Gutachten zum Führerschein mit Behinderung

Ein Mann vor seinem Auto zeigt seinen Führerschein.
Fahrerlaubnis. Quelle: pixabay.com

Beim Führerscheinneuerwerb als Mensch mit Behinderung stellt man zusammen mit der Fahrschule bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde einen Antrag auf die Erteilung einer Fahrerlaubnis. Wenn ein Antragsteller eine Behinderung hat, die seine Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen, einschränken kann, darf die Behörde ein Gutachten anfordern.

Weiterhin ist man auch als Führerscheininhaber, der durch einen Unfall oder eine Krankheit neu mit einer Behinderung konfrontiert ist, verpflichtet, dies bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde zu melden. Sofern die Behörde annimmt, dass auf Grund der neuen Voraussetzungen Hilfsmittel oder dergleichen zur sicheren Teilnahme am Straßenverkehr benötigt werden, wird die Behörde ebenfalls ein Gutachten anfordern. In der Regel wird für das Einbringen eines Gutachtens eine Frist gesetzt. Kommt man dieser Anforderung nicht nach, darf die Behörde den Führerschein entziehen.

Es gibt zwei Arten von Gutachten: ein technisches und ein medizinisches Gutachten.

Grundsätzlich sollte ein Gutachten verständlich und nachvollziehbar sein und dabei nur das thematisieren, was die Fahreignung von der nicht behinderter Menschen unterscheidet. Man kann als Auftraggeber für das Gutachten selbst entscheiden, wer das Gutachten erstellen soll. Gutachter unterliegen der Schweigepflicht. Das bedeutet, dass man nach der Erstellung des Gutachtens entscheiden kann, ob man das Gutachten vorlegt oder nicht oder ob Sie ein neues Gutachten erstellen lassen.

Das technische Gutachten

Ein technisches Gutachten wird von einem amtlich anerkannten Sachverständigen des TÜVs oder der DEKRA erstellt. In diesem Gutachten wird vom Sachverständigen festgelegt, ob und welche Hilfsmittel bzw. Fahrzeuganpassungen benötigt werden. Hierbei kann es sein, dass der Gutachter auch eine Fahrprobe oder eine Messung Ihre Restkräfte verlangt.

Das medizinische Gutachten

Mit einem amts- oder fachärztlichen Gutachten wird die grundsätzliche Eignung nachgewiesen, ein Fahrzeug führen zu können. Das Gutachten soll die Behinderung genau bezeichnen und in allgemein verständlicher Sprache gehalten sein. Darüberhinaus sollte das Gutachten erklären, inwieweit die Behinderung im Bezug auf die Fahrtüchtigkeit einschränkt. In den meisten Fällen reicht dieses „einfache" medizinische Gutachten aus. Es kann aber auch ein medizinisch-psychologisches Gutachten gefordert werden. Dies kommt häufig bei folgenden Behinderungen vor: Multiple Sklerose, Schlaganfall, spastische Lähmungen, Schädel-Hirn-Trauma oder Spina Bifida. Bei dieser Form des Gutachtens gibt es neben der medizinischen Untersuchung auch eine psychologische Untersuchung. in dieser Untersuchung werden Orientierungs-, Wahrnehmungs- und Reaktionsvermögen sowie die Konzentration daraufhin geprüft, ob ein Fahrzeug ordnungsgemäß durch den Straßenverkehr gesteuert werden kann.