Fashion(dis)ability? - Inklusive Mode, Projekte und kulturanthropologische Reflexionen

Mittwoch, 8. März 2017
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Tagung an der TU Dortmund,
Seminar für Kulturanthropologie des Textilen (Fachbereich 16)


Tagungsort: Campus Treff (Campus Nord, Vogelpothsweg 120, 44221 Dortmund)
Tagungsleitung: Dr. Beate Schmuck
Assistenz und Koordination: Anna Lena Pickhardt (M.A.)
Anfahrt: www.bug-nrw.de/cms/upload/news/new_14/Esskultur_weg.pdf
Zeitraum: 11. bis 12. Juli 2017
Teilnahmegebühren: keine

Blickt man auf internationale Mode-Inszenierungen, so fällt eine Ästhetisierung körperlicher Behinderung auf. Bereits 1999 lief das beinamputierte Model Aimee Mullins mit geschnitzter Holzprothese in der Modenschau von Alexander McQueen. 2010 trat Mario Galla mit Beinprothese und kurzer Hose auf der Berliner Fashion Week für Michael Michalsky auf.
Prothesen scheinen sich von medizinischen Hilfsmitteln zu Schmuck-, Modeaccessoires zu wandeln. Olga Vainsthein spricht in der Zeitschrift Fashion Theory von einem Funktions- und Bedeutungswandel von rein funktionalen, technischen Prothesen zu „pro Aesthetics“ (Vainsthein 2012, Fashion Theory, Heft 2, S. 146). Diese sollen die Körpererscheinung ergänzen, dem Körper erweiterte Funktionsspielräume schaffen und die Identität der TrägerInnen spezifizieren. Sind dies bereits Indizien für eine vollzogene Inklusion innerhalb der Mode oder sind es Inszenierungen, die eine besondere mediale Aufmerksamkeit intendieren? – Spiegeln diese Inszenierungen reale Möglichkeiten modischer Partizipation von Alltagsakteuren mit körperlicher oder geistiger Behinderung wider oder liegen sie weit außerhalb?

Für die meisten Menschen in Industrienationen ist Mode ein integraler Bestandteil ihres Lebens. Sowohl bewusst als auch unbewusst kommunizieren wir durch unsere vestimentäre Selbstinszenierung vielfältige Botschaften über uns, repräsentieren kulturelle Bedeutungen für Kunst und materielle Kultur und markieren Zugehörigkeiten. Im Rahmen globalisierter Massenmärkte scheint modische Partizipation eine Selbstverständlichkeit zu sein. Obwohl Mode mit idealisierten Körper- und Genderbildern arbeitet und Konfektionen auf normierte Größensysteme bezogen sind, haben sich Nischenangebote etabliert. So gibt es beispielsweise Modeangebote für Über- und Untergewichtige, Hochgewachsene oder Schwangere. Gibt es solche Angebote auch für Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen? – Welche Anforderungen bestehen für adaptierte, modische Kleidung? – Wie sieht es mit spezifischen Modeangeboten für blinde oder stark sehbehinderte Menschen aus? – Wie gestaltet sich ihre modische Partizipation? – Wo ergeben sich Probleme? – Wo zeichnen sich Möglichkeiten ab, um individuelle modische Selbstinszenierung barrierefrei zu gestalten?

Diese Fragen fordern auf, stärker über Modepartizipation und Inklusion nachzudenken. Denn während Inklusion gesellschaftlich, politisch und wissenschaftlich intensiv diskutiert wird, werden Fragen modischer Partizipation bisher marginalisiert. Die Tagung „Fashion(dis)ability? – Inklusive Mode, Projekte und kulturanthropologische Reflexionen“ setzt an diesem Desiderat an und versucht Nischen der alternativen und parallel zum Modemassenmarkt verlaufenden Modepartizipation aufzuspüren und zu diskutieren. Dabei ist es zentral, Menschen mit Behinderung als inklusive Akteure einzubeziehen.

Das Tagungsprogramm steht ab Mai 2017 auf der Seite des Seminars für Kulturanthropologie des Textilen zur Verfügung.

Anmeldungen sind ab dem 2. Mai bis einschließlich 2. Juni 2017 möglich. Bitte melden Sie sich bei Fr. Anna Lena Pickhardt schriftlich unter folgender Kontaktadresse an: lena.pickhardt(at)gmail(dot)com. Bitte geben Sie bei Ihrer Anmeldung unbedingt an, ob Sie einen Dolmetscher oder andere Hilfspersonen oder -mittel bei der Tagung benötigen. Auch Hinweise zu Lebensmittelunverträglichkeiten sind für die Organisation der Verpflegung hilfreich.