Private Pflegeversicherung

Geldscheine (bbroianigo/pixelio.de)
Der Höchstsatz für Privatversicherte ist gesetzlich festgelegt (bbroianigo/pixelio.de)

Bei der Einführung der Pflegeversicherung legte der Gesetzgeber erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Richtlinien vor, die nahezu alle Einwohner umfassen. Kunden privater Krankenversicherungen sind demnach verpflichtet, eine private Pflegeversicherung abzuschließen.

Anders als bei der privaten Krankenversicherung, in der die jeweiligen Anbieter die Beitragssätze ausschließlich nach wirtschaftlichen Grundsätzen bemessen, gelten für die private Pflegeversicherung staatlicherseits festgelegte Höchstgrenzen.

Die Höhe der Prämien richtet sich nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem Lebensalter sowie dem gesundheitlichen Zustand beim Eintritt in die Versicherung. Je älter ein Kunde ist, desto größer wird der monatliche Betrag sein, den er an die Versicherung abzuführen hat. Der darf allerdings nicht höher sein als der maximale Beitrag, den ein Pflichtversicherter zu zahlen hätte.

Dies sind nach der Reform der Pflegeversicherung zum 1. Juli 2008 monatlich maximal 70,20 Euro. Bei Arbeitnehmern zahlt der Arbeitgeber einen Anteil zur Pflegeversicherung, so, wie er es auch bei gesetzlich Versicherten tun muss. Privat Versicherte mit Anspruch auf Beihilfe (z.B. Beamte) zahlen damit monatlich höchstens 35,10 Euro Beitrag, also die Hälfte.

Private Familienversicherung

Grundsätzlich sind Kinder in der privaten Pflegeversicherung bis zum 23. Lebensjahr beitragsfrei mitversichert. Dies gilt, wenn sie nicht berufstätig sind. Kinder, die aufgrund einer Behinderung nicht in der Lage sind, selbständig für ihren Lebensunterhalt zu sorgen, bleiben ohne Altersgrenze vom Beitrag freigestellt. Während der schulischen oder beruflichen Ausbildung ist die Beitragsfreiheit mindestens bis zum 25. Lebensjahr ausgedehnt. Diese Zeiträume verlängern sich jeweils um die Dauer von Bundeswehr- oder Zivildienst.

Studenten, die beitragspflichtig versichert sind, zahlen bis zum 35. Geburtstag einen verringerten Beitrag von monatlich 16,10 Euro (Stand 2008).

Feststellung der Pflegebedürftigkeit

Um das Maß der Pflegebedürftigkeit ihrer Versicherten einschätzen zu können, beauftragen die privaten Krankenversicherer die Gesellschaft für medizinische Gutachten „Medicproof“. Die Gutachter gehen nach denselben Regeln vor wie ihre Kollegen von den gesetzlichen Krankenkassen.

Sie besuchen den Pflegebedürftigen in seiner Wohnung und legen ein standardisiertes Raster zur Einordnung in die gesetzlich definierten Pflegestufen an. Bei diesem Besuch ist die Anwesenheit einer pflegenden Person (entweder Angehörige oder professionelle Dienstleister) notwendig.

Ausnahmen von der Versicherungspflicht

Von der Pflicht zur Versicherung sind Menschen ausgenommen, die

  • Auf Dauer in einer stationären Pflegeeinrichtung betreut werden (der Versicherungsschutz für Angehörige ist jedoch zu gewährleisten)
  • Sich überwiegend im Ausland aufhalten
  • Freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse müssen sich nicht der gesetzlichen Pflegeversicherung anschließen, sondern können einen gleichwertigen Vertrag bei einem privaten Versicherer unterzeichnen. Darüber ist der Krankenkasse ein Nachweis vorzulegen.

Text: Bernd Hein, Foto: www.pixelio.de
Quelle: Verband der privaten Krankenversicherung e.V.
www.pkv.de

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