Kadomo: Behinderung als Zusatzqualifikation

Das Foto zeigt die KADOMO-Mitarbeiter Monika Noack, Udo Spaeker, Lisa Schmidt und David Lebuser vor einem grünen Kadomo-Rollup.
Aufgeschlossen bleiben: Die KADOMO-Mitarbeiter Monika Noack und Udo Spaeker mit den Markenbotschaftern des Unternehmens, den Spitzensportlern Lisa Schmidt und David Lebuser, einer der weltbesten Rollstuhlskater.

Der Hildener Fahrzeugumrüster KADOMO lebt die Integration von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt von Anfang an als selbstverständlich vor. Im administrativen Bereich liegt die Quote der Mitarbeiter mit Behindertenstatus sogar bei 50 Prozent. Alle profitieren: Mitarbeiter, Unternehmen und Kunden. Mit seinem Engagement für Inklusion ist KADOMO ein Vorzeigebetrieb.

Ein Erfolgsgeheimnis der Mobilitätsmanufaktur KADOMO mit rund 50 Mitarbeitern an drei Standorten ist sicherlich, dass die Gründer um den jetzigen Geschäftsführer Frank Rösner seit der Firmengründung 2009 schlicht das Naheliegende taten: Weil sie die Stärken von Menschen mit Mobilitätseinschränkung für das Unternehmen erkannt haben, stellten sie sie regulär als Mitarbeiter ein. Eine Behinderung ist bei KADOMO keine Einschränkung, sondern eine Zusatzqualifikation, die dem Unternehmen nützt. Dafür bietet KADOMO einen Arbeitsplatz mit anspruchsvollen, lohnenden Aufgaben.

Perspektivwechsel zulassen

Das Engagement ist einerseits durchaus dem besonderen Geschäftsfeld geschuldet, das auf Kunden mit unterschiedlichen Formen und Ausprägungen von Behinderung ausgerichtet ist. Andererseits zeigt die Art und Weise, wie KADOMO Integration beziehungsweise Inklusion lebt, dass auch ein wirtschaftlich ausgerichtetes Unternehmen mit Pragmatismus und Anpassungsbereitschaft aller Beteiligten innovativ und erfolgreich im Markt bestehen kann, wenn es sich der Vielfalt menschlicher Fähigkeiten öffnet und darin eher Chancen als Hindernisse zu erkennen vermag. Voraussetzung ist die Bereitschaft zu einem Perspektivwechsel beim Blick auf bekannte Szenarien und bei gewohnten Denkweisen.

Das Geschäftsfeld der Mobilitätsmanufaktur ist hochkomplex und höchst individuell: KADOMO bietet sämtliche heutzutage möglichen Kfz-Umbauten und -anpassungen für Menschen mit Behinderung und Senioren an. Die Bandbreite reicht von Einstiegshilfen wie Dreh- und Hubschwenksitze über Verladehilfen für Hilfsmittel wie Rollstühle bis zu Fahrhilfen für das sichere Beherrschen des Fahrzeugs. Rolli-In-Fahrzeuge mit Heckabsenkung und Behindertentransportfahrzeuge helfen Menschen, die nicht selbst fahren wollen oder können. Zum Angebot gehört ein umfassender Service.

Kundenvorteil: Beratung auf Augenhöhe

Das Foto zeigt ein Beratungsgespräch eines KADOMO-Mitarbeiter mit einer Kundin.
Beratung auf Augenhöhe: Viele Kundenberater bei KADOMO haben ein Handicap — wie auch fast alle Kunden.

Bei diesem breiten Leistungsspektrum wird deutlich, warum die hohe Quote behinderter Mitarbeiter weder Selbstzweck noch Zufall ist. „Wenn wir unsere Kunden mit Handicap bei einem behindertengerechten Autoumbau kompetent beraten und betreuen wollen, ist ein Gespräch auf Augenhöhe von unschätzbarem Vorteil“, sagt Geschäftsführer Frank Rösner. „Denn auf dieser Basis ist es möglich, die besonderen Anforderungen und Wünsche bis ins Detail zu verstehen und kreative Lösungen zu entwickeln.“

Investitionen nutzen allen Beteiligten

Vor etwa vier Jahren baute KADOMO seine neuen Geschäftsräume am Stammsitz in Hilden um und renovierte gründlich. Alles ist komplett barrierefrei. Annehmlichkeiten wie ein Aufzug und automatische Türen kommen heute Mitarbeitern und Kunden gleichermaßen zugute. Manche Investition ist gesetzlich vorgeschrieben, andere eine Investition in die Zukunft und alle auch eine Wertschätzung aller Mitarbeiter.

KADOMOs Engagement geht aber noch weiter: Die Firma bietet auch älteren und ausländischen Mitarbeitern sowie Flüchtlingen eine berufliche Perspektive und beweist, dass Inklusion Chancen für alle Beteiligten bietet und eine Bereicherung für die Unternehmens- und Arbeitskultur sein kann. Manche Entscheidung kommt dabei aus dem Herzen und nicht aus strategischen Erwägungen.

Öffentlichkeitsarbeit ebnet Wege der Verständigung

Das Foto zeigt Frank Rösner im weißen Hemd.
Für KADOMO-Chef Frank Rösner ist Inklusion in der Arbeitswelt selbstverständlicher Teil der Unternehmenskultur.

Inzwischen hat sich schon über die Region hinaus herumgesprochen, dass die Hildener Mobilitätsmanufaktur als Beispiel für gelungene Inklusion gelten kann. Ende letzten Jahres zeichnete die Agentur für Arbeit Mettmann KADOMO als erstes Unternehmen mit einem Inklusionszertifikat aus. Zuvor schon hatte der Landschaftsverband Rheinland (LVR) die Mobilitätsmanufaktur als Integrationsprojekt anerkannt.

„Wir freuen uns sehr über Anerkennung von außen“, sagt KADOMO-Chef Frank Rösner. „Unser Motor ist aber etwas anderes. Wir verstehen uns als Team, das ein gemeinsames Ziel hat und für das jeder sein Bestes gibt.“  

 

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Text: Brigitte Muschiol, Alle Fotos: KADOMO GmbH