Schriftdolmetscher: Übermittler zwischen Lauten und Texten

Hände, die auf eine Laptoptastatur tippen (Bild: Viktor Mildenberger/pixelio.de)
Der Schriftdolmetscher übersetzt das gesprochene Wort in geschriebene Sprache. (Bild: Viktor Mildenberger/pixelio.de)

Immer mehr Menschen mit einer Hörbehinderung greifen auf einen Schriftdolmetscher zurück, um sich mit normalhörenden Menschen zu verständigen. Angesichts des Mangels an qualifizierten Übersetzern wird um eine Ausbildung zum Schriftdolmetscher geworben.

Für die Kommunikation zwischen hörbehinderten und guthörenden Menschen werden Übersetzer eingesetzt. Verbreitet hat sich in den letzten Jahren das Bild des Gebärdensprachdolmetschers. Doch nicht alle Menschen mit Hörbehinderung haben einen Nutzen davon.

Denn eine Hörbehinderung führt nicht automatisch dazu, dass der Betroffene die Gebärdensprache erlernt und beherrscht. Die meisten schwerhörigen oder spätertaubten Menschen verständigen sich nach wie vor hauptsächlich in der Lautsprache und setzen dabei auf ihre Hörreste (gegebenenfalls mit Unterstützung von technischen Hörhilfen) beziehungsweise die zuvor erworbenen Sprachkenntnisse.

Sprachbarrieren auch mit Hörresten

Trotzdem stoßen sie hier und da an die Grenzen der Kommunikation, meistens in Gesprächsrunden, aber auch in anderen Situationen. Und hier kommt ein vergleichsweise junges Berufsbild ins Spiel: Der Schriftdolmetscher. Er übersetzt in der Regel nicht zwischen zwei Sprachen, sondern innerhalb einer Sprache und zwar vom gesprochenen Wort (Lautsprache) in die geschriebene Sprache (Schriftsprache) - und bei Bedarf zurück. Dabei wird ein Endgerät eingesetzt, auf dem die Übersetzung zu lesen ist - zum Beispiel ein Laptop oder ein Smartphone.

Dabei arbeiten Schriftdolmetscher mit unterschiedlichen Übertragungstechniken und Verfahren und werden oft in Büros und Besprechungsräumen eingesetzt. Schriftdolmetscher werden ebenfalls für größere Veranstaltungen wie Kongresse oder Tagungen gebucht, aber auch für Face-to-Face-Kommunikationssituationen wie etwa bei Ämtern oder im Gesundheitsbereich. Wie es bei den Gebärdensprachdolmetschern üblich ist, sind sie vor Ort präsent. Aber es gibt auch technische Lösungen, bei denen die Dolmetscher über das Internet zugeschaltet werden.

Kostenübernahme wie

Der Schriftdolmetscher richtet sich in erster Linie an hörbehinderte Menschen, die der Gebärdensprache nicht mächtig sind, aber nicht nur. Immer mehr gehörlose Menschen ziehen ebenfalls einen Schriftdolmetscher vor, etwa im Studium oder auch im Berufsleben, da sie über den genauen Wortlaut verfügen wollen oder Niederschriften zum Nachlesen wünschen.

Genau wie Gebärdensprachdolmetscher werden Schriftdolmetscher von Rehabilitationsträgern und Krankenkassen, im Einzelfall auch von Firmen und Unternehmen der freien Wirtschaft bezahlt. Weil der Bedarf in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen ist, zeichnet sich derzeit ein Mangel an qualifizierten Schriftdolmetschern ab. Daher wirbt der Deutsche Schwerhörigenbund um dieses spannende Berufsbild und bietet eine entsprechende Ausbildung an.

 

Text: MyHandicap - 12/2013

Bild: pixelio.de

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