ProService gibt Menschen mit Behinderung eine Perspektive

Eine Platte mit Essen
Catering von ProService (Foto: ProService-in.de)

Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren und ihre Lebenssituation dadurch kontinuierlich zu verbessern – das ist das Ziel der ProService GmbH. Rund die Hälfte der Mitarbeiter des Catering- und Brotzeit-Service haben ein Handicap. Einblicke in einen Integrationsbetrieb.

Das Geschäft mit der Bewirtung boomt: Schulen, Betriebskantinen, Firmen oder private Party-Veranstalter – sie alle nehmen die Dienste von Catering-Services in Anspruch. Mindestens ebenso groß ist allerdings die Zahl der Anbieter. Sie reicht vom Spezialitätenrestaurant bis zur Imbissbude. Wer im Kampf um die Kundschaft bestehen will, muss beste Qualität liefern und hart kalkulieren. Platz für soziale Zugeständnisse bleibt da meist nicht.

Catering-Anbieter ProService ist ein Musterbeispiel für Integration

Umso mehr Anerkennung verdient das Engagement von ProService in Ingolstadt. Das Tochterunternehmen des Hollerhaus, Verein für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V., produziert belegte Semmeln, Canapes, Finger Food und weitere Leckereien – und es gibt Menschen mit Behinderung eine Perspektive.

„Wir haben in unserem inklusiven Unternehmen ein Umfeld geschaffen, in dem Menschen mit einer körperlichen und geistigen Einschränkungen am Erwerbleben teilhaben“, sagt Betriebsleiter Josef Lehner. „Die Mitarbeiter können die Zubereitung von Finger Food in einer hohen Qualität gut bewerkstelligen.“

„Grenzen akzeptieren, das Machbare erreichen“

Möglich wird das nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit von behinderten und nicht-behinderten Menschen. Zusammenhalt, gegenseitige Achtung und Hilfe werden hier groß geschrieben. Einige Mitarbeiter haben sogar eine pädagogische Zusatzausbildung gemacht, um ihre Kollegen mit Handicap noch besser unterstützen zu können. Grenzen akzeptieren und doch das Machbare erreichen lautet das Credo.

Große Herausforderung trotz staatlicher Fördermittel

Dieses Engagement fördert auch das Integrationsamt. Ein Teil der Personalkosten werden übernommen, außerdem erhalten Integrationsbetriebe wie ProService Sachkostenzuschüsse. Trotz dieser Zuwendungen erfordert das Modell Integrationsbetrieb erhebliche Anstrengungen. „Wir stehen in Konkurrenz zu anderen Catering-Anbietern auf dem Markt. Gerade öffentliche Einrichtungen sind bei der Auswahl der Dienstleister absolut preisbewusst“, sagt Lehner. Steigende Kosten können da nur teilweise an den Kunden weiter berechnet werden.

ProService eröffnet inklusives Café & Bistro in Ingolstadt

Von derartigen Schwierigkeiten lässt sich Josef Lehner aber nicht bremsen. Im Gegenteil. Das nächste Projekt von ProService steht schon in den Startlöchern. Anfang Mai 2016 soll in Ingolstadt ein in inklusives Café & Bistro eröffnen, in dem Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten.

Text: Philipp Jauch – 01/2016