3. Jugendcamp des BMAB vom 25. Juli bis 2. August 2017 (Kopie 1)

Montag, 3. April 2017
Ein Junge mit einer Beinprothese steht mit Helm und Klettergeschirr auf einer Hängebrücke zwischen Baumwipfeln.

Spaß und Abenteuer für Kinder und Jugendliche mit Amputation

Nach den sehr positiven Rückmeldungen aus den beiden Vorjahren lädt der Bundesverband für Menschen mit Arm- oder Beinamputation (BMAB e.V.) zu seinem nunmehr 3. Jugendcamp für 9- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche mit Amputation und Gliedmaßenfehlbildungen (Dysmelie) für die Zeit vom 25. Juli bis zum 2. August 2017 in die niedersächsische Gemeinde Wedemark ein.

Ein umfangreiches Programm erwartet die Kinder und Jugendlichen auch diesmal, die wieder in Blockhütten des bewährten CVJM-Freizeit- und Begegnungszentrum Abbensen beherbergt werden.

„Wegen der auf 50 begrenzten Teilnehmerzahl sollten sich Interessierte baldmöglichst anmelden“, rät BMAB-Vizepräsident Detlef Sonnenberg, der auch das Jugendcamp 2017 mit seiner engagierten Familie federführend plant und organisiert. Die Anmeldeunterlagen für das kostenfreie Jugendcamp, für die die Eltern nur die Fahrtkosten zu den deutschlandweiten Sammelpunkten und 20 Euro Taschengeld aufbringen müssen, finden sie auf der Website www.ampucamp.de als Download oder fordern sie unter der Telefonnummer 089-4161740-0 beim BMAB an.

„Die Kinder und Jugendlichen werden auch beim Jugendcamp 2017 wieder Spaß und Freude in der Gemeinschaft erleben, was die gegenseitige Akzeptanz, Toleranz und Zusammenarbeit fördert, und ihre erstaunlichen Möglichkeiten trotz Behinderung kennenlernen“, nennt Detlef Sonnenberg die wesentlichen Ziele der Freizeit. Kleine Abenteuer wie das Klettern im Hochseilgarten, Paddeln im Kanu, Schwimmen, Tauchen, Reiten, Bogenschießen, testen von Sportprothesen und vieles mehr sieht das Programm für die jungen Campteilnehmer vor. Zu welchen Hochleistungen motivierte Menschen mit Handicap fähig sind, werden sie beim Sporttag mit dem Behinderten-Sportverband Niedersachsen entdecken. „Körperliche und sportliche Aktivitäten fördern nachweislich die Beweglichkeit, das Selbstwertgefühl und die Eigenwahrnehmung der jungen Menschen mit Handicap. Sie erleben, dass sie mehr bewegen können als sie zuvor gedacht haben“, sind sich die Jugendcamp-Organisatoren einig. Für die Eltern bietet der BMAB am Vortag der Abreise wieder das Abschlussgrillen und nach Absprache einen CVJM-Seminarraum an, um sich untereinander auszutauschen. Denn vielen fehlt erfahrungsgemäß im Alltag die Gelegenheit, sich mit anderen Eltern gehandicapter Kinder „auf Augenhöhe“ auszutauschen.

„Die Idee für dieses besondere Jugendcamp hat der BMAB übrigens im Sommer 2015 aus Amerika übernommen“, blickt Verbands-Präsident Dieter Jüptner zurück. Dort hat die Amputee Coalition (of America) schon seit Jahren erfolgreich ihr „Paddy Rossbach Youth Camp“ veranstaltet. Für sein deutsches Pendant konnte der BMAB auch 2017 den bekannten Humoristen und Arzt Dr. Eckhart von Hirschhausen als Schirmherrn gewinnen.

Zur Freude aller Verantwortlichen werden wieder zahlreiche lokal und überregional aktive Sponsoren aus Wirtschaft, Vereinen, Gesundheitswesen und Orthopädietechnik das Jugendcamp im kommenden Jahr unterstützen. Durch deren Engagement und den Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer aus dem gesamten Bundesgebiet, werden die kostenfreien Jugendcamps erst möglich.

Schon in diesem Jahr war das ehrenamtliche Betreuerteam ebenso wie die Kinder und Jugendlichen aus dem gesamten Bundesgebiet angereist. Zum Beispiel stand der renommierte Orthopädietechniker Andreas Rulitschka den jungen Leuten mit Material und Reparaturen zur Seite. Denn fast täglich bewiesen die Teilnehmer, dass ihr Wille stärker war als so manches Prothesen-Material. Herausforderungen zu ungewohnter Bewegung fanden sich bei besonderen Aktivitäten mehr als genug. So erwies sich das „Bubble Soccer“-Fußballspiel in diesem Jahr als das „Highlight“ im Programm der Camper. Bei diesem fordernden Spiel wurden metergroße Bälle mit Luft aufgepumpt und über den Körper gestülpt. Mit dieser „Knautschzone“ um sich rannten die Starter dann einem Fußball hinterher, stießen dabei alle Hindernisse um oder kamen selbst zu Fall. Ebenso spielerisch wie ihre Stärken, konnten die Kinder und Jugendlichen auch zahlreiche interessante Prothesen ganz nach ihren Vorlieben ausprobieren, die ihnen diverse namhafte Hersteller zur Verfügung stellten und individuell anpassten. In geballter Form derart viele Prothesen kennenzulernen und zu testen, wird den Jugendcampern 2017 auch wieder ermöglicht, verspricht der BMAB.