Förderungen vom Integrationsamt bei behinderten Arbeitnehmern

Rollstuhl (Rainer Sturm/pixelio.de)
Behinderte Menschen sind überaus leistungsfähige Arbeitnehmer (Rainer Sturm/pixelio.de)

Neben der Agentur für Arbeit stellen die Integrationsämter ebenfalls eine Reihe an Fördermaßnahmen zur Beschäftigung behinderter Menschen zur Verfügung – sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber.

Hier werden arbeitgebergerichtete Maßnahmen vorgestellt. Klicken Sie auf die Maßnahmen, um zu deren Kurzbeschreibungen zu gelangen:

Schaffung neuer behinderungsgerechter Ausbildungs- und Arbeitsplätze

Schafft ein Unternehmen neue Arbeits- und Ausbildungsplätze, kann es Zuschüsse oder zinslose Darlehen in voller Höhe erhalten, wenn diese Plätze behindertengerecht gestaltet werden.

Wichtig ist jedoch hierbei, dass dadurch schwerbehinderte, mindestens 12 Monate arbeitsuchende Menschen über die Beschäftigungsquote hinaus eingestellt werden müssen. Die Alternative ist, dass durch diesen neugeschaffenen Platz eine Kündigung des schwerbehinderten Menschen vermieden werden kann.

Behinderungsgerechte Einrichtung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen

Auch bereits vorhandene Arbeitsplätze können behinderungsgerecht angepasst werden. Dabei werden selbst Unterhaltungskosten für die technische Anpassung sowie – falls notwendig – eine Ausbildung des schwerbehinderten Menschen in den Gebrauch übernommen.

Wie bei der ersteren Maßnahme können die technischen Anpassungsmaßnahmen in voller Höhe als Zuschuss oder zinsloses Darlehen gewährt werden. Bei den beiden bisher beschriebenen Maßnahmen wird vorausgesetzt, dass sich keine anderen Träger an den Kosten beteiligen.

Die Maßnahmen der Integrationsämter werden von den Ausgleichsabgaben finanziert.
Das Logo der Bundesarbeits-gemeinschaft der Integrationsämter (Foto: BIH)

Gebühren der Berufsausbildung

Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern können die im Zusammenhang mit einer Berufsausbildung stehende Gebühren in voller Höhe vom Integrationsamt bezahlt bekommen. Voraussetzung für diese Maßnahme ist, dass der Auszubildende schwerbehindert ist und sein 27. Lebensjahr noch nicht abgeschlossen hat.

Bei den Gebühren handelt es sich in erster Linie um Gebühren, die von der IHK oder der HWK in Rechnung gestellt werden: Abschluss- / Eintragungsgebühren, Prüfungsgebühren, Betreuungsgebühren für Auszubildende und Kosten für überbetriebliche Ausbildungsabschnitte.

Kosten der Berufsausbildung

Andere, durch die Ausbildung entstehende Kosten können ebenfalls übernommen werden. Pauschal bis zu 2.000 Euro pro Ausbildungsjahr übernimmt das Integrationsamt beispielsweise Personalkosten der Ausbilder, Kosten für Lehr- und Lernmaterial, für Berufs- und Schutzkleidung oder für die Ausbildungsverwaltung.

Die Ausbildungsvergütung sowie die Sozialversicherungsbeiträge sind jedoch nicht als solche Kosten der Berufsausbildung zu verstehen. Wie bei den Gebühren der Berufsausbildung gelten hier dieselben Voraussetzungen.

Eingliederungsmanagement

War ein Arbeitnehmer, ob nicht behindert oder behindert, für länger als sechs Wochen nicht im Betrieb, ist der Arbeitgeber zum so genannten Eingliederungsmanagement verpflichtet. Dadurch sollen weitere Arbeitsunfähigkeit und somit Fehlzeiten vermieden werden und es soll dadurch nach Möglichkeiten gesucht, wie die Fähigkeiten des Arbeitnehmers optimal genutzt und dadurch seine Produktivität erhöht werden kann.

Wenn ein Unternehmen, welches die Beschäftigungsquote erfüllt oder eine so genannte Integrationsvereinbarung abgeschlossen hat, Eingliederungsmanagement betreibt, werden seine Bemühungen anhand festgelegter Kriterien (für schwerbehinderte Menschen gelten spezifische Kriterien) finanziell prämiert. Die Höhe der Prämien richtet sich jedoch nach dem Einzelfall.

Ausgleich außergewöhnlicher Belastungen

Bei schwerbehinderten Arbeitnehmern kann es vorkommen, dass zeitliche und / oder finanzielle Aufwendungen für den Betrieb überdurchschnittlich ausfallen. Insbesondere Kosten für eine längere Einarbeitung oder Betreuung von Arbeitnehmern, für eine Hilfskraft oder für die verminderte Arbeitsleistung können vom Integrationsamt übernommen werden.

Die Förderdauer sowie die -höhe sind vom Einzelfall abhängig, jedoch muss letzteres in einem angemessenen Verhältnis zum Arbeitsentgelt stehen.

Wie bei den Fördermaßnahmen von der Arbeitsagentur ist die Grundvoraussetzung bei allen hier aufgeführten Maßnahmen, dass der betroffene Arbeitnehmer einen Schwerbehindertenausweis besitzt bzw. schwerbehinderten Menschen gleichgestellt ist und zumindest zu Teilzeit (mindestens 15, jedoch maximal 18 Stunden die Woche) beschäftigt ist.

Bei den Zuschüssen für behindertengerechte Einrichtungen dürfen jedoch keine weiteren Kostenträger wie die Arbeitsagentur, der SGB-II- oder der Rehabilitationsträger in Frage kommen. Außerdem müssen Maßnahmen (z.B. bauliche Anpassungen oder Einrichtungen) vor Kauf bzw. Bestellung der zu übernehmenden Leistung beantragt werden. Dazu wenden Sie sich am besten an das Integrationsamt Ihres Ortes (das finden Sie hier).

 

Text: TMI

Fotos: BIH/ pixelio.de

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