Elektro-Tretroller schaffen mehr Mobilität - mit und ohne Handicap

Freitag, 17. Mai 2019

Der Bundesrat hat am Freitag, 17. Mai 2019, den Weg für die Einführung von Elektro-Tretrollern in Deutschland geebnet. Die Länderkammer stimmte einer Verordnung des Bundesverkehrsministeriums grundsätzlich zu. Das bietet auch für Menschen mit Behinderung mehr Mobilität.

Schon bald könnten auf deutschen Straßen Elektro-Tretroller Einzug halten. Die Länderkammer gab dafür grünes Licht, besteht aber auf Änderungen der Verordnung, die das Ministerium von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vorgelegt hatte. Demnach soll man die Elektro-Tretroller künftig erst am 14 Jahren fahren dürfen und nicht, wie bisher geplant, bereits ab zwölf Jahren. Zudem sollen die Elektro-Tretroller nicht auf Gehwegen benutzt werden dürfen, sondern lediglich auf Radwegen.

Kein Führerschein für Elektroroller nötig

Die Elektro-Tretroller sollen nicht schneller als 20 Kilometer pro Stunde fahren. Dafür können sie auch ohne Moped-Führerschein bewegt werden. Anders als beim Elektro-Fahrrad soll für die Roller jedoch eine Versicherungspflicht gelten. Ein genaues Datum, ab dem die Elektro-Tretroller auf deutschen Straßen fahren dürfen, steht noch nicht fest. Verkehrminister Scheuer strebt jedoch die Einführung bereits in diesem Sommer an.

Mehr Mobilität für Menschen mit Behinderung

Die Einführung der Elektro-Tretroller bringt auch für Menschen mit Behinderung mehr Mobilität. Wenn sie über ausreichend Gleichgewichtssinn und die Fähigkeit zu stehen verfügen, können Menschen mit einer Bewegungseinschränkung künftig größere Strecken in der Stadt zurücklegen. Da die Fahrzeuge ohne Führerschein bewegt werden können, sind auch die administrativen Hürden relativ niedrig. Allerdings sollten Menschen mit einem Handicap bei Bedarf mit ihrem Arzt Rücksprache halten, um sicher zu sein, dass sie die Anforderungen für die Teilnahme am Straßenverkehr erfüllen. Ist das der Fall, werden sie mit dem Roller viel Spaß haben und ganz neue Freiheiten erleben.