Kinderhilfsmittel als ein Mittel zur Hilfe sehen

Ein kleiner Junge sitzt in einem Rehabuggy und ist sichtlich gut gelaunt (Foto: Brillinger GmbH + Co KG).
Kinderhilfsmittel gibt es in riesiger Auswahl - im Sanitätshaus wird das passende Hilfsmittel für die Kleinen gefunden (Foto: Brillinger GmbH + Co KG).

Oftmals werden Kinderhilfsmittel leider immer noch als Brandzeichen gesehen. Andere Menschen könnten ja nun erst recht auf den Gedanken kommen, dass das betroffene Kind eine Beeinträchtigung hat. Doch mit diesen Vorurteilen muss aufgeräumt werden. Im Gespräch mit dem Fachexperten Michael Schneller.

Michael Schneller, Fachexperte für Hilfsmittel, weiß von der Zurückhaltung einiger Eltern zu erzählen: "Ich denke, man sollte die Hilfen annehmen, sich den Alltag damit erleichtern und die sich ergebenden neuen Möglichkeiten positiv nutzen". Die Ängste bezüglich Kinderhilfsmittel sind nämlich zum Glück in der Regel unbegründet und können durch ein aufklärendes Gespräch aus der Welt geschaffen werden. Nachfragen lohnt sich immer.

Die Fülle an Hilfsmitteln, die das Leben eines Kindes erleichtern oder gar für die Entwicklung förderlich sein können, sind nur wenigen Eltern bekannt. In vielen Sanitätshäusern kann man oftmals geeignete Kinderhilfsmittel sogar vor dem Kauf testen. Die Brillinger GmbH + Co KG in Tübingen, bei der Michael Schneller Mitglied der Geschäftsleitung ist, hat sich beispielsweise darauf verpflichtet, Hilfsmittel zum Testen zur Verfügung zu stellen.

Pro Hilfsmittel: gemeinsam mit pädiVital gegen Einsparung seitens der Kostenträger

Doch darüber hinaus steht die Firma Brillinger in regelmäßigem Austausch mit den Kostenträgern von Hilfsmitteln, um eine sinnvolle und nachhaltige Versorgung im Sinne der behinderten Kinder gewährleisten zu können. Als Mitglied des Kinderhilfsmittel-Netzwerkes pädiVital haben sie es sich zum Ziel gesetzt, "die Besonderheit der Kinderversorgungen stärker gegenüber den Standardversorgungen abzugrenzen. Wir wollen dazu beizutragen eine entsprechende Öffentlichkeit und Sensibilität zu diesem Thema herzustellen", so Michael Schneller.

Ein Protraitbild von Michael Schneller (Foto: Michael Schneller)
MyHandicap-Fachexperte Michael Schneller engagiert sich für behinderte Kinder. (Foto: Michael Schneller)

Im Auftrag der Kinderhilfsmittelversorgung unterwegs

Schneller könnte man ohne weiteres nämlich als Allrounder bezeichnen, der neben seinem Arbeitsalltag nicht nur Fragen im MyHandicap-Forum als Fachexperte beantwortet, sondern auch noch - seit September 2012 - Vorsitzender des Arbeitskreises pädiVital ist. Solch eine starke Affinität zum Thema Behinderung beziehungsweise Versorgung mit Kinderhilfsmitteln kommt jedoch nicht von ungefähr.

Schon vor seiner Tätigkeit bei Brillinger war er bereits zehn Jahre in der Behindertenarbeit tätig und hat auch familiäre Berührungspunkte zum Thema Behinderung, da sein Vater Rollstuhlfahrer ist. Er hat sich das Thema Kinderhilfsmittel beinahe zu einer Lebensaufgabe gemacht, die von besonderen Momenten mit den kleinen Patienten genährt wird.

So ist es für ihn immer wieder ein Highlight, wenn ein Kind mit einem Rollstuhl aus dem Sanitätshaus fahren kann. "Der Moment, in dem ein Kind selbständig mit einem Rollstuhl fahren kann und die Freude darüber zum Ausdruck bringt, mit eigenen Mitteln und Kräften dorthin zu kommen, wo es will, ohne jemanden bitten zu müssen oder darauf angewiesen zu sein, dass jemand seine Bedürfnisse erkennt - das ist schon ein tolles Erlebnis, das man nicht so schnell wieder vergisst", so Michael Schneller.

 

Text: Kerstin Otto - 01/2013

Bilder: Brillinger GmbH + Co KG / Michael Schneller

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