Ford Kuga Vignale – ein geeigneter SUV für Menschen mit Handicap?

Der Ford Kuga steht bei untergehender Sonne auf einem großen Platz.
Der Ford Kuga Vignale überzeugt optisch durch sein sportliches und zugleich elegantes Aussehen. (Foto: Max Richter)

MyHandicap hat den Ford Kuga Vignale gründlich unter die Lupe genommen und ihn auf seine Tauglichkeit für Menschen mit Behinderung hin getestet. Mit seiner bemerkenswerten technischen Ausstattung ist der elegante SUV auch für Autofahrer mit körperlicher Einschränkung interessant. Ob der Ford letztlich vollends überzeugt, erfahren Sie in unserem Test.


Also eines steht fest: Durch das neu entworfene Design mischt der Ford Kuga Vignale endgültig in der Liga der Luxus- und Sportwagen mit. Dabei hinterlässt das dynamische Auftreten des Autos mit der exklusiven Vignale-Lackierung und den 19‘‘-Chromfelgen einen  bleibenden Eindruck. Erstaunlich ist aber vor allem, dass der Ford Kuga trotz der deutlich umfangreicheren Ausstattung im Vergleich zum Vorgängermodell preislich fast unverändert bleibt.

Dennoch stellt sich zurecht die Frage, ob der Ford Kuga Vignale auch für körperlich beeinträchtigte Menschen geeignet ist und inwieweit die technische Ausstattung Menschen mit Handicap beim Fahren unterstützen kann?

Ein großes Display zeigt die Fahrbahn durch eine Rückfahrkamera.
Assistenzsysteme sorgen für mehr Sicherheit. Gleichzeitig ist das Armaturenbrett aber sehr übersichtlich gestaltet. (Foto: Max Richter)

Mehr Verkehrssicherheit durch Assistenzsysteme

Im Innenraum des SUVs sticht sofort die Übersichtlichkeit des Armaturenbretts ins Auge. Mit einer geringen Anzahl an Knöpfen ist die Bedienung der verschiedenen Funktionen sehr überschaubar. Was die Bedienung darüber hinaus noch wesentlich einfacher macht, ist die Sprachsteuerung des sogenannten Infotainment-Systems SYNC3. Über dieses System lässt sich beispielsweise das Radio oder das angeschlossene Smartphone per Sprachbefehl steuern. So kann sich der Fahrende besser auf den Verkehr konzentrieren. Was den Ford Kuga Vignale aber besonders reizvoll macht, sind die weiteren Assistenzsysteme, die das Fahren spürbar erleichtern. So erhöht die Adaptive Geschwindigkeitsregelanlage die Verkehrssicherheit enorm. Vorwiegend bei schwierigen Licht- und Sichtverhältnissen kann aufgrund eines möglicherweise zu geringen Abstands zum vorausfahrenden Fahrzeug eine Unfallgefahr entstehen. Deshalb hält die Adaptive Geschwindigkeitsregelanlage des Ford Kuga durch eine vorherige Festlegung automatisch den Abstand und die Geschwindigkeit zum vorausfahrenden Fahrzeug. Gerade auf der Autobahn erwies sich die Regelanlage als äußerst nützlich. Gleichzeitig zeigt der Fahrspur-Assistent auf dem Display an, ob der Fahrende das Auto mittig in der Fahrspur hält.

Technische Ausstattung hilft bei Nachtsehschwäche

Mit einer Nachtsehschwäche oder einer anderen optischen Beeinträchtigung kann das Fahren in der Dunkelheit den Fahrenden vor eine große Herausforderung stellen. Die multifunktionalen Xenon-Scheinwerfer des Ford offenbarten sich in unserem Test hinsichtlich dessen als tadelloses Lichtsystem. Vor allem das dynamische Kurvenlicht trägt am Abend oder in der Nacht zu einer besseren Sichtbarkeit des Straßenverlaufs bei.

Zusätzlich fördert das Verkehrsschild-Erkennungssystem, das übrigens auch bei normalen Sichtverhältnissen hilfreich ist, einen sicheren Fahrstil. Das Erkennungssystem weist den Fahrenden durch das beleuchtete Anzeigen von Verkehrsschildern auf dem Display auf Geschwindigkeitsbegrenzungen und andere Verkehrsregeln hin. Gerade wenn ein Verkehrsschild schlecht sichtbar ist oder schlichtweg übersehen wurde, ist das Erkennungssystem von Ford eine nützliche Ergänzung im Cockpit.

Ford Kuga Vignale mit multifunktionalen Xenon-Scheinwerfern.
Die multifunktionalen Xenon-Scheinwerfer erleichtern das Fahren in der Dämmerung und bei Nacht. (Foto: Max Richter)

Mit dem Park-Assistenten wird der Parkvorgang zum Kinderspiel

Der Park-Assistent vereinfacht den Ein- und Ausparkvorgang erheblich. Mithilfe von Ultraschall-Sensoren findet der Ford Kuga Vignale selbstsicher ausreichend große Parklücken. Die klaren Anweisungen auf dem Bordcomputer weisen den Fahrenden beim Parken ein, weshalb lediglich das Gas- und Bremspedal noch selbstständig betätigt werden muss. Der restliche Parkvorgang findet vollautomatisch statt. Dazu bietet Ford als Zusatzausstattung eine Rückfahrkamera an, die mithilfe von Sensoren den Abstand zu Hindernissen oder Gegenständen hinter dem Auto misst und durch farbliche Markierungen auf dem großen Touchscreen anzeigt.

