Menschen mit Handicap am Schachbrett erfolgreich

Montag, 23. Juli 2018

Verfolgten interessiert das Geschehen auf dem Schachbrett: Dr. Richard Lutz (li., stehend) mit dem Stiftungsvorsitzenden Stefan Kindermann (Mitte, stehend) sowie der Stiftungsrätin und langjährigen Organisatorin des Turniers, Dijana Dengler (re., stehend). (Foto: Wolfgang Galow)

Eine Behinderung muss kein Handicap sein – das bewiesen die knapp 60 Schachspieler, die beim großen Jubiläumsturnier an der Stiftung Pfennigparade gegeneinander antraten.

Zum zehnten Mal hatte die Münchener Schachstiftung in Kooperation mit der Stiftung Pfennigparade zum Turnier eingeladen. Gekommen waren 60 Teilnehmer - mehr als je zuvor. Ein ganzes Jahr lang hatten sich die Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderungen, Schlaganfall-Patienten, Menschen mit Muskelschwäche und Spastik-Betroffene, die in der Stiftung Pfennigparade leben oder dort beschäftigt sind sowie Schülerinnen und Schüler der Barlach-Schulen - auf das Turnier vorbereitet. Sie treffen sich jede Woche zum Schach, wobei sie von Schachtrainern der Münchener Schachakademie angeleitet und betreut werden.

Eine Körperbehinderung ist beim Schach kein Handicap

Können Menschen mit Behinderungen überhaupt Schach spielen? – Aber sicher! Schach ist integrativ. Selbst Menschen mit schwersten Körperbehinderungen sind beim Schach erfolgreich.

Wer die Figuren auf dem Brett nicht selbst bewegen kann, muss die Züge nur kommunizieren – das Ausführen erledigen Assistenten. Seit Jahren engagieren sich Freiwillige aus den Reihen der Schachstiftung in den wöchentlichen Schachtrainings und beim Turnier.

Roman Krulich, der die Schachtrainings und das Turnier seit vielen Jahren unterstützt, war von den Leistungen der Schachspieler beeindruckt: „Als Turnierspieler weiß ich, wie viel Energie und Konzentration ein langer Turniertag von den Teilnehmern fordert. Deswegen habe ich höchsten Respekt vor der Leistung und der Begeisterung der Menschen, die Jahr für Jahr hier beim Pfennigparaden-Turnier dabei sind.“

Schach verbindet Generationen

Dass sich das Engagement der Förderer lohnt, zeigen die Stimmen der Turnierteilnehmer: „Beim Schach lernt man mit Niederlagen umzugehen. Es ist ein wenig wie das Leben mit einer Behinderung und der Rehabilitation, wo man mal Fortschritte macht, aber auch Rückschläge verkraften muss. sagt Ulrich Dohse (48), der seit vier Jahren dabei ist. Auch die junge Generation hat ihren Spaß: „Das Turnier gefällt mir gut. Es ist eine schöne Idee, dass man sich jährlich trifft. Ich fühle mich beim Turnier sehr wohl. Wenn man im Turnier gegeneinander antritt, kann man sehen, welche Fortschritte man gemacht hat – das macht Spaß!", sagt die 13-jährige Lara Claße, eine Schülerin der Barlach-Schule.