Motorisierte Bewegungstrainer in der Therapie

Zwei Kinder sitzen um einen Bewegungstrainer herum und schauen zu, wie eines darin trainiert (Foto: RECK-Technik GmbH & Co. KG)
Motorisierte Bewegungstrainer sind kinderleicht zu bedienen. (Foto: RECK-Technik GmbH & Co. KG)

Wohldosierte und auf die Therapie abgestimmte Bewegung wirkt nicht nur förderlich für die Rehabilitation, sondern kann auch bei chronischen Erkrankungen und Behinderungen positiven Einfluss nehmen.

Doch oftmals reicht die Kraft des behinderten oder kranken Menschen nicht aus, um effektiv und unbeschadet Sport zu treiben. Ein motorisierter Bewegungstrainer kann dann zur Unterstützung der Therapie genutzt werden. Die Therapiegeräte können als Ergänzung zur manuellen Therapie herangezogen werden und diese abrunden. Da der Motor bei den Geräten variabel einsetzbar ist, sind motorisierte Bewegungstrainer optimal an individuelle körperliche und gesundheitliche Voraussetzungen anpassbar.

Der Trainierende kann entscheiden, ob er den Bewegungstrainer komplett passiv (also motorbetrieben), motorunterstützt oder aktiv aus eigener Kraft in seine Therapie einbindet. Der Vorteil der motorunterstützen Variante ist, dass bei Nachlassen der Kraft automatisch der Motor anspringt. Somit kann eine Überanstrengung vermieden werden und die Trainingszeit kann verlängert werden, was der Therapie wiederum zugutekommt.

Eine Frau im Rollstuhl trainiert an einem motorisierten Bewegungstrainer (Foto: RECK-Technik GmbH & Co. KG)
Am Bewegungstrainer MOTOmed viva2 kann bequem zu Hause trainiert werden. (Foto: RECK-Technik GmbH & Co. KG)

Mit Bewegungstrainer bequem zu Hause trainieren

Ein anderer Vorteil an motorisierten Bewegungstrainern besteht darin, dass sie nicht nur in Therapiezentren angewandt werden können. Ohne Probleme ist auch ein Einsatz zu Hause möglich. Der Trainierende ist dann auf keinerlei feste Zeiten angewiesen, schlechtes Wetter beeinträchtigt sein Training nicht und er benötigt keine fremde Hilfe zur Durchführung seiner Bewegungstherapie. Natürlich sollte das Trainingsprogramm in enger Absprache mit dem Therapeuten vonstattengehen, doch ein direktes Eingreifen ist bei motorisierten Bewegungstherapiegeräten nicht nötig.

Der Trainierende wird durch einfache Bedienelemente beinahe selbsterklärend durch das Training geführt und hat - entsprechend des Modells - verschiedenste Möglichkeiten der Einstellung. Einige Geräte - so zum Beispiel auch das MOTOmed der Firma RECK Medizintechnik - bieten eine Trainingsrückmeldung direkt über einen integrierten Bildschirm. Während und nach der Nutzung können so wichtige Daten den Trainingsverlauf betreffend gemessen und dokumentiert werden.

Unterschied zwischen manuellen und motorisierten Bewegungstrainern

Trainingsrückmeldungen bieten zwar auch oft manuelle Bewegungstrainer wie zum Beispiel ein Fahrrad-Ergometer. Doch der entscheidende Nachteil des Ergometers liegt darin, dass sein Leistungsbereich üblicherweise erst bei 20 Watt beginnt. Es wird also schon einiges an Kraft benötigt, um den manuellen Bewegungstrainer in Gang zu setzen.

Der motorisierte Bewegungstrainer startet bereits bei 0 Watt, was auch Menschen mit geringer Muskelkraft ein aktives Training ermöglicht. Hier hilft die spezielle Funktion ServoTreten: der Motor unterstützt schon geringst Restmuskelkräfte und führt diese zu einer gleichmäßigen und runden Bewegung. Darüber hinaus kann der Anwender beim Training bequem auf einem Stuhl oder in seinem Rollstuhl sitzen bleiben und wahlweise seine Arme oder Beine bewegen.

Ein älterer Herr liegt im Bett und trainiert am Bewegungstrainer seine Beine (Foto: RECK-Technik GmbH & Co. KG)
Auch für Patienten, die bettlägerig sind, gibt es geeignete Bewegungstrainer. (Foto: RECK-Technik GmbH & Co. KG)

Einsatzgebiete der motorisierten Helfer

Motorisierte Bewegungstrainer bieten verschiedene Trainingsprogramme zur Verbesserung der Ausdauer, Kraft, Motivation, Koordination und Lockerung an. Häufig kommen Sie bei neuromuskulären Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Schlaganfall und Querschnittlähmung zum Einsatz.

Doch auch für Parkinson-Erkrankte gibt es ein spezielles Modell. Hier bietet eine höhere Umdrehung (90 statt 60 Umdrehungen pro Minute) gute Erfolge in der Therapie. Die Anwender werden schneller bewegt, als sie es selbst tun könnten, was der Parkinson-Therapie "Forced Exercise" entspricht. Die schnellen Bewegungen führen zu einer Aktivierung derselben Hirnregionen, die auch von den Parkinson-Medikamenten stimuliert werden. Diese Form der Therapie kann typische Parkinsonsymptome wie Tremor (Zittern), Rigo (steife Muskulatur) und Akinese (Bewegungsarmut) lindern.

Bewegungstrainer werden von Kostenträgern anerkannt

Motorisierte Bewegungstrainer - so zum Beispiel auch MOTOmed - sind in Deutschland von den gesetzlichen Krankenkassen als Hilfsmittel anerkannt. Die Kosten können unter bestimmten Voraussetzungen zu 100 Prozent von den Kostenträgern übernommen werden. Vorab sind ein Test und die Prüfung der Bedingungen für eine Übernahme der Kosten durchaus sinnvoll.

Im Sanitätshaus kann das passende Gerät unter fachkundiger Beratung ausgesucht und bis zu vier Wochen kostenfrei zu Hause ausprobiert werden. Anschließend kann man in Absprache mit dem Arzt, Therapeut und Orthopädietechniker klären, wie die weitere Anwendung gestaltet werden kann. Für eine Beantragung bei der Krankenkasse sind ein Rezept und ein ausgefülltes Erprobungsprotokoll notwendig. Bei einer privaten Anschaffung bieten die Herstellerunternehmen attraktive Kauf- und Finanzierungsangebote.

 

Text: Kerstin Otto - 01/2013
Bilder: RECK-Technik GmbH & Co. KG

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