Fahrkosten für behinderte Menschen

Drei Taxiwagen auf einer Straße (Moonlight/aboutpixel)
Taxifahrten sind für manchen behinderten Menschen längst fester Bestandteil ihres Alltags (Moonlight/aboutpixel)

Manche Menschen mit Handicap sind derart eingeschränkt, dass sie nicht auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen können, um etwa angemessen zur Arbeit oder zum Arzt fahren zu können.

Die eine Alternative ist, dass man sich ein (mit Fördergeldern) speziell angepasstes Fahrzeug beschafft und somit selbst zum Zielort fährt. Die andere ist die Anspruchnahme von Beförderungsdiensten. Für bestimmte Zwecke sieht der Gesetzgeber eine Kostenübernahme vor.

Hier sehen Sie eine Auflistung der Möglichkeiten, Fahrtkosten erstattet beziehungsweise übernommen zu bekommen:

Entfernungspauschale

Fahrten zur Ausbildungsstätte

Medizinisch bedingte Fahrten

Die Entfernungspauschale

Für die Fahrten zum Arbeitsort und nach Hause können Sie für jeden gefahrenen Kilometer 0,30 Euro geltend machen. Voraussetzung ist ein Grad der Behinderung von mindestens 70 in Ihrem Schwerbehindertenausweis; Inhaber des Merkzeichens „G“ können die Entfernungspauschale schon ab einem GdB von 50 in Anspruch nehmen.

Falls Sie nachweisen können, dass Ihre Ausgaben für Ihren Arbeitsweg höher sind als die Entfernungspauschale beträgt, wird Ihnen genau dieser summierte Betrag in Ihrer Einkommenssteuererklärung verrechnet.

Auch Privatfahrten können als außergewöhnliche Belastungen anerkannt werden. Ab einem Grad der Behinderung von 80 oder von 70 bei Merkzeichen "G" können pro Jahr 3.000 km mit einem Kilometersatz von ebenfalls 0,30 Euro berücksichtigt werden. Liegt eines der Merkzeichen "aG", "Bl" oder "H" vor, erhöht sich die Grenze gar bis auf 15.000 km jährlich.

An dieser Stelle sei noch auf die Möglichkeit hingewiesen, als behinderter Mensch eine 50%ige Ermäßigung der Kfz-Steuer oder gar die vollständige Befreiung davon zu beantragen. Mehr Infos hierzu auf der ADAC-Webseite.

Fahrten zur Ausbildungsstätte

Auch wenn sich ein behinderter Mensch in der Ausbildung befindet, können die Fahrten zur Ausbildungsstätte – Schule, Berufsschule oder Universität – übernommen werden.

Für die berufliche Ausbildung ist das Integrationsamt zuständig. Grundsätzlich sieht das Integrationsamt bei der Kfz-Hilfe die Beschaffung eines geeigneten Fahrzeuges sowie – wenn möglich – die Übernahme der Kosten für den Führerscheinerwerb. Laut dem Integrationsamt Bayern können in besonderen Härtefällen zum Beispiel aber auch die Kosten für die Taxi-Benutzung oder die Inanspruchnahme von Beförderungsdiensten übernommen werden.

Vorausgesetzt, Sie können aufgrund Ihrer Behinderung die öffentlichen Verkehrsmittel nicht nutzen und sind mindestens 15 Stunden in der Woche beschäftigt.

Kann ein Schulkind aufgrund seines Handicaps den öffentlichen Personennahverkehr nicht nutzen, übernimmt der örtliche Sozialhilfeträger die Fahrten zur Schule. In der Regel bringt dann ein Fahrdienst oder ein Taxiunternehmen das Kind in die Schule und danach wieder nach Hause. Hierfür sind die Bestimmungen jedoch nicht bundeseinheitlich geregelt.

Studenten mit Handicap können beim überörtlichen Sozialhilfeträger ihres Studienortes die Übernahme der Taxi- / Mietwagenkosten oder die Kosten für den Behindertenfahrdienst beantragen. Dabei wird die jeweils kostengünstigste, für den behinderten Menschen zumutbare Regelung unter Einbeziehung des öffentlichen Personennahverkehrs bevorzugt, heißt es in einer Broschüre der BAGüS.

Medizinisch bedingte Fahrten

Die Krankenkasse übernimmt Fahrkosten zur ambulanten Behandlung – für Patienten, die einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „aG“, „Bl“ oder „H“ oder einen Einstufungsbescheid in die Pflegestufen II oder III besitzen.

Die Krankenfahrt mit einem Mietwagen oder einem Taxi ist dann angezeigt, wenn die ambulante Behandlung dabei über einen längeren Zeitraum erforderlich ist (das muss Ihnen ein Arzt bescheinigen) und der Patient aus zwingenden medizinischen Gründen öffentliche Verkehrsmittel oder ein privates Kraftfahrzeug nicht benutzen kann.

Text: TMI - 06/2011

Foto: aboutpixel

Quelle: steuertipps.de

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