Lifter: Die Alltagshilfe für mobilitätseingeschränkte Menschen und Pflegekräfte

Ein alter Mann im Rollstuhl von hinten in einem Gang
Pfleger wissen das: Der Job kann kräftezehrend sein, da die Patienten oft umgesetzt werden müssen. (Gerd Altmann/pixelio.de)

Lifter reduzieren die hohe Last, die Menschen im Pflegejob regelmäßig händeln müssen. Diese garantieren zudem ein sicheres Umsetzen. Einige Modelle ermöglichen den Betroffenen sogar eine selbstständige Bedienung.

Pflegende kennen die enorme körperliche Belastung, denen man in diesem Beruf tagtäglich ausgesetzt ist. Die pflegebedürftigen Menschen müssen gewaschen, angezogen und versorgt werden. Dabei findet oft eine Umsetzung vom Bett etwa auf den Rollstuhl oder in die Badewanne statt.

Ein Lifter ähnelt vom Aufbau her einem Kran. Die Hauptkomponente bildet der Schwenkarm, der entweder elektronisch oder mechanisch (dank eines ausgeklügelten Hydrauliksystems ohne großen Kraftaufwand) bewegt wird. Das Fahrwerk, das den Übergang vom Schwenkarm zum Boden bildet und zudem für die nötige Standfestigkeit sorgt, ist mit Rollen versehen, so dass sich der Lifter samt pflegebedürftigen Passagier zumindest für kurze Strecken bewegen lässt. Bei einigen Modellen, die eine elektronische Steuerung vorsehen, kann der schwerbehinderte Mensch den Lifter selbst bedienen.

Entlastung für die pflegenden Angehörigen

Auf diesem Wege lassen sich schwerbehinderte Menschen, die aufgrund einer hochgradigen Mobilitätseinschränkung, wie sie beispielsweise durch Parkinson, Multiple Sklerose oder einer Querschnittlähmung verursacht wird, im Handumdrehen und ohne hohen Kraftaufwand umsetzen. Zudem erhöht sich dadurch nicht selten die Akzeptanz des Pflegealltags, da der pflegebedürftige Mensch weiß, dass die Pflege nicht mit hohen körperlichen Belastungen der Pflegekraft einhergeht.

Im Gegensatz zum mobilen Personen- oder Patientenlifter wird beim Deckenlifter, wie es der Name bereits suggeriert, eine Fuhrschiene an der Zimmerdecke anmontiert. Der Sitz lässt sich von der Schiene herab zum Patienten absenken und die Schiene entlang führen. Der Deckenlifter eignet sich an unbeweglichen Umsetzorten wie beispielsweise die Badewanne.

Mit dem Lifter gelingt jedes Umsetzen mit Leichtigkeit

Daneben gibt es noch sogenannte Aufricht- oder Aufstehhilfen. Im Gegensatz zu den bisher erwähnten Varianten wird hier jedoch eine gewisse Restgehfähigkeit vorausgesetzt. Mit diesem Hilfsmittel kann das selbstständige Aufstehen des Betroffenen unterstützt werden. Kurze Strecken lassen sich damit sogar sicher bewältigen, da die Hilfe mit Rollen versehen ist.

Selbstverständlich ist die Sicherheit ein oberes Gebot beim Lifter. Beispielsweise kann niemand zwischen Schwenkarm und etwa einem Bett eingequetscht werden - dafür sorgt eine automatische Abschaltung, die diese Gefahr selbstständig erkennt. Zudem wird die TÜV den Einbau eines Deckenlifters überprüfen und freigegeben, bevor dieser überhaupt zum Einsatz kommen darf.

Mögliche Kostenträger für den Lifter

Lifter werden, da sie im Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung aufgelistet werden, grundsätzlich von den Krankenkassen übernommen, sofern eine medizinische Indikation vorliegt. Weitere Kostenträger wären die Arbeitsagentur beziehungsweise das Integrationsamt, die Rentenversicherung sowie die Unfallversicherung.


Text: Thomas Mitterhuber - 02/2013

Foto: pixelio.de

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