Arbeitgeber profitieren von Angestellten mit Behinderungen

Verschiedene Zeitungen. (Foto: Rainer Sturm /pixelio.de)
Die Integration von Menschen mit Behinderung stößt auf mediales Interesse (Rainer Sturm/pixelio.de)

Den medialen Effekt nutzen

Die Integrationsleistung ist der Öffentlichkeit ein wichtiges Anliegen und stößt dementsprechend auch auf mediales Interesse. In Deutschland werden Unternehmen ausgezeichnet, welche sich für die Einbindung von Menschen mit Behinderung im ersten Arbeitsmarkt engagieren und damit deren Teilhabe in der Gesellschaft verbessern.

Eine Übersicht der Auszeichnungen für ein Engagement im Bereich der beruflichen Integration:

Unternehmen bekommen dadurch die Möglichkeit, ihr soziales Engagement zu präsentieren und Imagemarketing zu betreiben. Oftmals sind die erwähnten Auszeichnungen sogar mit einem Preisgeld verbunden. Unterstützt durch entsprechende PR-Maßnahmen können Unternehmen nachhaltige Vorteile daraus ziehen.

Nebenbei gibt es noch diverse Fördermöglichkeiten für Unternehmen, welche Menschen mit Behinderungen beschäftigen wollen.

Zwei gemalte Gesichter und darunter steht: Soziale Kompetenzen. (Foto: Gerd Altmann / pixelio.de)
Der Umgang mit behinderten Menschen fördert die sozialen Kompetenzen der Angestellten. (Gerd Altmann/pixelio.de)

Stärkung der Unternehmenskultur

Ein offener, diskriminierungsfreier Umgang mit behinderten Mitarbeitern trägt zur Verbesserung des Betriebsklimas und der Kommunikation bei. Durch den Umgang im Arbeitsalltag lernen die nicht behinderten Mitarbeiter sich auf die Sichtweisen ihrer behinderten Mitarbeiter einzulassen. Während umgekehrt die behinderten Arbeitnehmer lernen müssen, verständnisvoll mit ihren im Umgang mit einer Behinderung unerfahrenen Mitarbeiter umzugehen.

Oft lernen die Mitarbeiter ohne Behinderung so Alltagserfahrungen von Menschen mit Behinderungen kennen. In diesem Austausch werden Gemeinsamkeiten erkannt und Unterschiede akzeptiert und toleriert, was zu einem offeneren Umgang miteinander führt. Das Unternehmen profitiert von einer besseren Kommunikation innerhalb des Unternehmens sowie von einer Steigerung der Sozialkompetenzen der Mitarbeitenden.

Absatz- und Umsatzsteigerung durch neue Zielgruppe

In Deutschland lebten 2011 laut dem Statistischen Bundesamt 7,3 Millionen schwerbehinderte Menschen. Behindertengerechte Produkte für diese Zielgruppe stellen ein nicht zu unterschätzendes Potential dar. Behindertengerechte Produkte werden aber nicht nur von Menschen mit Behinderung genutzt. Auch viele Senioren suchen behindertengerechte Produkte. Durch die immer älter werdende Gesellschaft wächst die Zielgruppe, welche behindertengerechte Produkte benötigt, immer mehr.

Um von der Zielgruppe von Menschen mit Behinderungen respektive jene der Senioren profitieren zu können, sollte die Mitarbeiterstruktur des Unternehmens genau jene Vielfalt abdecken, die als Zielgruppe angesprochen werden soll. Das Verkaufsteam sollte so vielfältig sein wie die Kundschaft.

Identifikation zum Unternehmen wächst

Arbeitnehmer haben heutzutage aufgrund von Arbeitsteilung und Spezialisierung vielfach mit Entfremdung zu kämpfen. Durch die fehlende Identifikation mit dem eigenen Unternehmen treten häufig Motivationsprobleme auf. Identifikation entsteht durch Affinität und tritt dann auf, wenn Arbeitnehmer eine Übereinstimmung zwischen den Werten der Organisation und den eigenen Werten sehen.

Personen mit einer besonders sozialen Einstellung identifizieren sich eher mit einem Arbeitnehmer, welcher behinderte Arbeitnehmer beschäftigt und Integration lebt. Die Wirkungen dieser Identifikation zum Arbeitgeber bewirkt, dass Mitarbeiter die Unternehmensziele vermehrt zu ihren eigenen Zielen machen. Sie fühlen sich dem Erfolg des Unternehmens verpflichtet und setzen sich verstärkt für das Unternehmen ein.

Dies führt dazu, dass die Kündigungsabsicht der Mitarbeiter zurückgeht. In einer Zeit, welche durch nachlassende Loyalität zum Arbeitgeber und regelmäßige Arbeitsplatzwechsel gekennzeichnet ist, ist dies ein wichtiger Faktor. Ein Unternehmen, welches handicapierte Arbeitnehmer beschäftigt, ist nach wie vor eine Besonderheit. Gelingen solche Integrationsleistungen, ist dies als Erfolg für alle Beteiligten zu werten und stärkt die Identifikation aller zum Unternehmen.

 

Text: Simon Müller - 06/2013

Bilder: pixelio.de

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