Organspende bleibt freiwillig: Wie denkt die Community darüber?

Freitag, 17. Januar 2020

Etwa 9.500 Menschen stehen in Deutschland auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Die meisten von ihnen warten auf eine Spenderniere. 2018 gab es bundesweit 955 Organspenderinnen und Organspender. Um ihre Zahl zu erhöhen, hat der Bundestag in dieser Woche ein neues Gesetz beschlossen.

Sollen Menschen automatisch zu Organspendern werden, wenn sie sich nicht zu Lebzeiten dagegen aussprechen? Über diese Frage debattierte der Bundestag in dieser Woche. Während sich die einen – angeführt von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach – für diese sogenannte „Widerspruchslösung“ stark machten, plädierten andere dafür, die Freiwilligkeit bei der Organspende beizubehalten: Nur, wer sich aktiv zur Organspende bekennt, soll nach dem Tod zum Organspender werden.

Die Debatte im Bundestag war wichtig und richtig – denn sie versucht Klarheit zu bringen in eine Frage, die zu tun hat mit dem Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen auf der einen und dem Wusch zu leben auf der anderen Seite. Umfragen zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Deutschen der Organspende offen gegenüberstehen. Wahr ist aber auch, dass nur 39 Prozent der Bundesbürger ihre Entscheidung dokumentiert haben. Dabei ist es im Ernstfall gerade für die Angehörigen eine enorme Erleichterung zu wissen, wie der Verstorbene über das Thema Organspende gedacht hat. Denn nur dann kann im Sinne des Verstobenen gehandelt werden.

Bundestag entscheidet für „erweiterte Zustimmungslösung“

2018 wurden pro Spenderin oder Spender durchschnittlich 3,3 Organe entnommen und transplantiert. Seit dem Jahr 1963 wurden in Deutschland dank Organspende über 135.000 Organe verpflanzt. Das zeigt, wie vielen Menschen durch die Organspende geholfen werden kann. Dennoch entschied der Bundestag gegen einen „Spendenzwang“ (sogenannte Widerspruchslösung). Stattdessen sollen die Bürger regelmäßig befragt werden, ob sie Organspender sein möchten oder nicht. Diese Frage soll etwa bei der Beantragung neuer Ausweisdokumente gestellt werden. Zudem sollen Spender in einem Online-Register vermerkt werden. Eine Änderung der Entscheidung ist jederzeit möglich.

Was denkt die MyHandicap-Community über das Thema Organspende?

Seit gestern ist klar: Die Organspende bleibt freiwillig. Allerdings sollen die Bürger öfter an das Thema erinnert werden, um sich so selbstbestimmt für oder gegen eine Organentnahme nach dem Tod zu entscheiden. Was denkt die MyHandicap-Community über das Thema? Sagen Sie uns ihre Meinung und diskutieren Sie mit im Forum.