Relevante Daten und Hinweise zur Einrichtung barrierefreier Arbeitsplätze

Tafel mit Behindertenzeichen. (Bild by Egon Häbich pixelio.de)
Barrierefreie Arbetisplätze gewinnen an Bedeutung (Bild by Egon Häbich pixelio.de)

Die Arbeit nimmt in der Regel einen großen Teil des Alltags ein und ist demzufolge von zentraler Bedeutung für die Lebensqualität.

Damit auch Menschen mit Behinderungen von den Vorteilen optimaler Arbeitsbedingungen profitieren können, gilt es dem Thema barrierefreie Arbeitsplatzgestaltung einen hohen Stellenwert beizumessen. In der Bundesrepublik Deutschland leben mehr als 10 Millionen Menschen mit Behinderung, was die Bedeutung dieses Aspekts klar stellen sollte. Doch eine Arbeitslosenquote von ca. 15% gegenüber den 4,7% gesamt, zeigt vor allem einen hohen Handlungsbedarf.

Wichtige Informationen für die Gestaltung barrierefreier Arbeitsplätze

Sowohl für Rollstuhlfahrer als auch für anderen Arbeitnehmer mit Bewegungseinschränkungen und blinde Menschen ist ein barrierefreier Arbeitsplatz unverzichtbar. Bei der Umsetzung gilt es allerdings eine ganze Reihe von unterschiedlichen Aspekten zu bedenken. Dabei geht es unter anderem um gesetzliche Vorgaben und die individuelle Bedarfsanalyse. In diesem Zusammenhang sollte darauf hingewiesen werden, dass das deutsche Baurecht beim Neubau von öffentlich zugänglichen Gebäuden generell eine barrierefreie Gestaltung vorschreibt. Zum Beispiel müssen bei Schwellen ab einer Höhe von drei Zentimetern und Treppen sind mit einem Rollstuhl nicht zu überwinden, sodass hier Rampen mit einem Maximalgefälle von 6% integriert werden müssen. Dazu sind aber nicht zwangsläufig Umbauten nötig, da entsprechende Rampen und Brücken auch im Handel besorgt werden können. Mögliche Alternativen sind mit funktionalen Aufzügen benannt, die genügend Platz für Rollstühle bieten. Darüber hinaus müssen rutschhemmende Bodenbeläge verlegt und behindertengerechte Sanitärräume eingerichtet werden. Die Möbel sollen die optimale Produktivität ermöglichen, sodass Schränke und Tische nicht höher als 1,40 Meter sein dürfen. Falls sehbehinderte oder blinde Menschen beschäftigt werden, müssen ergänzende Anschaffungen erfolgen. Dazu gehören abhängig vom jeweiligen Arbeitsfeld sogenannte Screen-Reader, Vergrößerungssoftware und ein Beta-Braille-Drucker. Die Auflagen lassen Arbeitgeber häufig zurückschrecken, da Umbauten vor allem auch mit Kosten einhergehen. Dass damit aber auch enorme Potentiale ungenutzt bleiben, ist die weniger beachtete Seite der Medaille.

Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten

Wer sich mit dem Thema barrierefreier Arbeitsplatz auseinandersetzt, wird sich auch um die zugehörige Finanzierung kümmern müssen. Da die Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen ein wertvoller Beitrag für das Gemeinwohl ist, können verschiedene Fördermittel beantragt werden. Weil dabei eine Vielzahl von unterschiedlichen Optionen in Frage kommt, gilt es frühzeitig individuelle Beratungsgespräche zu führen. Zu den wichtigsten Ansprechpartnern gehören hier Arbeitsagenturen und Sozialämter. Zusätzlich ist es ratsam, sich das Bauvorhaben bereits vor Beginn der Arbeiten vom Finanzamt als "außergewöhnliche Belastung" anerkennen zu lassen. Durch dieses umsichtige Vorgehen lassen sich verschiedene Steuervergünstigungen in Anspruch nehmen. Weitere mögliche Finanzierungshilfen können bei den Renten- und Krankenversicherungen beantragt werden. Zudem bieten einige Bundesländer spezielle Förderprogramme für die Einrichtung barrierefreier Arbeitsplätze an.

Ergänzende Hinweise zur Einrichtung barrierefreier Arbeitsplätze

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Realisierung barrierefreier Arbeitsplätze aus vielen kleinen Teilschritten besteht. Bei ca. 70 % der behinderten Menschen in Deutschland handelt es sich um Personen, die als schwerbehindert eingestuft sind, was die große Bedeutung umfassender Baumaßnahmen zum Ausdruck bringt. Persönliche Beratungen sind in jedem Fall zu empfehlen, um die Finanzierung sowie die allgemeine Planung der notwendigen Neu- und Umbauten optimieren zu können.

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