Beratung für Azubis mit Behinderung

Bewerbungsmappe mit zwei Puzzleteilen.(Bild: berwis/pixelio.de)
Geduld heißt die Devise bei den Bewerbungen. (Bild: berwis/pixelio.de)

Eine Berufsausbildung kann für manchen Jugendlichen mit Behinderung zu einer Herausforderung werden. Unterstützung gibt es jedoch bei inhaltlichen oder sozialen Problemen.

Gibt es Schwierigkeiten beim Lernen der theoretischen oder praktischen Inhalte, sprachlichen Problemen oder Problemen im Betrieb bzw. im sozialen Umfeld? Die Agentur für Arbeit bietet ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) an. In Lerngruppen oder im Einzelunterricht wird Stütz- und Förderunterricht erteilt.

Sollte ein behinderter Jugendlichen jedoch selbst mit den oben genannten Hilfeleistungen nicht in einem gewöhnlichen Betrieb ausgebildet werden können, ist eine Ausbildung in einer dafür geeigneten Einrichtung möglich. 

Beispielsweise in einem Berufsbildungswerk (BBW). Der Vorteil eines solchen liegt darin, dass hier alles unter einem Dach zu finden ist: Berufsschule, Praxis, Beratung und, je nach BBW, auch ein betreutes Internat zur Unterbringung. Weiter sind Lehrkräfte, Ausbilder und das Beratungspersonal mit den Besonderheiten der jeweiligen Behinderungsart vertraut. Für einen Auszubildenden in einem Betrieb besteht ebenfalls die Möglichkeit, den theoretischen Teil der Ausbildung in einem BBW anstatt an einer „normalen“ Berufsschule zu absolvieren.

Spezielle Unterstützung gefordert?

Der Integrationsfachdienst (IFD) ist spezialisiert auf Arbeitssuchende und Angestellte mit Handicap und bildet eine Art Schnittstelle zwischen der Agentur für Arbeit, dem Integrationsamt und Rehabilitationsträgern. Der Vorteil hier ist, dass es für den behinderten Arbeitssuchenden eine einzige Ansprechperson gibt.

Auch wenn bisher größtenteils behinderte Erwachsene betreut wurden, so Frau Kuhn vom IFD München-Freising, kann in Einzelfällen eine Betreuung vom IFD von der Agentur für Arbeit beauftragt werden. Dann stellt der IFD zusammen mit dem behinderten Jugendlichen deren Fähigkeiten und Bedürfnisse fest, unterstützt ihn bei seiner Suche nach passenden Ausbildungs- oder Arbeitsplätzen und berät Unternehmen zu einer möglichen oder erfolgten Anstellung von behinderten Menschen. 

Informationen rund um das Thema

Über die Seite der Bundesagentur für Arbeit finden Sie schnell Ihre zuständige Agentur vor Ort. Auch wenn dessen Webauftritt viele Informationen enthält, ist eine Beratung vor Ort immer vorzuziehen. So kann auf jeden einzelnen Jugendlichen mit seinen Besonderheiten optimal eingegangen werden.

Eines der informativsten Webseiten für junge Arbeitssuchende mit Handicap ist das Portal REHADAT-talentplus. Dort finden sich „konkrete Ansprechpartner“, „relevante Informationen“ und „Lösungswege zu lebensnahen Fragen“. Ein umfangreiches Fachlexikon mit den gängigen Begriffen im Arbeitsleben rundet das Angebot ab.

Auch im neuen REHADAT-Bildungsportal finden junge Menschen mit Handicap viele Informationen zum Thema Übergang von der Schule zu Beruf und Ausbildung. Das Portal richtet sich in Inhalt und Sprache speziell an Schüler und Jugendliche und enthält für diese Gruppe viele Hinweise und Tipps.

Am Ball bleiben 

Die Tipps zur Jobsuche für Jugendliche mit Handicap sind dieselben wie für Jungendliche ohne Behinderung: „Nicht aufgeben! 50 bis 100 Ausbildungsbewerbungsschreiben verfassen ist ganz normal“, heißt es oft. Die Wahl des richtigen Jobs und das Finden eines Ausbildungsplatzes und in Folge einer Anstellung, sind weder für Jugendlichen mit, noch für Jugendliche ohne Behinderung einfach. Aber auch hier gilt in den meisten Fällen: „Wo ein Wille, da ein Ausbildungsplatz!“. 

Text: Thomas Mitterhuber

Bilder: arbeitsagentur.de, pixelio.de

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