Wann werden OTC-Arzneimittel bezuschusst?

Als OTC-Arzneimittel werden Medikamente bezeichnet, die zwar apotheken- aber nicht verschreibungspflichtig sind. OTC leitet sich aus dem Englischen von over the counter (auf Deutsch: über die Theke) ab. Seit der Gesundheitsreform im Jahre 2003 wird diese Art von Arzneimitteln von den Krankenkassen jedoch aus Einsparungszwecken nicht mehr bezuschusst. Das bedeutet, dass der Patient die Kosten für OTC-Arzneimittel selbst tragen muss.

Jedoch gibt es auch hier einige Ausnahmen. Doch welche Ausnahmefälle sind das und wie können eventuelle Ansprüche bei Menschen mit Behinderungen geltend gemacht werden?

Die G-BA Ausnahmeliste und Sonderfälle

In der Regel gilt auch bei Patienten mit Behinderungen, dass nicht verschreibungspflichtige Medikamente von den Krankenkassen nur noch bei Kindern übernommen werden, die das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Eine Ausnahme stellen jedoch Jugendliche mit Entwicklungsstörungen dar, bei denen eine Übernahme durch die Krankenkasse bis zum 18. Lebensjahr beantragt werden kann. Eine weitere Ausnahme stellen Arzneimittel dar, die für die Behandlung von schwerwiegenden Erkrankungen als Standard der Therapie gelten - etwa Aspirin, wenn es zur Hemmung der Blutgerinnung nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt eingenommen werden muss.

Schon bei der Gesundheitsreform 2003 beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Liste, welche verschiedene Arzneimittel und Therapiefälle enthält, in denen auch OTC-Arzneimittel vom behandelnden Arzt verschrieben werden können. Diese Liste wurde inzwischen mehrmals erweitert und ist in aktueller Form auf den Internetseiten des G-BAs unter www.g-ba.de erhältlich. Zudem kann die Liste beim G-BDA in schriftlicher Form angefordert werden.

Ausnahmefälle und wie sie bezuschusst werden

Liegt ein Ausnahmefall vor und werden OTC-Arzneimittel durch den behandelnden Arzt verschrieben, werden diese von der Krankenkasse ebenso bezuschusst wie verschreibungspflichtige Medikamente. Das heißt: Da bei gesetzlich Versicherten Fest- und somit Höchstbeträge gelten, fallen auch verschriebene OTC-Mittel in diesen Erstattungsbereich. Sind verschriebene OTC-Medikamente also teurer als der Festbetrag, muss die Differenz vom Versicherten getragen werden. OTC-Mittel ganz ohne Rezept in jeder Apotheke erhältlich sind, auch online findet man Anbieter wie Europa Apotheek, die OTC-Mittel in verschieden Formen anbieten.

Und: Es können stets nur OTC-Medikamente verschrieben werden, die auf der Ausnahmeliste des G-BAs stehen. Eine Öffnungsklausel gibt es nicht. Da die Liste jedoch regelmäßig überarbeitet und angepasst wird, empfiehlt es sich Gleichgesinnte zu suchen und ein Hinzufügen des Arzneimittels beim G-BA zu erbitten, das für eine erfolgreiche Therapie unerlässlich ist, aber nicht auf der Liste steht. Gute Anlaufstellen sind hier Selbsthilfegruppen oder die Patientenselbsthilfe, die in der Vergangenheit schon oft eine Listenaufnahme von verschiedenen OTC-Mitteln erwirkt hat.

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