Bewerbungskosten erstatten lassen

Das Foto zeigt einen Füller auf einem Blatt mit dem Text "Bewerbung"
Bewerbungskosten kann man sich erstatten lassen. Foto: pixabay.com

Die Suche nach einem neuen Job kostet eine Menge: Und damit ist nicht nur die Zeit gemeint, die man investiert. Auch die weiteren Kosten sammeln sich an – das Bewerbungsfoto muss gemacht, die Unterlagen gedruckt und eine Bewerbungsmappe gekauft werden.

Wenn der Traumjob dann auch noch länger auf sich warten lässt, kann eine Menge Geld zusammenkommen, das man auf der Suche einsetzt – natürlich mit der Hoffnung, dass es sich mit einer gutbezahlten Stelle wieder auszahlt. Doch auch wenn das nicht der Fall ist und man nicht direkt erfolgreich eine neue Arbeitsstelle findet, muss der Bewerber nicht auf den Kosten sitzen bleiben.

Unsere Partner von richtiggutbewerben.de zeigen euch deshalb Wege, wie ihr die Kosten für eure Bewerbung zurückbekommen könnt.

Bewerbungskosten von der Steuer absetzen

Die Kosten, die für die Suche nach einem neuen Job und Bewerbung um eine Stelle anfallen, sind Werbungskosten. Dabei ist es auch vollkommen unerheblich, ob die Bewerbung erfolgreich war oder nicht. Die Kosten lassen sich in jedem Fall in der Steuererklärung geltend machen. Doch welche Ausgaben sind tatsächlich absetzungsfähig?

Folgende Ausgaben könnt ihr auf jeden Fall geltend machen:

  • Kosten für die Suche nach Stellen, auf die ihr euch bewerben möchtet (Zeitungen und Zeitschriften mit Stellenmarkt, anteilige Kosten für die Internetnutzung für die Online-Jobsuche, etc.)
  • Bücher, Kurse, Coachings und Bewerbungsservices, die man zur Erstellung der Bewerbungsunterlagen engagiert oder die auf das Bewerbungsgespräch vorbereiten
  • Kosten für schriftliche Bewerbungen (Ausgaben für Mappen, Kopien, Briefpapier, Umschläge, Porto und auch Bewerbungsfotos)
  • Fahrtkosten zum Vorstellungsgespräch (sofern diese nicht vom Unternehmen übernommen werden

Kleidung, die ihr euch für das Vorstellungsgespräch oder das Bewerbungsfoto zulegt, kann allerdings nicht abgesetzt werden.

Bewerbungskosten nachweisen

Um die Bewerbungskosten absetzen zu können, müssen diese glaubhaft nachgewiesen werden können. Von Coachings, Fortbildungskursen oder einem Bewerbungsservice können direkt Quittungen und Belege eingereicht werden. Die Anzahl der Bewerbungsmappen, die ihr verschickt habt, könnt ihr mit Kopien und Antwortschreiben der Bewerbungen nachweisen – die Fahrtkosten zu den Unternehmen kann man mit der Einladung zum Gespräch belegen.

Doch welche Kosten kann man der Bewerbung selbst geltend machen? Das Finanzgericht Köln hat für schriftliche Bewerbungen mit Mappe und Versand pauschal 8,50 Euro anerkannt. Für Bewerbungen ohne Mappe und ohne Versandkosten, beispielsweise bei der Bewerbung per E-Mail, sprechen die Kölner Richter dem Bewerber immerhin noch 2,50 Euro pro Bewerbung zu.

Bewerbungskosten direkt im Jobcenter erstatten lassen

Wenn ihr zur Zeit ohne Beschäftigung seid (also arbeitslos oder ausbildungssuchend) und euch bewerben möchtet, könnt ihr Bewerbungskosten auch von der Bundesagentur für Arbeit bzw. dem Jobcenter erhalten. Die Erstattung der Kosten stützt sich dabei auf folgende Paragraphen:

§ 45 SGB III Förderung aus dem Vermittlungsbudget

„Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitsuchende sowie Ausbildungssuchende können zur Beratung und Vermittlung unterstützende Leistungen erhalten, soweit der Arbeitgeber gleichartige Leistungen nicht oder voraussichtlich nicht erbringen wird. Als unterstützende Leistungen können Kosten für die Erstellung und Versendung von Bewerbungsunterlagen (Bewerbungskosten) übernommen werden."

§ 3 Anordnung UBV (Anordnung zur Unterstützung der Beratung und Vermittlung)

(1) Im Interesse einer schnellen Bewilligung und Abwicklung der Leistungen ist es zulässig, diese pauschaliert zu erbringen.

(2) Bei Pauschalierung nach Absatz 1 ist je Bewerbung ein Betrag von 5 € zu erstatten. Dabei können nur solche Bewerbungen berücksichtigt werden, die von der Antragstellerin / dem Antragsteller nachgewiesen werden."

Jeder Bewerber kann bis zu 260 Euro pro Kalenderjahr zurückerstattet bekommen – in der Regel sind es pro Bewerbung 5 Euro (pauschal). Achtung: Die ist eine KANN Regelung und die Höhe der Pauschale und auch die Freigiebigkeit der Betreuer kann von Arbeitsamt zu Arbeitsamt variieren. Ein Rechtsanspruch auf diese Erstattung besteht dabei nicht. Ihr solltet euch also definitiv vorher informieren, wie viel ihr zurückerstattet bekommen könnt – und wie dieser Betrag beantragt werden muss. In der Eingliederungsvereinbarung, die ihr bei eurer Meldung beim jeweiligen Jobcenter erhaltet, ist geregelt und erklärt, wie und wann die Erstattung von Bewerbungskosten beantragt werden muss.

Kosten für Bewerbungsservice oder Coaching

Viele Bewerber benötigen bei der Jobsuche und dem Bewerbungsprozess Unterstützung: Bewerbungscoaches vermitteln wertvolle Tipps und Tricks, wenn es darum geht, sich für Vorstellungsgespräche oder Assessment Center vorzubereiten. Ein Online-Bewerbungsservice kann mit optimal und professionell gestalteten Bewerbungsunterlagen der Türöffner zum persönlichen Gespräch sein. Die Kosten für ein Coaching oder auch einen Bewerbungsservice sind über die Werbungskosten in der Regel von der Steuer absetzbar und sollten mit der Rechnung/Quittung belegt werden.

Bewerber, die arbeitssuchend sind, sollten vorher mit dem jeweiligen Sachbearbeiter absprechen, ob eine Maßnahme wie ein Coaching oder ein externer Bewerbungsservice vom Amt übernommen wird.

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