Oktoberfest mit Handicap: Wie barrierefrei ist die Wiesn?

Samstag, 21. September 2019

Am 21. September beginnt in München das 186. Oktoberfest. Das größte Volksfest der Welt lockt jedes Jahr mehr als sechs Millionen Menschen auf die Theresienwiese. Doch ist das auch etwas für Menschen mit Behinderung?

Menschen mit Behinderung wollen völlig zurecht am gesellschaftlichen Leben teilhaben – und sie müssen dazu alle Möglichkeiten bekommen. Das gilt auch auf dem größten Volksfest der Welt. Deshalb sind die Wirte verpflichtet, Plätze für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen vorzuhalten. Die Plätze für Rollstuhlfahrer und ihre Begleitpersonen werden wochentags bis 17 Uhr auch ohne Reservierung freigehalten, am Wochenende sowie am 3. Oktober bis 14 Uhr. Nach diesen Zeiten können die Plätze reserviert werden. Die Zugänge zu allen Festhallen und gastronomischen Betrieben sind entweder ebenerdig oder mit Rampen versehen.  Alle großen Festhallen sind mit Behinderten-WCs ausgestattet, ebenso die meisten der kleinen Wiesn-Zelte. Die Behinderten-WCs sind mit einer einheitlichen Schließanlage ausgerüstet, die mit dem sogenannten EURO-Schlüssel genutzt werden kann.

 Fahrgeschäfte nutzen – auch mit Handicap kein Problem

Die Fahrgeschäfte auf dem Münchner Oktoberfest erfreuen sich großer Beliebtheit. Und die Schausteller haben einiges unternommen, dass die Attraktionen auch von Menschen mit Behinderung genutzt werden können. So ist das Riesenrad, ein Wahrzeichen der Wiesn, über eine Rampe erreichbar, ebenso der Autoscooter, die Geisterbahn und „The Tower“. Wer rasant fahren will, erreicht auch den „Freestyle“ über eine Rampe. Wer am Schießstand seine Treffsicherheit beweisen möchte, findet Plätze mit niedrigen Theken, die bestens für Rollstuhlfahrer geeignet sind.

 Speisekarten in Brailleschrift

Auch Sehbehinderte Menschen müssen sich auf der Wiesn keine Sorgen machen. Die Festwirte halten Speisekarten in Brailleschrift vor, sodass sich jeder über die vielen Schmankerl informieren kann – so steht dem kulinarischen Genuss nichts im Wege. Einige Schausteller bieten auch begleitete Fahrten an, um Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen mehr Sicherheit zu geben. Und schließlich sind auf dem Oktoberfest viele Helfer und Sicherheitskräfte unterwegs, die Menschen mit Handicap bei Fragen und Nöten jederzeit unterstützend zur Seite stehen.

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Das Münchner Oktoberfest ist das größte Volksfest, aber bei weitem nicht das einzige. Wie sieht es mit der Barrierefreiheit auf dem Volksfest in ihrer Region aus? Was ist gut und wo gibt es Verbesserungsbedarf? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und diskutieren Sie im MyHandicap Forum.