Sprachsteuerung für barrierefreien Fahrspaß

Eine Frau sitzt am Steuer eines Autos und spricht in ein Mikrofon.
Ein im Auto installiertes Mikro erfasst die Sprachbefehle (Zawatzky Mobilcenter GmbH).

Die Revolution auf dem Markt der behindertengerechten Fahrzeugumbauten steht bevor.

Behindertengerechte Fahrzeugumbauten sind an sich nichts Neues. Natürlich gibt es auch auf diesem Markt immer wieder innovative und gar bahnbrechende neue Errungenschaften. So zum Beispiel Panorama Schiebetüren zum bequemen Einstieg für Rollstuhlfahrer beim Ford B-MAX, Schwenksitze oder gar "drive-by-wire-Systeme". Doch, was nun kurz vor der Umsetzung steht, ist fast ein kleines Wunder: eine Sprachsteuerung. Was sich zunächst wie Science Fiction anhört oder dem einen oder anderen gar die Kultserie "Knight Rider) in Erinnerung bringt, ist eine enorme Erleichterung für Menschen mit einer Behinderung. Ob es die Revolution auf dem Markt der behindertengerechten Fahrzeugumbauten darstellt, wird sich noch zeigen - aber schon allein der Gedanke ist für viele sicherlich verlockend!

Die Sprachsteuerung übernimmt zahlreiche Funktionen

"Drive-by-wire-Systeme" oder andere Mechatronische Systeme bieten Hilfestellung beim Lenken, Gasgeben oder Bremsen. Doch wer hilft einem behinderten Autofahrer beim Abbiegen in eine Straße? Wer setzt für ihn den Blinker? Wer schaltet die Lüftung ein, wenn die Scheiben während dem Fahren zu beschlagen drohen? Oder wer öffnet einem die Autotür? Richtig, in Zukunft könnte das die Sprachsteuerung übernehmen. Zumindest, wenn es nach Andreas Zawatzky (Mobilcenter Zawatzky GmbH) geht. Er entwickelte nämlich gemeinsam mit dem EML (European Media Laboratory) dieses Projekt. Ein erster Prototyp wurde im Oktober dieses Jahres auf der REHACARE den begeisterten Besuchern vorgestellt. Der Beginn der Serienproduktion ist für Herbst 2014 geplant.

Kein Auswendiglernen von speziellen Befehlen nötig

Sicherheit wird hier, genau wie bei jedem anderen behindertengerechten Fahrzeugumbau auch, großgeschrieben. Das System muss auch bei einem hohen Geräuschpegel zuverlässig funktionieren und die gesprochenen Befehle korrekt erfassen. Bis zu 50 Sprachkommandos soll die Sprachsteuerung mal erkennen können und das bei einer Reaktionszeit von maximal einer Sekunde. Die Erkennungsrate wird dann bei 95 % liegen. Dazu muss man jedoch nicht extra festgelegte Befehle lernen. Ein intuitives System erkennt automatisch die gewünschten Sprachbefehle.

Die Sprachsteuerung - eine Schnittstelle der Kommunikationsmodelle

Besonders ist an dieser Sprachsteuerung, dass sie eine Schnittstelle zwischen lokaler und serverbasierter Sprachsteuerung ist. So kann also der Blinker ebenso über die Sprache eingeschaltet werden, wie auch das Navigationssystem angesprochen, der Wetterbericht während dem Fahren abgefragt oder eine Kurznachricht verfasst werden kann.

 

Text: K. Otto - 12/2012
Bilder: Mobilcenter Zawatzky GmbH

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