann sogar der Rollstuhl über Etagen hinweg mitgenommen werden.

Während der Treppenlift sich im Grunde an Menschen mit einer Restgehfähigkeit - wie beispielsweise Senioren, gehbehinderte Menschen oder an Multiple Sklerose oder Parkinson erkrankte Betroffene - richtet, eignen sich Plattformlifte eher für Rollstuhlfahrer.

Denn weil Rollstuhl beziehungsweise Rollator mitgenommen werden können, muss nicht auf jedem Stockwerk ein Hilfsmittel zur Gehunterstützung zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund ist die Tragekapazität von Plattformliften auch wesentlich höher als bei Treppenliften: In der Regel können 300 Kilogramm oder mehr transportiert werden.

Plattformlifte für praktisch jede Treppe

Im Grunde ist der Plattformlift wie eine klassische Hebebühne aufgebaut, mit dem wesentlichen Unterschied, dass die Plattform nicht vertikal nach oben befördert wird, sondern schräg-diagonal. Denn wie beim Treppenlift verläuft die Führungsschiene die Stufen einer Treppe entlang.

Selbst enge oder verwinkelte Treppen können mit einem Plattformlift bestückt werden. Außerdem kann die Plattform bei Nichtnutzung hochgeklappt werden, so dass die Treppe auch von Fußgängern problemlos begangen werden kann.

Ein häufiger Einsatzbereich von Plattformliften sind Außentreppen. Weil - im Gegensatz zum Treppenlift - das Sitzelement fehlt (der Rollstuhl wird ja mitgenommen), sind Plattformlifte wetterbeständig und werden oft an mehrstufigen Hauszugängen oder Treppen zur Terrasse oder zum Garten eingesetzt.

Ein Plattformlift an einer Außentreppe (Foto: sani-trans)
Nicht selten werden Plattformlifte aufgrund ihrer Wetterbeständigkeit im Außenbereich eingesetzt. (Foto: sani-trans)

Mit Sicherheit über Stufen hinweg

Plattformlifte sind sichere Hilfen. Der Hebebügel, der in Brusthöhe des Rollstuhlnutzers eingerastet wird, dient erstens als Haltemöglichkeit für den Passagier und zweitens kann der Lift gar nicht gestartet werden, wenn der Bügel nicht eingefahren ist. Bodenklappen an den jeweiligen Enden der Plattform sorgen zudem für einen Wegrollschutz sowie erleichtern den Übertritt am jeweiligen Stockwerk.

Diese und weitere Schutzmechanismen wie etwa ein Notstromsystem oder Sensoren, die den Plattformlift zum Stoppen bringen, sobald ein Gegenstand auf der Treppe erfasst wird, machen das "Treppensteigen" zu einem sicheren Erlebnis.

Neu oder gebraucht: Plattformlift erwerben

Der Kauf eines Plattformlifts will gut beraten sein. Lassen Sie sich am besten Angebote von mehreren Herstellern einholen. Viele Unternehmen schicken gerne unverbindlich einen Berater zu Ihnen nach Hause. Einige bieten sogar einen gemeinsamen Besuch bei einem Plattformliftnutzer, zur Veranschaulichung.

Die Preisspanne beim Plattformlift ist groß - beginnt sie bei einigen tausend Euro und endet bei rund 20.000 Euro. Die Kosten hängen jedoch stark von der Treppenbebauung und von der Qualität des Plattformlifts ab. Daher ist ein Gebrauchtkauf eine Option. Manche Anbieter haben generalüberholte Plattformlifte aus zweiter Hand im Angebot.

Verschiedene Kostenträger für Plattformlifte

Der Plattformlift kann auch im Rahmen der beruflichen Integration übernommen, wenn dadurch die Teilhabe am Arbeitsleben gewährleistet wird. Kostenträger wären hier dann die Arbeitsagentur beziehungsweise das Integrationsamt. Hat man allerdings mehr als fünf Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt, ist diese der Ansprechpartner.

Wenn Sie in einer Pflegestufe sind, kann die Pflegeversicherung auch einen Plattformlift bezuschussen und zwar als so genannte wohnumfeldverbessernde Maßnahme, bis zu einer Höhe von maximal 4.000 Euro.


Text: Thomas Mitterhuber - 01/2013
Fotos: sani-trans

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