Hundehaftpflichtversicherung - ein Muss für jeden Hundehalter?

Eine Haftpflichtversicherung für Hunde kann vor teuren Überraschungen schützen.
Eine Haftpflichtversicherung für Hunde kann vor teuren Überraschungen schützen. Foto: pixabay

Jeder kennt sie aus dem privaten Gebrauch, die Haftpflichtversicherung. Sie deckt Schäden ab, die durch den Versicherungsnehmer ohne Vorsatz verursacht werden. Viele Hundehalter sind nicht genug über die Gesetzeslage aufgeklärt und denken der eigene Hund sei über die Privathaftpflichtversicherung mitversichert – ein Irrglaube.

Heutzutage bieten viele Anbieter Hundehaftpflichtversicherungen an. Die Versicherung funktioniert so wie die Privathaftpflichtversicherung bei Menschen. Der Versicherungsnehmer, in dem Fall der Hundehalter, zahlt einen jährlichen Beitrag für die Hundehaftpflichtversicherung. Damit werden Schäden, die der Hund verursacht, abgedeckt. Man muss also berücksichtigen, dass die Privathaftpflichtversicherung keine Schäden abdeckt, die durch den eigenen Hund verursacht wurden. Um einen Überblick über die Leistungen und Kosten einer Hundehaftpflichtversicherung zu bekommen, wird der Hunde-Haftpflicht-Vergleich empfohlen. Hier finden Sie weitere Informationen und Tipps zur Absicherung für den Hund im Vergleich.

Ausnahme bei der Privathaftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung bietet allerdings eine Ausnahme für Schäden, die durch den Hund verursacht werden. Dies ist unter Umständen der Fall, wenn Freunde auf den Hund aufpassen, während der Hundehalter abwesend ist. Sollte der Hund beim Gassi gehen mit den Freunden nun einen Schaden verursachen, sind diese Schäden eventuell durch die Privathaftpflichtversicherung abgedeckt. In diesem Fall sollten die Freunde die auf den Hund aufpassen allerdings kein Risiko eingehen und die Sachlage vorher bei der Versicherung prüfen lassen, denn nicht jede Versicherung enthält diese Leistung.

Gesetzeslage bei Schäden durch den Hund

Unwissenheit schützt nicht vor Bestrafung. Dieses Sprichwort haben einige Hundebesitzer schon am eigenen Leib erfahren. Man stellt sich die Frage , was eigentlich passiert, wenn der eigene Hund eine teure Vase umschmeißt. Ein anderes Beispiel wäre, dass der Hund einen Radfahrer zu Fall bringt und dadurch Schäden am Fahrrad und am Radfahrer entstehen. Das bürgerliche Gesetzbuch sieht laut § 823 vor, dass Hundehalter für die Schäden aufkommen, die Ihr Hund verursacht. Der Schaden muss in voller Höhe ersetzt werden. Sollte ein hoher Schaden entstanden sein, so wird das Privatvermögen des Hundehalters hierfür berücksichtigt. Wichtig zu beachten ist hierbei, dass nicht nur das derzeitige, sondern auch das zukünftige Einkommen und Vermögen des Hundehalters berücksichtigt wird. Dadurch kann ein Hundehalter schnell in den finanziellen Ruin getrieben werden. Sollte eine Person, wie beispielsweise in dem erwähnten Fall des Fahrradfahrers zu Schaden kommen, so ist der Hundehalter auch für medizinische und therapeutische Maßnahmen sowie für Verdienstausfälle und das Schmerzensgeld verantwortlich. Bei Personenschäden können diese Beträge schnell in den fünfstelligen Bereich rutschen.

Folgende Personen werden durch die Hundehaftpflichtversicherung geschützt:

Die Hundehaftpflichtversicherung schützt grundsätzlich den Hundehalter vor der Haftung für die durch den Hund verursachten Schäden. Ein Vorteil der Hundehaftpflichtversicherung ist die Absicherung von Personen, die zeitweise die Betreuung des Hundes übernehmen.

Gesetzliche Pflicht einer Hundehaftpflichtversicherung

In einigen deutschen Bundesländern gibt es eine gesetzliche Pflicht für Hundehalter, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen. Die Größe und Rasse des Hundes spielt dabei keine Rolle. Dies gilt für folgende Bundesländer: Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Da es bei solchen Bestimmungen zu lokalen Unterschieden innerhalb des Bundesrepublik Deutschland und innerhalb einzelner Bundesländer kommen kann, sollten sich Hundehalter beim zuständigen Land oder bei der kommunalen Ordnungsbehörde, dem Ordnungsamt, informieren.

Ausnahmen der Hundehaftpflichtversicherung

Auch die Hundehaftpflichtversicherung hat einige Fälle, in denen die Versicherung nicht eintritt. Schäden am eigenen Hab und Gut sind beispielsweise nicht abgedeckt. Ebenfalls tritt die Versicherung nicht für Personenschäden an Angehörigen ein, die im selben Haushalt des Versicherungsnehmers leben. Sollten Hunde gewerblich genutzt werden, wie zum Beispiel Jagdhunde oder Wachhunde, so muss eine separate Betriebshaftpflichtversicherung für den Hund abgeschlossen werden. Bei Kampfhunden ist eine Hundehaftpflichtversicherung schwierig, denn viele Versicherungen weigern sich, diese Hunde anzunehmen, da diese als besonders gefährlich eingestuft werden.

Versicherungssumme und Kosten

Die Stiftung Warentest empfiehlt Hundehaltern eine Mindestversicherungssumme von fünf Millionen Euro. Diese hohe Summe sollte mindestens vereinbart werden, da Personenschäden sehr teuer werden können. Im Idealfall sollten Sie mit Ihrer Versicherung eine Versicherungssumme in Höhe von 10 Millionen Euro vereinbaren. Die Kosten für eine Hundehaftpflichtversicherung variieren von Anbieter zu Anbieter. Der jährliche Versicherungsbeitrag fängt beim günstigsten Anbieter bei circa 44,00 EUR an. Die Versicherungen berechnen den jährlichen Beitrag anhand von Rasse und Größe des Hundes. Hierbei gibt es dann deutliche Unterschiede. Ein Schäferhund wird in der Versicherung teurer als ein Dackel sein.

Fazit zur Hundehaftpflichtversicherung

Hundehaltern wird auf alle Fälle der Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung empfohlen. Stellt man die Risiken und den Jahresbeitrag gegenüber, so erkennt man, dass man für einen geringen Beitrag risikofrei leben kann und sich keine Sorgen machen muss, falls der Hund doch mal einen Schaden anrichtet. Die Versicherung kann den Haltern viel Ärger und Kosten ersparen. Sollten Sie mehr Informationen zum Thema Hundehaftpflichtversicherung benötigen oder sich unsicher sein, ob die Versicherung für Ihren Hund Pflicht ist, so fragen Sie bei Ihrer Versicherung oder bei der Kommunalverwaltung an, dort werden Ihre Fragen beantwortet. Mit der Hundehaftpflichtversicherung kann man als Hundehalter jedenfalls nichts falsch machen.