Jugendliche mit Behinderung ins Berufsleben begleiten

Themenbereich Jugendliche

Jugendliche mit Behinderung haben häufig gelernt, mit ihrem Handicap umzugehen. Um selbstständig zu leben und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, ist für sie die Suche nach einem Ausbildungsplatz meist ein großes Thema - denn sie wollen arbeiten.

Für Jugendliche mit einer Schwerbehinderung stellen sich bei der Berufswahl viele Fragen: Was macht mir Spaß? Welche Fähigkeiten habe ich? Wie muss eine Tätigkeit sein, dass ich sie trotz meiner Einschränkung bewältigen kann? Und welcher Arbeitgeber ist tolerant und offen für Menschen mit Behinderung?

Agentur für Arbeit hilft bei der Ausbildungsplatzsuche

Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz bekommen Jugendliche mit Handicap Hilfe von der Agentur für Arbeit. Im Gespräch mit dem Berater können sie herausfinden, wo die persönlichen Stärken liegen und welche Berufsausbildung geeignet ist. Dabei können die Jugendlichen auch ganz offen über ihre Schwächen sprechen und Unsicherheit offenbaren. Der Berufsberater wird ihnen helfen, Kompetenzen systematisch zu verbessern. Dazu gibt es vielfältige Angebote und vorbereitende Maßnahmen - so wird der Berufseinstieg auch mit Behinderung möglich.

Berufsbildungswerke ermöglichen Ausbildung und Weiterbildung

Viele Jugendliche mit einer psychischen oder körperlichen Beeinträchtigung finden ihren Ausbildungsplatz in einem der Berufsbildungswerke, die in der ganzen Bundesrepublik angesiedelt sind. Sie bieten ein breites Angebot an Berufen, die sich teilweise für Menschen mit Handicap besonders eignen. Außerdem vereinbaren sie zusammen mit den Auszubildenden einen individuellen Entwicklungsplan, mit dem Kompetenzen gezielt gefördert und mögliche Defizite systematisch korrigiert werden können. Bei der Ausbildung wird theoretisches und praktisches Wissen gleichermaßen vermittelt. Der Kontakt zu Unternehmen aus der Wirtschaft hilft den Jugendlichen zudem beim späteren Berufseinstieg.

Praktika helfen bei der Berufsorientierung in der Wirtschaft

Eine gute Möglichkeit, die eigenen Stärken kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen sind Praktika zur Berufsorientierung. Jugendliche, die für einige Wochen oder Monate in einem Betrieb arbeiten, finden heraus, woran sie Freude haben und welche Unterstützung ihnen auf ihrem weiteren Weg helfen würde. Außerdem können sie zeigen, dass sie Aufgaben zuverlässig erfüllen. Das überzeugt viele Chefs, die dann oft gerne bereit sind, dem Praktikanten einen Ausbildungsplatz anzubieten.

Finanzielle Förderung für Auszubildende mit Behinderung

Nicht nur die Suche nach einem Ausbildungsplatz ist anstrengend. Auch wenn die Bewerbung beim Wunscharbeitgeber erfolgreich war, gibt es noch die eine oder andere Hürde zu überwinden. So kann beispielsweise die Einrichtung eines barrierefreien Arbeitsplatzes nötig sein. Doch auch das ist keine Unlösbare Aufgabe, zumal das Integrationsamt Zuschüsse für nötige Anpassungen bezuschusst oder teilweise sogar komplett finanziert.

Inklusion ganz praktisch: Erfolgreich im Teams -  mit und ohne Handicap

Für Arbeitgeber kann sich die Anstrengung lohnen: Menschen mit Behinderung sind nämlich nicht nur loyale Mitarbeiter, die Zusammenarbeit von behinderten und nichtbehinderten Kollegen ist auch gut für das Klima in einem erfolgreichen Team, in dem jeder für den anderen da ist.