Armrehabilitation mit smarter Technologie

ARYS™ me Tracker – jede Alltagstätigkeit wird gemessen und gilt als Therapieeinheit.

Das Schweizer Start-up yband therapy AG ein Armband mit dazugehöriger App entwickelt, das Patienten im Alltag daran erinnert, sich körperlich zu betätigen. Die Idee dahinter: Wenn die alltäglichen Tätigkeiten dem Training gleichgestellt werden, wird die Therapie nicht mehr als isolierter Aufwand wahrgenommen.

Seit Jahren gehört Gaby Köster zu den bekanntesten und erfolgreichsten Gesichtern der deutschen Comedy-Szene. Aber auf dem Höhepunkt ihrer Karriere passiert das, womit keiner rechnet: Gaby Köster erleidet mit nur 46 Jahren einen schweren Schlaganfall.

Hirnschläge sind in Industrienationen die dritthäufigste Todesursache, treffen kann es jeden. Alleine in Deutschland erleiden gemäss der Schlaganfall-Hilfe jährlich knapp 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Davon erholt sich ein Drittel komplett, bei einem weiteren Drittel bleiben dauerhaft Schäden zurück, für etwa 20 Prozent endet der Hirnschlag tödlich, so wie beim deutschen Pop- und Jazzmusiker Roger Cicero welcher erst letztes Jahr an einem Hirnschlag starb.

Den Überlebenden steht der langwierige Weg der Rehabilitation bevor. Neben Sprachstörungen sind die Opfer auch körperlich betroffen: 50 Prozent der Patienten nach einem Schlaganfall haben Einschränkungen der Arm- und Handfunktion. So wie bei Gaby Köster - "Manchmal steh ich heute im Treppenhaus und denk, ich würde jetzt gern einfach losrennen, schnell sein. Geht aber nicht", sagte die 55-Jährige in einem Interview. Bis heute fällt der Kölnerin laufen und reden schwer, ihren linken Arm kann sie nicht bewegen: "Das ist eins der Dinge, über die ich mich anfangs geärgert habe: dass ich das nicht so geschätzt habe."

Damit die Rehabilitation erfolgreich verlaufen kann, brauchen Patienten vor allem eines: unbändigen Willen. Denn auch bei konstantem Training stellen sich Erfolge nur sehr langsam ein. Dies führe zu Frustration, viele Patienten würden die Übungen nach einer gewissen Zeit vernachlässigen, sagt Andreas Luft, Professor für Neurologie am Universitätsspital Zürich. yband therapy will Abhilfe schaffen. Das Schweizer Start-up hat ein Armband mit dazugehöriger App entwickelt, das die Patienten im Alltag daran erinnert, sich körperlich zu betätigen. Die Idee dahinter: Wenn die alltäglichen Tätigkeiten dem Training gleichgestellt werden, wird die Therapie nicht mehr als isolierter Aufwand wahrgenommen.

Wenn die eigenen Fortschritte dazu noch gemessen, aufgezeichnet, verglichen und interaktiv dargestellt werden können, bekommt das Training sogar eine spielerische Komponente. «Eine Art Gamification der Rehabilitation», sagt Samuel S. Bauer, einer der Gründer von yband therapy.

Der virtuelle Baum im Spiel Tree of Recovery™ motiviert und verleiht dem Rehabilitationsprozess etwas Leichtigkeit.

Bewegung lässt Bäume erblühen

Das Sensorarmband, welches ständig am betroffenen Arm getragen wird, registriert jede Bewegung. Je aktiver der Patient den betroffenen Arm einsetzt, desto intensiver wächst und blüht das animierte Bäumchen auf der Smartphone-App «Tree of Recovery™».

Sämtliche Handreichungen des Alltags werden mit dem wasserdichten Tracker gemessen, jeder Fortschritt wird visualisiert. Armbewegungszähler sowie individuelle Tagesziele spornen an. Passiert zu wenig, erinnern Vibrationen daran, das virtuelle Bäumchen mittels Bewegungen zu pflegen.

Laut Hersteller setzten bereits zwei namhafte deutsche Kliniken das ARYS™ me System versuchsweise bei ihren Patienten ein und weitere Fachkliniken signalisieren ebenfalls Interesse. Am Universitäts-Spital Zürich startet in Kürze eine klinische Studie, um die Wirksamkeit aufzuzeigen. Zurzeit erfolgt der Vertrieb des aktuell in deutscher, französischer, italienischer, englischer und holländischer Sprache verfügbaren Produkts online (ybandtherapy.com), zum Beispiel in der Schweiz, Österreich und Deutschland sowie über schlaganfallprodukte.de.

Arys me im Überblick

Was ist ARYS™ me?

Ein neuartiges System bestehend aus einem virtuellen und diskreten Wegbegleiter zur Förderung und Motivation während Ihrer Armrehabiliations-Therapie.

Für wen ist ARYS™ me?

Für Menschen, die Ihre Arm- und Handfunktionen aufgrund eines Schlaganfalles oder einer traumatischen Hirnver­letzung verloren haben und unter einer Hemiparese leiden.

Wie funktioniert ARYS™ me?

Der Tracker zeichnet alle Ihre Armaktivitäten auf und die Smartphone App visualisiert Ihre Fortschritte und bietet zusätzlich die Möglichkeit therapierelevante Informa­tionen mit Ihrem Therapeuten auszutauschen.