Taktile Leitsysteme: Werden Sie Follower!

Das Foto zeigt einen Bodenausschnitt mit taktilem Leitsystem.
Taktile Leitsysteme geben Orientierungsmöglichkeiten und führen ans Ziel (Foto: LVR Köln)

Follower zu werden ist nicht schwer. Es genügt schon ein Mausklick. Abseits der virtuellen Welt lohnt es sich, den Punkten und Streifen auf dem Boden nachzugehen, besonders wenn man sich in einer unbekannten Umgebung befindet. Unabhängig davon, ob man mit oder ohne Handicap unterwegs ist - Taktile Leitsysteme bieten allen Nutzern einfache und sichere Orientierung.

Wer sich davon überzeugen möchte, wie sinnvoll und hilfreich taktile (kontrastreiche) Leitsysteme sind, der findet immer häufiger Gelegenheit dazu. Besonders gut zu beobachten ist dies am Frankfurter Hauptbahnhof. Vom Inneren der Bahnhofshalle führen eine Treppe und ein Aufzug zum Eingang eines Hotels mit Tagungszentrum im ersten Stock. In einigen Metern Höhe lässt sich mit etwas Abstand zum Geschehen bequem beobachten, aus welcher Richtung die Reisenden kommen, wohin sie gehen und woran sie sich orientieren. Berufspendler kennen sich natürlich bestens aus, Reisende aber, die diesen Ort nur selten oder zum ersten Mal besuchen, wirken unsicher und suchen nach Hinweisen.

»Für eine kleine Gruppe«

Teilweise ist das Gedränge hier zu den Hauptverkehrszeiten derart dicht, dass Orientierungsschilder kaum mehr wahrgenommen werden. Automatisch richtet sich dann der Blick nach unten, genauer: auf die weiße Leitlinie. Wenn man dieser folgt, kommt man immer zu einem der Ausgänge, den Servicepunkten oder Anschlusshaltestellen. Intuitiv folgen nahezu alle Ankommenden dem Leitsystem. Damit ist auch schon eines von drei Vorurteilen entkräftet, mit dem auch inclusion als Entwickler und Hersteller taktiler Leitsysteme immer wieder konfrontiert wird. Es lautet: Taktile Leitsysteme nützen nur einer kleinen Gruppe. Zu den beiden anderen kommen wir jetzt.

»Hässlich und teuer«

Das Foto zeigt einen Bodenindikator in Form einer Rillenplatte.
Bodenindikator in Form einer Rillenplatte (30x30 cm).

Manche Architekten und Bauherren waren in der Vergangenheit not convinced, wenn es darum ging, ein Leitsystem zu integrieren. Das sieht heute anders aus. Leitsysteme aus hochwertigen Materialien wie Edelstahl und Messing werten das gesamte Ambiente auf und gewinnen manchmal sogar Designpreise. Neben den genannten Materialien hat inclusion aber auch Leitsysteme aus dem extrem haltbaren Kunststoff Desmopan® im Programm, der auch in der Automobilindustrie genutzt wird. Taktile Leitsysteme aus Desmopan® lassen sich in über 200 Farben produzieren. Kunden haben so die Möglichkeit, ein Leitsystem an die Vorgaben des Corporate Designs anzupassen, ohne den Kontrast zum Boden zu vernachlässigen. Hässlich war (wenn überhaupt) gestern. Und ganz nebenbei: Viele Architektinnen und Architekten haben sich mittlerweile erfolgreich auf Barrierefreiheit spezialisiert.

Um dem Kostenargument zuvorzukommen, hat sich inclusion etwas Besonderes einfallen lassen: Das Unternehmen bietet die Möglichkeit der Eigenmontage an. Kunden, die sich dafür entscheiden, erhalten ein Paket mit Grundrissplan, Montageanleitung, Schablone und den mit Klebstoff behandelten Bodenindikatoren.

Vor Ort wird dann die Schablone ausgerichtet, fixiert und die Schutzfolie von der Rückseite der einzelnen Elemente entfernt. Schon kann verklebt werden. Der Boden sollte vorher gereinigt werden und anschließend abtrocknen. Das war es aber auch schon. Viele Kunden lassen nach wie vor eines der Montageteams kommen, schätzen aber die Möglichkeit, die Arbeiten auch selbst ausführen zu können, zum Beispiel wenn das System verändert oder erweitert werden soll.

Aufruf zu mehr Achtsamkeit

Leider kommt es in immer wieder vor, dass Leitsysteme zugestellt werden. Für die Betroffenen ist dies gefährlich, denn schließlich signalisiert ein Leitsystem den Nutzern eine sichere Strecke und damit „freie Fahrt“. Im Umfeld von Reisezentren und Hotels stellen Unwissende zum Beispiel Gepäckstücke auf dem Leitstreifen ab; öffentliche Leitsysteme werden oft von abgestellten Fahrrädern blockiert. Ärgerlich sind auch Tische und Stühle von angrenzenden Gastronomiebetrieben, die den Weg für die Betroffenen zu einem Hindernisparcours werden lassen. Auch aufgrund der Verkehrssicherungspflicht sollten Verantwortliche prüfen, wie blinde und sehbehinderte Menschen besser vor Unfällen geschützt werden können.

Warnhinweise und Umleitungen

Das Foto zeigt 3 schwarze Punkte und daneben eine schwarze Figut mit Blindenstock auf gelb.
Floor Graphics machen auf Leitsysteme aufmerksam.

Was ist zu tun? Eine Lösung kann darin bestehen, Bodenaufkleber (Floor Graphics) mit Warnhinweisen in der Nähe von Leitsystemen anzubringen, die inclusion vor einiger Zeit bereits hat entwickeln lassen. Diese Aufkleber sind sowohl für Innen-, als auch für Außenbereiche erhältlich. Für den Fall, dass Straßenarbeiten ein Leitsystem blockieren, reicht es meist nicht aus, die Baustelle mit Absperrungen zu sichern, denn blinde und sehbehinderte Menschen könnten in eine solche Absperrung hineinlaufen. Den Verantwortlichen ist zum Teil nicht bekannt, dass Baustellen durch einfache Maßnahmen umgangen werden können.

Oft genügt es, mit wenigen Rillenplatten und einem Aufmerksamkeitsfeld die Benutzer frühzeitig zu warnen und um die Baustelle herumzuführen, damit anschließend wieder das vorhandene Leitsystem genutzt werden kann. Diese Platten werden von inclusion ebenfalls aus dem Hochleistungskunststoff Desmopan® hergestellt, rückseitig beklebt und können nach dem Einsatz gereinigt und auf einer anderen Baustelle erneut verwendet werden.

Wer wissen will, wie Sehbehinderte mit unterschiedlichen Augenerkrankungen ihre Umgebung wahrnehmen, erhält durch das Tragen von Simulationsbrillen einen ersten Eindruck. Diese gibt der Hersteller zum Selbstkostenpreis an Interessierte ab.

Ihre Kontaktmöglichkeiten:

inclusion AG • Kölner Straße 101-107 • 50389 Wesseling

Tel. 02236-892274 • Fax 02236-892277 • info@inclusion.de • www.inclusion.de