Achtung Glatteis! Mit der Prothese durch den Winter

Ein Schuh auf einem vereisten Gehweg (Thomas Max Müller/pixelio.de)
Prothesenträger sind bei Glatteis und Schnee besonders gefährdet. (Thomas Max Müller/pixelio.de)

Moderne Beinprothesen sind High-Tech-Produkte, die ihren Trägern nach einer Amputation ein mobiles und selbstbestimmtes Leben ermöglichen sollen. Bei Eis und Schnee sind Vorsichtsmaßnahmen notwendig, um nicht ins Rutschen zu geraten.

Eine vom Schnee weiß „gezuckerte“ Landschaft, klare und kühle Luft und gleichzeitig wohlige Wärme und Gemütlichkeit zu Hause: Eigentlich ist der Winter ja etwas Schönes. Menschen mit einer Prothese können dieser Sicht der Dinge allerdings meist nur wenig abgewinnen.

Denn Schnee und Eis auf kaum oder gar nicht geräumten Straßen und Gehwegen schränken die Bewegungsfreiheit von Menschen mit einer Beinprothese zusätzlich ein und Stürze können fatale Folgen haben.

Auf gutes Schuhwerk achten

Viele Prothesenträger wagen sich wegen der oftmals spiegelglatten Unterlage kaum mehr aus dem Haus. Das muss aber nicht sein, es gibt Hilfsmittel, die Trägern von Prothesen – aber auch älteren Menschen - im Winter eine gewisse Sicherheit geben können.

Grundsätzlich sollte auf gutes Schuhwerk mit einer robusten Profilsohle geachtet werden. Gerade im Outdoor-Bereich ist die Entwicklung in den letzten Jahren rasant fortgeschritten und entsprechende Schuhe können auch für Prothesenträger eine Option sein.

Robuste Profilsohle eines Wanderschuhs (Jutta Kühl/pixelio.de)
Menschen mit einer Prothese sollten gerade bei Eis und Schnee auf gutes Schuhwerk mit einer robusten Profilsohle achten. (Jutta Kühl/pixelio.de)

Krallen, Spikes oder Ketten montieren

Im Fokus stehen aber Produkte, die unter dem Begriff „Gleitschutz“ zusammengefasst werden können. Dazu gehören Krallen, Spikes oder Ketten, die an der Sohle des Schuhwerks befestigt werden. Erhältlich sind unterschiedliche Ausführungen in verschiedenen Preisklassen. Auch die Befestigungsart mit Schnallen oder Gummizügen ist unterschiedlich, es lohnt sich auf jeden Fall, sich in den Verkaufsstellen in Orthopädiegeschäften, im Sport- oder im Schuh-Fachhandel beraten zu lassen und den Gleitschutz vor Ort auszuprobieren.

Alternativ gibt es auch einige „do-it-yourself-Lösungen“: So können Pflasterstreifen auf der Sohle für einen besseren Halt sorgen, oder auch eine über die Sohle gezogene Socke. Manchmal macht Not erfinderisch und Prothesenträger drehen Schrauben in die Schuhsohle ein.

Geh- oder Skistöcke bringen zusätzliche Sicherheit

Zusätzlichen Halt beim Gehen auf Eis und Schnee gewinnt man mit Gehstöcken. In Spezialgeschäften sind für diese so genannten Eiskrallen erhältlich, die am unteren Ende fixiert werden, und sich beim Laufen in die glatte Oberfläche eingraben.

Auch Skistöcke können helfen, das Gleichgewicht zu wahren.
Keine dieser Lösungen ist hundertprozentig sicher, sie vermindern aber das Risiko, auszugleiten. Auf jeden Fall sollten sich Prothesenträger bei winterlichen Verhältnissen vorsichtig und konzentriert fortbewegen. Wenn immer möglich sollten von Schnee und Eis befreite, oder zumindest gestreute Wege benutzt werden.

 

Text: Patrick Gunti - 01/2013

Fotos: pixelio.de

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