Innovative Kinderhilfsmittel - der Weg von der Verordnung bis zur Bereitstellung

Ein Kind im Rehabuggy freut sich über ein Pony. (© by Otto Bock HC)
Was gibt es Schöneres als ein Kinderlachen? (Foto: Otto Bock HC)

In der Versorgung mit Kinderhilfsmitteln sind neue Ideen unabdingbar, um den Bedürfnissen der kleinen Patienten gerecht werden zu können.

Der Weg von der Entwicklung der Hilfsmittel über die Verordnung bis hin zur letztendlichen Bereitstellung ist oft nicht einfach. Innovation wird vor allem in der der Arbeit mit Kinderhilfsmitteln großgeschrieben.

So hat beispielsweise die Brillinger GmbH vor Kurzem ein neues Behandlungskonzept bei Kindern mit neurologisch bedingter Gehbehinderung gestartet. Die neue Bioness Fußorthese L300 small, ermöglicht die Neurostimulation der fußhebenden Muskulatur während des Gehens bei Kindern ab drei bis vier Jahren.

Innovative Lösungen für behinderte Kinder

Neurostimulation bedeutet, dass durch die Haut schwache elektrische Impulse auf die Peroneusnerven gesteuert werden. Dadurch beginnen sich die gelähmten Muskeln zu bewegen. Die dafür benötigten Elektroden sind in einer kleinen Bandage unterhalb des Kniegelenkes angebracht. Gesteuert wird das Ganze durch einen Sensor im Schuh, der erkennt, wann eine Stimulation erfolgen muss. Somit wird der Fuß während des Gehens - wie beim Gesunden - im Bewegungsablauf gehoben.

"Wir erhoffen uns von dieser Versorgungsform neben der Verbesserung des Muskelstatus, die Regulierung der Tonusverhältnisse, die Verbesserung des Gangbildes und der Gangsicherheit.", so Michael Schneller, Mitglied der Geschäftsleitung, über diese Neuheit in der Versorgung von Hilfsmitteln für Kinder.

Drei Kinder toben um ein Kind im Rollstuhl in ihrer Mitte herum. (© by Otto Bock HC)
Ein Hilfsmittel ermöglicht Kindern wieder die Teilhabe am Leben. (Foto: Otto Bock HC)

Kinderhilfsmittel geben den Kindern ein Stück Freiheit zurück

Denn das können Hilfsmittel für Kinder auch leisten: ihnen zu mehr Selbstständigkeit verhelfen. Kinderhilfsmittel bieten ein völlig neues Lebensgefühl für alle Beteiligten.

Der Weg von der Verordnung hin zum finalen Hilfsmittel ist allerdings nicht immer einfach. Der gesamte Versorgerkreis vom Arzt, über den Therapeuten, die Schule und die Eltern bis hin zum Techniker und letztendlich dem Kostenträger muss hier mit einbezogen werden.

Darum ist es immens wichtig, ein Sanitätshaus seines Vertrauens zu finden, das die Koordinatorenrolle übernehmen kann und zwischen all diesen Gruppen vermittelt.

Nachdem man einen entsprechenden Ansprechpartner im Sanitätshaus gefunden hat, erfolgt die Beratung und die gemeinsame Festlegung der Art und Weise der für das behinderte Kind besten Versorgung. In Absprach mit dem verordnenden Arzt und gegebenenfalls dem Therapeuten wird die geplante Vorgehensweise nochmals genau abgestimmt.

Hilfsmittel-Erprobungen zeichnen ein gutes Sanitätshaus aus

Damit auch sichergestellt ist, dass das Kind mit dem geplanten Hilfsmittel umgehen kann, werden im Vorfeld Hilfsmittelerprobungen gestartet. Mit ihnen kann man die Sinnigkeit und Handhabbarkeit der Kinderhilfsmittel bestimmen.

Zur späteren Abrechnung mit den Kostenträgern muss das Sanitätshaus diesen Vorgang dokumentieren. Anschließend übermittelt das Sanitätshaus einen Kostenvoranschlag über das entsprechende Hilfsmittel an den Kostenträger. Nachdem dann die Genehmigung vorliegt, werden die Bauteile oder das gesamte Hilfsmittel bestellt und die Fertigung vor Ort kann beginnen.

So kann sich der gesamte Prozess von der Verordnung eines Hilfsmittels bis hin zur Fertigstellung schon mal über einige Wochen hinziehen. Doch das Resultat, das am Ende steht, entschädigt alles: ein Kind, das durch ein geeignetes Hilfsmittel wieder selbstständig und möglicherweise wieder völlig ohne fremde Hilfe am Leben teilhaben kann.

 

Text: Kerstin Otto - 01/2013

Fotos: Otto Bock HC

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