Welche Folgen hat ein Trauma?

Mann hält sich aus Verzweiflung die Hände an den Kopf (geralt/pixelio.de)
Eine zuvor existierende eigene psychische Krankheit kann das Risiko eines Traumas erhöhen (geralt/pixelio.de)

Sehr wichtig ist der Punkt, dass nicht jeder Mensch nach jedem Trauma auch eine psychische Krankheit entwickelt. Das bedeutet also, dass ein schlimmes Ereignis potenziell traumatisierend sein kann, es aber nicht sein muss. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein möglicherweise traumatisierendes Ereignis negative Folgen hat, hängt zum Beispiel von der Art des Ereignisses ab1.

Die Schwere des Ereignisses und eben seine Art sind mit entscheidend: man made disaster (von Menschen verursachte traumatische Ereignisse, Typ-II-Traumata nach Terr5) sind schlimmer als etwa eine Überschwemmung (Typ-I-Trauma nach Terr5). Das Geschlecht der Betroffenen und Art / Schwere des Ereignisses können – mit Einschränkungen – zur Vorhersage genutzt werden, ob eine Person zum Beispiel eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) nach einem Trauma entwickeln wird oder nicht.

Die PTBS gehört mittlerweile zu den bekanntesten Traumafolgestörungen (das sind die Krankheiten, die nach einem erlebten Trauma entstehen können). Es muss aber erwähnt werden, dass auf das Erleben eines traumatischen Ereignisses nicht zwangsläufig die Ausbildung einer Posttraumatischen Belastungsstörung folgt. Die Reaktionen auf ein erlebtes Trauma können bei Erwachsenen und besonders bei Kindern und Jugendlichen sehr unterschiedlich sein.

Ein schlimmes Ereignis muss nicht zu einem Trauma führen

Nach Dilling, Mombour und Schmidt6 wird deutlich, dass zum Beispiel die akute Belastungsreaktion, die in den ersten Stunden auftreten kann (Symptome sind unter anderem Aufmerksamkeitsprobleme, Gefühl von Unruhe, Desorientierung, dissoziative Zustände) in eine PTBS oder eine Anpassungsstörung oder eine depressive Störung oder, im Falle längerer / extremer Traumatisierung in eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung übergehen kann56. Psychologen2 konnten nachweisen, dass ein Trauma beispielsweise die Wahrscheinlichkeit erhöht, eine Generalisierte Angststörung (GAS) oder eine Major Depression (MD) zu bekommen.

Da die möglichen Folgen jedoch sehr unterschiedlich sein können und ganz vom Einzelnen, seinen bisherigen Erfahrungen und seiner (psychischen) Widerstandskraft abhängen, sollten Betroffene, wenn sie ein Trauma erlebt haben und merken, dass sie sich dadurch verändert haben oder belastet fühlen, unbedingt professionelle therapeutische oder psychiatrische Hilfe aufsuchen. Oftmals kommen nämlich auch mehrere Traumafolgestörungen gemeinsam vor, zum Beispiel eine PTBS zusammen mit einer Angststörung, Depression oder Substanzabhängigkeit1.

Gute und zeitnahe Unterstützung kann helfen zu verhindern, dass sich die Traumafolgestörung chronifiziert, also dauerhaft bestehen bleibt. Doch...

... Was kann man tun, wenn einen das Trauma belastet?