Prüfung in der Apotheke: Sicherheit von Medikamenten erhöht

Sonntag, 17. Februar 2019

Verschreibungspflichtige Medikamente unterliegen seit Februar 2019 einer strengeren Sicherheitsprüfung.

Menschen mit Behinderung und chronischer Krankheit sind besonders häufig auf Medikamente angewiesen. Um sicherzustellen, dass die Qualität der Präparate den vorgegebenen Standards entspricht, gelten seit Februar 2019 neue Richtlinien, die Fälschungen verhindern sollen.

Allein im Jahr 2017, aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor, bezahlten die gesetzlichen Krankenversicherungen 37,7 Milliarden Euro für Arzneimittel. Medikamente sind ein Riesengeschäft. Pharmaunternehmen forschen oft Jahre, um neue, wirksame Präparate auf den Markt zu bringen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit vieler Menschen – der zu Recht honoriert wird. Leider versuchen aber auch immer wieder Kriminelle, sich mit gefälschten Medikamenten ein Stück vom Kuchen abzuschneiden. Das führt zu erheblichem Schaden – für die Volkswirtschaft, das Gesundheitswesen aber vor allem für die Patienten.

Siegel und Barcode bei allen verschreibungspflichtigen Medikamenten

Um gegen gefälschte Medikamente vorzugehen und die Sicherheit für die Menschen zu erhöhen, gelten seit Februar 2019 neue Richtlinien. Seither dürfen Pharmaunternehmen verschreibungspflichtige Arzneimittel nur noch mit zwei neuen Sicherheitsmerkmalen auf ihrer Verpackung in den Verkehr bringen. Jede Packung verfügt über eine Seriennummer und ein Siegel. Ist dieses Siegel unversehrt, kann der Kunde sicher sein, dass die Packung noch nicht geöffnet wurde. Zudem hat jede Medikamentenschachtel einen individuellen Barcode. Dieser wird vom Apotheker gescannt, um sicher zu gehen, dass die jeweilige Packung weder gefälscht noch gestohlen ist.

Die neuen Richtlinien zur Arzneimittelsicherheit gehen auf eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2011 zurück. Durch die eindeutige Seriennummer ist es ab jetzt möglich, den Weg eines Medikaments von der Herstellung bis in die Apotheke zu verfolgen. Kunden müssen sich in der Apotheke nun vielleicht ein bisschen gedulden, da die Echtheitsprüfung etwas Zeit in Anspruch nimmt, dafür können sie sie sicher sein, dass es sich bei ihrem Medikament um ein Original handelt. Und diese Gewissheit ist die Mühe allemal wert.