Das GeKo® Projekt – ein innovatives Bildungsmodul aus den Fliedner Werkstätten

Das Bild zeigt den aufgeklappten GeKo

Mucksmäuschenstill ist es im Raum. Und trotzdem unterhalten sich zwei Menschen. „Wie geht es Dir?“ – „Mir geht es gut. Und wie geht es Dir?“ Das erste Kennenlernen klappt schon ganz gut. Kerstin Schwarze unterrichtet KollegenInnen in den Fliedner Werkstätten die Grundlagen der deutschen Gebärdensprache und das Fingeralphabet. Die Nachfrage ist groß – über die Fliedner Werkstätten hinaus.

Die Teilnehmer möchten möglichst auf Augenhöhe den Gehörlosen und Schwerhörenden begegnen. Aus diesem Anlass hat Kerstin Schwarze mit einem Team (Silke Jansen, Jörg Hentschel, Thomas Schacher) aus den Fliedner Werkstätten das GeKo®-Projekt initiiert. Ein innovatives Bildungsmodul, das die Barrieren zwischen Gehörlosen, Schwerhörenden und Hörenden überwindet. Eine Kombination aus praxisorientierten Kursen und einer neu entwickelten mobilen Lernhilfe, dem GeKo®-Gebärdenkoffer.

Organisationen und soziale Einrichtungen stehen immer wieder vor dem Problem eine barrierearme Kommunikation zwischen Gehör losen, Schwerhörenden und Hörenden zu erreichen. Das GeKo® Bildungsmodul (Kurse und Gebärdenkoffer) ermöglicht interessierten Menschen, die Komplexität der Gebärdensprache aus Handbewegung, Mimik, Mundbildern und Körperhaltung schnell und zielgerichtet, Grundkenntnisse der Gebärdensprache und des Fingeralphabets deutlich vereinfacht zu erlernen. Ein zweitägiges Seminar bildet den Grundstock. „Die Unterrichtseinheiten finden mittlerweile auch gerne extern statt, je nach Bedarf“, erklärt Kerstin Schwarze.

Drei Stempel aus dem GeKo

An zwei gebührenpflichtigen Seminartagen werden folgende Inhalte vermittelt:

  • Was ist Gebärdensprache?
  • Warum können gehörlose Menschen nicht sprechen und sprechen mit den Händen?
  • Wie kann ich mich mit gehörlosen Mitmenschen verständigen?
  • Vorstellung der unterschiedlichen Methoden
  • Wie kann ich Kontakt zu einem gehörlosen Menschen aufnehmen?
  • Grundgebärden erlernen
  • Spielerische Unterstützung der Gebärden
  • Wie ist es, wenn man nicht hören kann? Wie fühlt es sich an?

Der Lehrmittelkoffer enthält insgesamt 34 Stempel. Die gravierten Stempel erlauben einen spielerischen Umgang mit den Zeichen des Gebärdenalphabets und schulen so die erlernten Grundkenntnisse der Kursteilnehmer durch haptischen Umgang und weiterer visueller Umsetzung, neben dem klassischen Wiederholen der Gesten.

Flyer zum Kurs

Der Koffer ist aus Holz und wird in verschiedenen Holzdekoren und zwei Größen gefertigt.

Interessierte wenden sich an: Kerstin Schwarze | Betriebsstätte Mühlenbergheide | Mühlenbergheide 23 | 45481 Mülheim an der Ruhr | Tel.: (0208) 44 48-330 | kerstin.schwarze(at)fliedner(dot)de 

Text: Fliedner Werkstätten - 06/2015
Fotos: Fliedner Werkstätten

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