Berufsförderungswerke

Zwei Männer sitzen vor einem Computer und sprechen miteinander. (Foto: MyHandicap)
Das BFW ist auf die Erwachsenenbildung spezialisiert. (Foto: MyHandicap)

Ein Unfall oder eine Krankheit können das Leben von heute auf morgen verändern. Nach der Auseinandersetzung mit der Behinderung an sich, kommt die nächste Frage: Wie geht es im Job weiter? Wünschenswerterweise steht eine Berufsunfähigkeit nicht zur Diskussion.

Doch es reicht schon, wenn man den bislang ausgeführten Beruf im gewohnten Maße nicht mehr weiterleben kann, da die Krankheit oder die Folgen des Unfalls dies verhindern.

Berufsförderungswerke helfen beim Wiedereinstieg in den Job

Zum einen bieten hier Care-Manager ihre Hilfestellungen an, indem sie bei einer individuellen und meist "ambulanten" Wiedereingliederung in den Job helfen. Zum anderen kann man jedoch auch den Weg über ein Berufsförderungswerk (BFW) wählen. Die Auswahl ist groß: Knapp 20.000 Plätze stehen bundesweit über den Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e.V. (BV BFW), den BundesArbeitsKreis BerufsFörderungsWerke (BAK BFW) und privat geführte Einrichtungen zur Verfügung.

BFW steht für Barrierefreiheit

Das BFW bietet Erwachsenen mit einer Behinderung, die bereits einen Beruf erlernt bzw. ausgeführt haben, Ausbildung, Fortbildung und Umschulung in einer außerbetrieblichen und überregionalen Einrichtung. Das Besondere sind hier nicht nur die speziell auf Menschen mit Behinderung zugeschnittenen Schulungen, sondern auch die medizinische, psychologische und soziale Betreuung. So sind alle Lehrgangsräume, Ausbildungsstätten, Lernorte, Freizeiträume, Essensräume, Wohnorte und dergleichen im BFW barrierefrei gestaltet.

Inhalte und Ziele

Die Ausbildungspalette ist überaus umfangreich und reicht vom kaufmännischen Bereich über den IT-Bereich bis hin zur gewerblich-technischen Branche. Hier lohnt es sich, die individuellen Angebote der einzelnen BFW zu vergleichen. Die berufliche Rehabilitation von Erwachsenen mit gesundheitlichen Einschränkungen steht im BFW unter der Zielsetzung der Reintegration ins Arbeitsleben. Nicht zuletzt, weil das Recht auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben im deutschen Sozialsystem im Sozialgesetzbuch (SGB IX) verankert ist.

Wer kommt für eine berufliche Rehabilitation in Frage?

Die berufliche Rehabilitation in einem BFW kommt für Erwachsene in Frage, deren Erwerbsfähigkeit durch eine Behinderung oder Krankheit gefährdet oder bereits beeinträchtigt ist. Außerdem sollte in Aussicht stehen, dass durch diese Rehamaßnahme die Teilhabe am Arbeitsleben erhalten, verbessert oder wiederhergestellt werden kann.

Kostenträger für eine Rehamaßnahme im BFW

Als Kostenträger kommen folgende Leistungsträger in Frage:

  • Rentenversicherung (in der Regel nach 15 Jahren Beitragszahlung)
  • Bundesagentur für Arbeit (für ALG I-Empfänger sowie bei Rentenbeitragszahlung von unter 15 Jahren)
  • SGB II-Dienststellen, z. B. Jobcenter (für ALG II-Empfänger)
  • Berufsgenossenschaft (meist bei Berufskrankheit / Arbeits- oder Wegeunfall)


Text: Kerstin Otto - 06/2013

Bild: MyHandicap

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