Joberfolg in Weiden

Der Obere Markt der Stadt Weiden  (Foto: Stadt Weiden)
Die Stadt Weiden legt Wert darauf, dass alle Menschen am Leben teilnehmen - auch am Arbeitsleben (Foto: Stadt Weiden)

Die Stadt Weiden ist ein Musterbeispiel für die Jobintegration von behinderten Menschen. Inklusion am Arbeitsplatz wird hier seit fast 30 Jahren gelebt.

Weiden in der Oberpfalz zählt 42140 Einwohner. 988 Personen haben einen Job bei der Stadt, darunter 90 Menschen mit Schwerbehinderung.

Für die Stadt Weiden ist die Integration von behinderten Menschen kein Sonderthema. „Bei uns werden seit 1982 Mitarbeiter mit Handicap eingestellt. Das war schon immer wichtig“, sagt Alexander Grundler, kommunaler Behindertenbeauftragter der Stadt Weiden und Schwerbehindertenvertrauensperson der Kollegen mit Handicap.

Preis für vorbildhafte Jobintegration

Für dieses große Engagement in der integrativen Personalpolitik erhielt die Stadt Weiden 2009 der Integrationspreis JobErfog in der Kategorie „Öffentlicher Dienst“ des Bayerischen Landtags. 

Der Preis ist sowohl eine Auszeichnung für die vorbildhafte Jobintegration von behinderten Menschen als auch für die Ausbildung von jungen Menschen mit Handicap.

Aktuell beschäftigt die Stadt Weiden zwei Auszubildende mit Behinderung. Menschen mit Handicap – egal ob jung oder alt – finden bei und in der Stadt Weiden Perspektiven. „Inklusion und Integration sind in Weiden keine leeren Begriffe“, sagt Alexander Grundler.

Alexander Grundler und der Personalratsvorsitzende Bernhard Müller freuen sich über den Preis Joberfolg (Foto: Stadt Weiden)
Alexander Grundler und der Personalratsvorsitzende Bernhard Müller freuen sich über den Preis Joberfolg (Foto: Stadt Weiden)

Grundler arbeitet seit 1996 bei der Stadt Weiden, seit 2008 hat er das damals neu geschaffene Amt des kommunalen Behindertenbeauftragten inne.

Menschen mit Behinderung erbringen bei der Stadt Weiden die gleiche Leistung wie ihre nichtbehinderten Kollegen. „Es zählt die Leistung und die erzielen die schwerbehinderten Kollegen“, weiß Alexander Grundler.

Gelebte Integration

„Wenn die Leute gut sind, werden sie genommen. Bei gleicher Qualifikation werden Menschen mit Schwerbehinderung bevorzugt eingestellt“, erklärt Grundler.

Bei der Stadt Weiden „läuft es ein bisschen anders“, sagt der Behindertenbeauftragte: „Wir versuchen Integration zu leben!“

Die Stadt Weiden beschäftigt Menschen mit unterschiedlichsten Handicaps. Egal ob mobilitätseingeschränkte Mitarbeiter oder blinde Menschen, stimmt die Leistung, findet die Stadt Weiden eine Lösung, um neue Kollegen mit Handicap in den Arbeitsalltag zu integrieren. 

Eines der Geheimnisse des großen Integrationserfolgs liegt im flexiblen Arbeitszeitmodell. „Wir können jeden Werktag von 6:45 bis 19:00 arbeiten. Dadurch sind Menschen mit Behinderung viel flexibler“, erklärt Alexander Grundler.  Arztbesuche, die behinderungsbedingt getätigt werden müssen, dürfen während der Dienstzeit absolviert werden.

Die Stadt Weiden möchte mit ihrem Engagement für die Integration von behinderten Menschen am Arbeitsplatz auch einen Impuls für die Wirtschaft in der Region setzen.

„Wir möchten den Unternehmen die Unsicherheit nehmen. Diese ist aufgrund von Nichtwissen oder falschem Wissen groß“, erklärt Alexander Grundler. Der kommunale Behindertenbeauftragte gibt interessierten Unternehmen Tipps, Informationen und Hinweise, wie die Integration von Menschen mit Behinderung klappen kann.

„Es geht um ein inklusives Verständnis! Da wollen wir hin! Nicht nur so tun, sondern auch leben!“, erklärt Grundler sein großes Anliegen an die Unternehmen der Wirtschaft.

Alexander Grundler mit seinem E-Mobile vor dem neuen Rathaus (Foto: Stadt Weiden)
Alexander Grundler, der kommunale Behindertenbeauftragte der Stadt Weiden, ist stolz auf die inklusive Personalpolitik seiner Heimatstadt. (Foto: Stadt Weiden)

Weiden will weiter

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß ist überzeugt von der in seiner Stadt seit langem gelebten inklusiven Personalpolitik: „Ich habe nur positive Erfahrungen mit behinderten Menschen. Sie bringen die gleiche Leistung, manchmal sogar eine viel motivierte Leistung“.

Aktuell hat sich die Stadt Weiden für den ComToAct-Award des Center for Disability and Integration der Universität St. Gallen beworben.

„Wie wollen weiter, immer weiter“, sagt Alexander Grundler: „Wir wollen die Mitarbeiter und das Unternehmen nach vorne bringen! Wir haben viele Ideen, aber diese sind finanziell nicht darstellbar. Wir brauchen diesen Preis!“

Den schönsten Preis erhält die Stadt Weiden jedoch jeden Tag aufs neu verliehen, wenn zufriedene Mitarbeiter mit und ohne Handicap durch die barrierefreie Rathaustür zur Arbeit gehen und sich in ihrem inklusiven Arbeitsumfeld wohl fühlen.


Text: MHA - 10/10

Fotos: Stadt Weiden

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