Ein weiteres Assistenzsystem, das für den Parkvorgang genutzt werden kann, ist der Toter Winkel-Assistent. Sowohl beim Ausparken mithilfe des sogenannten Cross Traffic Alert (Warnung vor Querverkehr) als auch beim Fahrspurwechsel auf mehrspurigen Verkehrsstraßen beeindruckte der Toter-Winkel-Assistent. Vor schwer einsehbaren Fahrzeugen oder anderen Hindernissen, die sich im toten Winkel befinden, warnt das Assistenzsystem rechtzeitig. Die potentielle Unfallgefahr ist am Lichtsignal im jeweiligen Außenspiegel zu erkennen. Für Fahrer mit Sehschwäche oder beschränkter Kopfbeweglichkeit ist der Assistent eine sinnvolle Ergänzung zum ohnehin notwendigen Schulterblick.

Fahrkompfort und Geräumigkeit

Besonders erstaunlich ist, wie ruhig sich der Ford Kuga Vignale fahren lässt. Aufgrund des exzellenten Lärmschutzes wird das Gehör speziell auf längeren Fahrten und unebenen Straßenbelägen geschützt. Dadurch funktioniert auch die Sprachsteuerung des SYNC3-Systems einwandfrei, weil die eigene Stimme nicht von Motorgeräuschen übertönt wird. Zum Fahrkomfort trägt ebenso die ausreichende Kopf- und Beinfreiheit bei, die sich spätestens bei längeren Fahrten oder Reisen bemerkbar machen sollte.

Daneben stellt Ford als Wunschausstattung einen zusätzlichen Stromanschluss in der Mittelkonsole für Mitfahrende bereit. Durch mehrere Abstellflächen bietet der Rückraum genügend Platz, um z.B. während der Fahrt Akkus für medizinische Geräte zu laden. Mit 230V liefert der Stromanschluss ausreichend Spannung für handelsübliche, elektronische Geräte. Die Zusatzsteckdose kann für elektronische Geräte bis zu 150 Watt genutzt werden. Bei einer Nutzung von medizinischer Ausrüstung während der Fahrt muss aber individuell geprüft werden, ob die maximale Leistung nicht überschritten wird und ob die Stromversorgung stabil ist.

 

 

Lenkrad des Ford Kuga Vignale
Cockpit des Ford Kuga Vignale
Cockpit des Ford Kuga Vignale
Spiegel des Ford Kuga Vignale zeigt auch den toten Winkel.
Assistenzsysteme im Ford Kuga Vignale
Gute Sicht bei Nacht im Ford Kuga Vignale
Front-Ansicht des Ford Kuga Vignale
Kühlergrill des Ford Kuga Vignale

 

Für körperlich eingeschränkte Menschen kann die Einstiegshöhe eines SUVs durchaus ein Problem darstellen. Dennoch erschien die Einstiegshöhe im Vergleich zu anderen SUVs nicht zu hoch gewählt worden zu sein. Am besten verschaffen Sie sich aber selbst bei einer Probefahrt ein Bild von der Einstiegshöhe und ob diese Ihren Anforderungen gerecht wird.

Mit rund 456 Litern Gepäckraumvolumen bietet der Ford Kuga genügend Stauraum für Gepäck oder andere Dinge. Eine nennenswerte Hilfsfunktion ist hierbei die sensorgesteuerte Heckklappe. Sollten Sie z.B. von einem Einkauf schwer bepackt zurückkommen und keine Hand frei haben, um die Heckklappe zu öffnen, erledigt dies das Auto für sie. Mit einer einfachen Fußbewegung unter der Mitte des hinteren Stoßfängers lässt sich die Heckklappe automatisch öffnen, ohne vorher die Einkäufe oder das Gepäck abstellen zu müssen.

Ein Allrounder für Jedermann

Mit der äußerst nützlichen Zusatzausstattung trägt die Vignale-Baureihe von Ford zu einer erhöhten Verkehrssicherheit bei, die sich besonders für Menschen mit Handicap rentieren kann. In puncto Verkehrssicherheit, technischer Ausstattung, Bedienung und Komfort hat uns der Ford Kuga Vignale vollends überzeugt. Hinsichtlich der vielfältigen Zusatzausstattungen kann das Auto individuell auf ein bestimmtes Handicap angepasst werden. Ergänzende Umbaumaßnahmen können in der Spezialwerkstatt Ihres Vertrauens vorgenommen werden. Außerdem finden Sie weitere Informationen zu den verschiedenen Ford-Modellen in unserem Mobilitätsclub.

 

Text: Valentin Wyremba (07/2017)
Bilder: Max Richter