Neues Behandlungskonzept: „Small Fiber Matrix Stimulation“ hilft bei anhaltenden Schmerzen

Bild eines Bomedus Rueckenband in Anwendung
Bomedus® Rueckenband in Anwendung

Ständige Schmerzen können das ganze Leben beeinträchtigen. Sie wirken sich nicht nur auf den Körper aus, sondern haben auch einen Einfluss auf unsere Psyche. Für Ärzte, Therapeuten und Patienten gibt es jetzt ein völlig neues Verfahren der Nervenstimulation, mit dem Schmerzen nachhaltig behandelt werden können: die „Small Fiber Matrix Stimulation“.

Das sogenannten „Schmerzgedächtnis“ hat längst in den allgemeinen Sprachgebrauch Einzug gehalten. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Vereinfacht gesagt beschreibt der Begriff den Vergleich des akuten Schmerzes mit einer Schmerzerfahrung, die im Gehirn gespeichert ist. Diese Erfahrung hat Einfluss auf die Wahrnehmung des Schmerzes. Dabei lässt sich das Schmerzgedächtnis nicht allein auf die Wahrnehmung reduzieren. Vielmehr finden bei wiederholt auftretenden und starken Reizen morphologische Veränderungen statt, die dazu führen, dass Informationen schneller und mit höherer Priorität an das Gehirn gemeldet werden. Das Ergebnis: der Patient empfindet Schmerz.

Neue Behandlungsmethode hilft Schmerz zu reduzieren

Genau hier setzt die „Small Fiber Matrix Stimulation“ an. Dabei werden die Nervenzellen in einem sehr langsamen und regelmäßigen Rhythmus aktiviert. Dadurch kann man ihrer unkontrollierten Überaktivität entgegenwirken und die Neurone können sich Stück für Stück wieder normalisieren. Eine solche langsame und regelmäßige Aktivierung der Nervenzellen erzielt man durch die spezifische, niederfrequente Stimulation der SFMS®-Technik. Wird dieser Vorgang regelmäßig wiederholt, kann das krankhaft veränderte Schmerzempfinden langfristig abgebaut werden. Denn auch das Verlernen ist ein Lernprozess, der nur durch Wiederholung erfolgreich ist.

Einfache Handhabung ermöglicht Anwendung zuhause

Um eine regelmäßige Behandlung zuhause zu ermöglichen, hat die Bomedus GmbH, ein Spin-off der Universitätsklinik Bonn, spezielle Bänder aus dehnbarem Stoff entwickelt, die an der Innenseite mit Elektroden versehen sind. Diese können über eine einfache Handsteuerung reguliert werden. Hierfür sind keine medizinischen Fachkenntnisse erforderlich. Um einen optimalen Behandlungserfolg zu gewährleisten, empfiehlt es sich jedoch, die „Small Fiber Matrix“ Stimulation stets in Kombination Physiotherapie und der üblichen medizinischen Betreuung einzusetzen. Das Verfahren ist demnach als sinnvolle Ergänzung im Rahmen eines umfassenden Behandlungsansatzes zu sehen.

Wirksamkeit in klinischen Studien bewiesen

Die Wirksamkeit der „Small Fiber Matrix Stimulation“ wurde in klinischen Studien und umfangreichen Praxistests erwiesen. Schon zwei Anwendungen täglich (jeweils etwa 20 Minuten) führten nach zwei bis drei Monaten zu deutlich nachlassenden Schmerzen und zu einer Verbesserung der Beweglichkeit. Eingesetzt wird die „Small Fiber Matrix Stimulation" bei Schmerzen an Rücken, Nacken, Knie, Ellbogen und Postamputationssyndrom. Insbesondere Patienten mit einer Amputation berichten davon, dass durch die „Small Fiber Matrix Stimulation“ der Schmerz deutlich nachgelassen habe. Die Kosten von rund 499 bis 599 Euro für das Band-Komplettpaket  werden sind nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten, werden aber im Rahmen einer Einzelfallprüfung häufig ganz oder teilweise bezahlt. Zudem gibt es bei allen Produkten eine Leihoption (Kauf textiles Band und Leihe des Steuergerätes ab 19 EUR monatlich.

Weitere Informationen unter https://bomedus.com.

Text: Philipp Jauch – 03/2016
Bilder: Bomedus

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