Kinder mit Behinderung fördern und fordern

Ein Junge im Rollstuhl wirft eine Kugel auf eine grüne Wiese

Kinder mit einer Schwerbehinderung brauchen Unterstützung. Dabei ist es wichtig, auf die individuelle Situation des Kindes einzugehen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fördern und Fordern zu finden. Nur so kann es gelingen, Kinder mit Behinderung vor Überforderung zu schützen und ihnen zugleich die Möglichkeit zu geben, ihre Stärken zu entwickeln. Das aber ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Teilhabe von Kindern mit Handicap an der Gesellschaft gelingt: Man darf Betroffene nicht auf ihre Krankheit reduzieren, sondern muss ihnen helfen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und ihre Persönlichkeit zu stärken.

Fördern und Fordern - dieser Ansatz sollte bereits bei der Wahl der Schule berücksichtigt werden. Grundsätzlich gilt die Schulpflicht auch für behinderte Kinder. Deshalb sollten sich Eltern,  Ärzte und Betreuer frühzeitig Gedanken machen, welche Schulform für das Kind geeignet ist. Hierbei geht es wesentlich um die Entscheidung, ob das Kind zusammen mit anderen behinderten Kindern unterrichtet werden soll oder in einer Klassengemeinschaft mit nichtbehinderten Kindern.

Individuelle Unterstützung in der Förderschule

Eine pauschale Antwort kann man es hier nicht geben. Je nach Art und Schwere der körperlichen Behinderung oder geistigen Einschränkung kann es notwendig sein, dass Kind in einer Förderschule zu unterrichten. Hier werden die Lerninhalte stärker an die individuelle Situation der Kinder angepasst und die Betreuung ist intensiver als an einer Regelschule. So soll sichergestellt werden, dass Kinder mit Behinderung die bestmögliche Förderung erhalten und sich in einem Umfeld bewegen, in dem ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Inklusion in der Regelschule

Kinder mit Behinderung müssen jedoch nicht zwingend eine Förderschule besuchen. Seit der UN-Behindertenrechtskonvention 2006 haben sie einen Anspruch auf inklusive Schulbildung. Das bedeutet, dass behinderte Kinder zusammen mit nicht behinderten Kindern in einer Regelschule unterrichtet werden können. Dadurch soll die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gefördert werden. Vom gemeinsamen Lernen können alle profitieren: Nichtbehinderte Kinder unterstützen ihre Klassenkameraden mit Handicap und lernen so Toleranz und einen natürlichen Umgang mit behinderten Menschen. Die behinderten Schüler bekommen Unterstützung und sind zugleich Teil des Klassenverbundes einer Regelschule - und damit inmitten der Gesellschaft.

Abwägung zwischen Förderung und Überforderung

Trotz aller Vorteile ist die Regelschule für Kinder mit Behinderung nicht der "Königsweg". Vielmehr gilt es sorgsam abzuwägen, welche Schulform für das Kind die beste ist. Bei allem Bemühen um Inklusion stehen die Bedürfnisse des Kindes nämlich an erster Stelle. Schüler mit Behinderung dürfen dabei weder unterfordert werden, noch darf man ihnen Belastungen zumuten, die sie nicht tragen können. Deshalb bleibt die Entscheidung zwischen Förderschule und Regelschule immer eine persönliche - im Interesse des Kindes.